Chemnitzer Familie kämpft für neue Wohnung

In einem Brief wandte sich die Familie Körper aus Chemnitz an SACHSEN FERNSEHEN.

Darin beklagte die Familie die mangelnde Unterstützung seitens der ARGE für ihren im Rollstuhl sitzendes Sohn. Wir haben uns der Sache einmal angenommen und nachgefragt.

Dieser junge Bursche ist Joe. Er wohnt mit seinen Eltern und seinen 2 Geschwistern in einer ganz normalen Wohnung auf dem Sonnenberg in Chemnitz. Joe ist von Geburt an behindert. Er leidet an spastischer Triparese und wird wohl sein ganzes Leben lang an den Rollstuhl gebunden sein. Joe’s Eltern, beide ohne Job, leben von Leistungen nach SGB II. Die 85qm große Wohnung der 5-köpfigen Familie zahlt das Sozialamt. Den Körpers stehen im Monat ungefähr 1.600 Euro zum Leben zur Verfügung. Nur hat die Sache einen Hacken. Die aktuelle Wohnung ist nicht unbedingt behindertengerecht für Joe, dass heißt, es besteht keine Barrierefreiheit. Für den 7-jährigen ist es eigentlich unmöglich aus eigener Kraft den Weg vom Hauseingang bis in die Wohnung zu bewältigen. Er ist auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen.

Seit fast einem halben Jahr ist die Familie also auf der Suche nach einer rollstuhlgerechten Wohnung. In Chemnitz gestaltet sich dies aber äußerst schwierig. Zu hoch ist die Nachfrage nach solchen barrierefreien Wohnungen bei einem schwindend geringen Angebot. Trotzdem gelang es der Familie Körper eine entsprechende Wohnung zu finden. Doch die ARGE wollte diese Wohnung nicht genehmigen. Ein viertel Jahr lang ging der Streit hin und her. Die Körper’s gaben aber nicht auf und suchten auf’s Neue.

Interview: Thomas Körper – Vater von Joe

Der stellvertretende Geschäftsführer der ARGE, Andreas Ehrlich, hat sich genau diesen Fall noch einmal genauer angesehen und kommt zu folgendem Schluss.

Interview: Andreas Ehrlich – Leiter Sozialamt Chemnitz

Eine klare und vielversprechende Aussage. Die neue, 95qm große Wohnung, die die Familie Körper aktuell anvisiert, wäre genau 84€ teurer als es die ARGE eigentlich zahlen würde, so Joe’s Mutter.

Die nächsten Besuche der Familie auf dem Sozialamt und in der ARGE werden nun zeigen, ob Joe bald in eine neue, rollstuhlgerechte Wohnung einziehen darf und damit vielleicht ein klein Wenig mehr eigenständig werden kann.

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