Chemnitzer feiern Friedenstag

Chemnitz – Mit zahlreichen Veranstaltungen gedachte die Stadt Chemnitz am Sonntag der Zerstörung durch den verheerenden Bombenangriff vor 72 Jahren.  Der Friedenstag soll aber nicht nur an die Zerstörung der Stadt erinnern, sondern auch ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und ein friedliches Miteinander setzen.

Mit der Kranzniederlegung am Mahnmal der Bombenopfer auf dem städtischen Friedhof ist am Sonntagvormittag der Chemnitzer Friedenstag eröffnet worden. Am 05. März 1945 starben bei dem Bombardement der Stadt etwa 2.000 Menschen. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und Schüler des Chemnitzer Goethe-Gymnasiums erinnerten mit Redebeiträgen an die Geschehnisse vor 72 Jahren, ihre Ursachen und ihre Bedeutung für die Gegenwart.

Ab 11 Uhr luden dann verschiedene Mitmachaktionen rund um den Chemnitzer Neumarkt zumGedenken an die Kriegsopfer statt. So wurde unter anderem das mittlerweile traditionelle Friedenskreuz vor dem Rathaus eröffnet. Darin zeigten Viedeoaufnahmen die verheerenden Auswirkungen von Krieg und Zerstörung in Chemnitz und auf der Welt. Viele Besucher ließen ihre Friedenswünsche vor Ort und entzündeten ein Friedenslicht.

Eine friedliche Atmosphäre herrschte auch im Stadthallenpark. Unter dem Motto „Jetzt  – unsere Stadt im Frieden“ konnten Chemnitzer und Flüchtlinge gemeinsam aktiv werden und verschiedene sportliche sowie kreative Angebote nutzen. So lud eine interaktive Graffiti-Aktion Jugendliche dazu ein, sich mit den politischen Themen Vertreibung, Flucht, Asyl und Integration auseinanderzusetzen.

Musikalisch ging es dann ab 15 Uhr am Karl-Marx-Monument weiter. Zahlreiche Chemnitzer feierten mit Fatoni und BRKN, die Liebe, Weltoffenheit, Toleranz und natürlich fette Beats auf die Bühne brachten.

Im Anschluss startete dann der Demonstrationszug vom Bündnis Chemnitz Nazifrei. Der Zug mit rund 400 Teilnehmern bewegte sich lautstark vom Karl-Marx-Monument durch die Stadt über den Sonnenberg. Ganz still führten hingegen die Friedenswege, ausgehend von vier Kirchen, zum Neumarkt. Dort begann um 18 Uhr die große Kundgebung. Auf emotionale Art und Weise berichteten verschiedene Personen von ihren Kriegserlebnissen.

Umrahmt wurde die Kundgebung mit musikalischen Beiträgen. Diese erklangen in deutsch und in den verschiedenen Muttersprachen der Teilnehmer. Zum Ende der Kundgebung wurde der Kanon „Dona nobis pacem – Gib uns Frieden“ angestimmt, den die Besucher des Friedenstages gemeinsam mit den Akteuren auf der Bühne sangen.

Laut Polizei Chemnitz verliefen alle Veranstaltungen und Versammlungen  friedlich und störungsfrei. Beendet wurde der Friedenstag mit dem Gedenkgeläut der Chemnitzer Kirchen um 21 Uhr.