Chemnitzer Opernhaus wird energiesparend umgebaut

Die Energiepreise steigen unaufhörlich und darunter leidet nicht nur der Ottonormalverbraucher.

Auch die Haushalte vieler Städte und Kommunen werden dadurch belastet. Deshalb sind neue Wege zur Einsparung von Energie gefragt.

In Chemnitz ist heute ein Pilotprojekt vorgestellt worden, dass vielleicht bald in ganz Sachsen Schule machen wird.

Derzeit herrscht im Opernhaus der Stadt Chemnitz geschäftige Bautätigkeit. Das Gebäude wird komplett energiesparend umgebaut. Davon hat sich am Donnerstag auch Sachsens Umweltminister Frank Kupfer überzeugt.

So wird das gesamte Lüftungs- und Heizungssystem sowie die Warmwasserversorgung modernisiert. Zudem wird die Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Leuchten umgestellt.

Das Besondere dabei ist: die Umbaukosten von rund 900.000 Euro an der Oper und dem Schauspielhaus werden nicht von der Stadt Chemnitz finanziert.

Die Investitionen kommen von einem externen Unternehmen im Rahmen eines so genannten „Energiesparcontractings“.

Das Unternehmen WISAG garantiert dabei über die Vertragslaufzeit von elf Jahren die Einsparungen von Energie durch die von ihr eingebauten Anlagen.

Über die Einsparungen werden die Sanierungsarbeiten und die Wartung der eingebauten Anlagen refinanziert.

Die Städtischen Theater Chemnitz erhalten durch das Energiesparcontracting modernste Technik quasi zum Nulltarif.

Dementsprechend froh ist man hier über den abgeschlossenen Vertrag.

Interview: Christoph Dietrich – Generalintendant Städtische Theater Chemnitz

Bereits seit dem Jahr 2005 hat man sich bei den Theatern Chemnitz Gedanken über eine Modernisierung der veralteten Heizungs- und Lüftungstechnik gemacht.

Aufgrund der klammen Stadtkasse kam man schließlich auf das Modell des Energiesparcontractings.

Der große Vorteil: das Risiko liegt allein beim investierenden Unternehmen.

Interview: Stephan Weinen – Geschäftsführer WISAG Energiemanagement

Bei so vielen Vorteilen und zufriedenen Gesichtern in Chemnitz verwundert es, dass dieses Projekt das bislang einzige in Sachsen ist.

Seit 2009 bietet das sächsische Umweltministerium Hilfe beim Energiespar-Contracting über die Sächsische Energieagentur an – das Interesse ist allerdings bislang gering.

So gibt es bei vielen Städten und Kommunen Vorbehalte z.B. gegenüber dem Abschließen langfristiger Verträge.

Mit den Städtischen Theatern Chemnitz als Modellprojekt hofft man nun auf Seiten des Umweltministeriums auf möglichst zahlreiche Nachahmer im Freistaat.

Interview: Frank Kupfer (CDU) – Sächs. Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft

Am 1. Januar 2015 beginnt die Laufzeit des Vertrages der Stadt Chemnitz mit dem Investor.

Um ein Drittel, rund 110.000 Euro pro Jahr, sollen die Energiekosten durch die Umbauarbeiten sinken.

Nach dem Ablauf des Vertrages in elf Jahren fließen dann die Einsparungen bei Strom und Wärme komplett in die Chemnitzer Stadtkasse.

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