Chemnitzer Motorsport

Chemnitz hat eine lange Tradition des Automobil- und Fahrzeugbaus. Weniger bekannt ist die Geschichte des Motorsports der Stadt.

Dabei hatten die Rennen an der Chemnitzer Autobahnschere in den 50er Jahren tausende Zuschauer. Jetzt sind alte Filmaufnahmen dieser Rennsportereignisse in Chemnitz aufgetaucht.

Schnelle Motorräder und rasende Rennwagen – die Chemnitzer Autobahnschere in der Nähe der Ausfahrt Chemnitz-Nord wurde bereits seit 1949 für Testfahrten genutzt.

1952 baute die Chemnitzer Motorsportsektion „Motor IFA“ die Piste dann zur Rennstrecke aus. Bereits im September des gleichen Jahres fand das erste Rennen für Ausweis- und Nachwuchsfahrer statt.

Mehr als sechzig Jahre später treffen sich nahe der alten Strecke Beteiligte und Zeitzeugen wieder.
Sie hatten die Rennen als Zuschauer, Mechaniker oder Rennfahrer hautnah erlebt. Dabei ist auch Frieder Bach, der Gründer des Chemnitzer Fahrzeugmuseums. Er war damals als Zuschauer vor Ort.

Der Autor zweier Bücher über die Chemnitzer Fahrzeuggeschichte weiß um die Bedeutung der Rennen auf der Chemnitzer Autobahnschere.

Interview: Frieder Bach – Autor „Fahrzeugspuren in Chemnitz“

Anfang 1953 gab es dann auf der fünf Kilometer langen Strecke einen Meisterschaftslauf für die DDR-Lizenzfahrer.

Motorräder der 125er und 500er Klasse, sowie 750er Seitenwagengespanne waren am Start. Außerdem begeisterten Rennsportwagen der 1100er und 1500er Klasse und Formel 2-Wagen das zahlreiche Publikum.

Interview: Frieder Bach – Autor „Fahrzeugspuren in Chemnitz“

Harald Linke, hier auf dem Titelblatt einer Zeitschrift, war ebenso als Fahrer bei den Chemnitzer Rennen dabei, wie Kurt Schönherr.

Dieser nahm als Co-Pilot bei den Titelkämpfen der Seitenwagen-Maschinen teil.

Herbert Kupfer, einst über den Boxsport zur Sportvereinigung WISMUT gekommen, baute selbst Rennmaschinen und war als Mechaniker und Testfahrer auf vielen Rennstrecken zuhause.

Interview: Herbert Kupfer – Mechaniker „SV Wismut“ Sektion Motorrennsport

Die Fahrer bei den Chemnitzer Rennen kamen aus ganz Deutschland. Bei der Vielzahl der Starter dauerte es bis zum Einbrechen der Dunkelheit um alle Rennen durchzuführen.

Die Sieger drehten im offenen Wagen eine Ehrenrunde für die Zuschauer. Heutzutage ist die Rennstrecke von damals nur noch zu erahnen.

Interview: Frieder Bach – Autor „Fahrzeugspuren in Chemnitz“

Die Rennveranstaltungen 1952 und 1953 blieben die einzigen auf der Chemnitzer Autobahnschere.

Der Verkehr auf den Autobahnen nahm zu, Sperrungen für Rennen waren schwerer möglich. Hinzu kam der schlechte Zustand der Strecken.

Interview: Frieder Bach – Autor „Fahrzeugspuren in Chemnitz“

Zurück bleiben die Erinnerungen an ein Stück deutscher Rennsportgeschichte.

In einer Stadt, die eine Woche nach dem Meisterschaftsrennen auf der Autobahnschere, von Chemnitz in Karl-Marx-Stadt umbenannt wurde.

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Wenn auch Sie alte Filmaufnahmen aus Chemnitz mit anderen Menschen teilen möchten,

dann melden Sie sich doch beim Filmarchiv Chemnitz: www.filmarchiv-chemnitz.de

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