Chemnitzer Studenten kritisieren TU-Hörsaal-Umbenennung

An der Universität wurde ein Hörsaal nach dem Unternehmen Niles-Simmons-Hegenscheidt benannt

Chemnitz (dapd-lsc). Studenten der TU Chemnitz haben sich über die Umbenennung eines Hörsaals empört. Klammheimlich und offenbar gegen Bezahlung sei der zweitgrößte Hörsaal der Hochschule umbenannt worden in Niles-Simmons-Hegenscheidt-Hörsaal, kritisierte der Studentenrat der Hochschule am Dienstag. Die Namensgebung bekomme einen schalen Beigeschmack, weil der geschäftsführende Gesellschafter des Maschinenbauunternehmens von Niles-Simmons-Hegenscheidt erst am Montag 175.000 Euro der Hochschule gespendet habe.

Niemand habe etwas einzuwenden, wenn Räume in der Hochschule nach verdienten Wissenschaftlern benannt werden, erklärten die Studenten weiter. Hier aber entstehe der Eindruck, dass sich ein Unternehmen in die Hochschule einkaufe und möglicherweise auch in die Lehre eingreife, sagte Studentenratsmitglied Eric Stahnke. Die Staatsregierung müsse hier hellhörig werden und die Hochschulen endlich ausreichend finanzieren statt massiv Gelder zu kürzen.

Niles-Simmons-Hegenscheidt hat in Chemnitz – unter wechselnden Besitzern und Namen – eine mehr als 175-jährige Tradition. Das Unternehmen gehört zu den wichtigsten Werkzeugmaschinenherstellern der Welt und ist spezialisiert unter anderem auf die Produktion von Maschinen zur Herstellung von Eisenbahn-Radsätzen.

dapd