Chemnitzer Modellprojekt der Wohnungswirtschaft ausgewählt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat den Wettbewerb „Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen‘ als gestartet. Eines davon ist das unter der Federführung des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschafte e.V. eingereichte Projekt „Chemnitz+“.

Die Bundesregierung gestaltet den demografischen Wandel. In Deutschland starten jetzt in fünf Regionen Modellprojekte, die zeigen sollen, wie durch gezielte Zusammenarbeit in regionalen Netzwerken die Lebensqualität der Menschen vor Ort bis ins hohe Alter gesichert werden kann. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Wettbewerb ‚Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen‘ als Teil der Hightech-Strategie für Deutschland gestartet. Grundlage war eine Empfehlung der Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft, die die Bundesregierung bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Hightech-Strategie 2020 beraten hat.
Eine Expertenjury hat aus 78 eingereichten Projektskizzen die fünf besten regionalen Projekte ausgewählt. Eines davon ist das unter der Federführung des VSWG eingereichte Projekt „Chemnitz+“ – Zukunftsregion lebenswert gestalten in der Region Mittleres Sachsen. „Wir freuen uns sehr, dass wir ausgewählt wurden und für die nächsten vier Jahre an der Entwicklung der Wohnung als Gesundheitsstandort arbeiten können“, so Dr. Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG).

Die Gesundheits- und Dienstleistungsregion „Mittleres Sachsen“ umfasst in ihrer Ausdehnung mit einer Größe von ca. 2.300 Quadratkilometern die kreisfreie Stadt Chemnitz und den benachbarten Landkreis Mittelsachsen (56 Gemeinden, 21 Städte). Insgesamt leben in der Region ca. 568.000 Einwohner. Für die Region typisch ist ein hoher Bevölkerungsrückgang bis 2030 mit den Folgen der starken Überalterung bei einer gleichzeitig vorhandenen kleinteiligen Wirtschaftstruktur des verarbeitenden Gewerbes. Ziel des vierjährigen Modellversuchs ist die Entwicklung, Erprobung und Evaluation einer integrierten gesundheitlichen Versorgung in der Modell-Region mit unterstützenden und aktivierenden, am individuellen Bedarf ausgerichteten Gesundheits- und Dienstleistungsangeboten für ein langes und selbstbestimmtes Leben innerhalb und im Umfeld ihres gewohnten Wohnumfeldes.

Dabei wird die Wohnung durch eine barrierefreie/-arme und technikoptimierte Ausgestaltung, soziale und wohnbegleitende Dienstleistungen sowie die Vernetzung mit den relevanten Akteuren in der Region zum Gesundheitsstandort Wohnen weiterentwickelt. „Die Wohnung bildet in diesem Modellprojekt die Schnittstelle zwischen allen Akteuren und wird zum Mittelpunkt der Vernetzung der regionalen Gesundheits- und Dienstleistungen im Rahmen integrativer Versorgungsnetzwerke, um dem Mensch ein langes selbstbestimmtes Wohnen zu ermöglichen“, erklärt die Projektleiterin Alexandra Brylok vom VSWG. Das BMBF fördert die fünf Regionen insgesamt mit bis zu 20 Millionen Euro. Im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsprojekte steht die gesicherte Versorgung der Bevölkerung mit medizinischen, pflegerischen, präventiven und sozialen Dienstleistungen. Die Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft werden gemeinsam Lösungen entwickeln, die dann auch in anderen Regionen Deutschlands zur Anwendung kommen sollen.

Der Konsortialführer VSWG e. V. ist durch seine Mitgliedsstruktur im gesamten Freistaat Sachsen und in der Modellregion aktiv sowie an politische Institutionen angebunden, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf sächsischer Ebene ermöglicht. Die Einbindung einer Vielzahl von nationalen Akteuren ermöglicht den Ergebnistransfer in die gesamte Bundesrepublik.

Informationen zum BMBF-Wettbewerb „Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen“ finden Sie unter: http://www.bmbf.de/de/23246.php

Der VSWG ist der größte deutsche Verband für Wohnungsgenossenschaften. In ihm sind 226 Wohnungsgenossenschaften organisiert. Sie bewirtschaften mit insgesamt 283.197 Wohneinheiten 12,1 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes im Freistaat Sachsen und bieten damit rund 530.000 Menschen ein zukunftssicheres Zuhause. Als Unternehmen erwirtschaften sie mit jährlich 1,1 Mrd. Euro Umsatz einen wesentlichen Anteil am sächsischen Bruttoinlandsprodukt und sind für 2.550 Mitarbeiter sowie für 87 Auszubildende und Studenten ein verlässlicher Arbeitgeber.

Quelle: Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V.