Chemnitzer erinnern an Pogromnacht

Chemnitz – Am Donnerstagmorgen hat die Gedenkveranstaltung für die Opfer der Pogromnacht in Chemnitz stattgefunden.

Um an den faschistisch inszenierten Gewaltakt zu erinnern, versammelten sich zahlreiche Menschen an der Stele am Stephanplatz. Die Nacht am 9. November 1938 gilt als Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. In dieser Nacht wurden über tausend Synagogen in Deutschland zerstört, in Brand gesetzt und jüdische Männer über 16 Jahren verhaftet.

„Latenter Antisemitismus ist immer noch Vorhanden“  berichtet die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz. Denn Rechtes oder Antisemitisches Vokabular findet sich vor allem im Internet, so Röcher. Gerade aus diesem Grund ist es im politischen Sinne wichtig, Menschen an die Vergangenheitzu erinnern.

Mit der Gedenkveranstaltung wurde auch in diesem Jahr wieder ein Zeichen gegen Terror, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt gesetzt. Vor der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten lebten 1933 in Chemnitz etwa 3.500 Menschen jüdischen Glaubens. Derzeit gehören rund 600 Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Chemnitz an.