Chemnitzer Wirtschaft legt 2011 weiter zu

Wie die CWE am Mittwoch mitteilt, sind die Auftragsbücher der Chemnitzer Industrieunternehmen gut gefüllt, die Umsätze stiegen zwischen Januar und Juni deutlich, und die Unternehmen stellen neue Mitarbeiter ein.

Dies geht aus Zahlen des Statistischen Landesamts Sachsen sowie der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Motor der Entwicklung sind die produzierenden Bereiche. So überstieg der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe sowohl im März als auch im Mai 2011 erstmals wieder die 250 Millionen-Euro-Marke. Dies war zuletzt im September 2008 der Fall, also unmittelbar vor Beginn der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

Insgesamt bewegten sich die Umsatzzahlen im verarbeitenden Gewerbe auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2008 und 25,1 Prozent über den Vergleichszahlen von 2010. Wachstumstreiber ist vor allem der Export: Der Auslandsumsatz nahm um die Hälfte auf 510 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2011 zu. Das Chemnitzer verarbeitende Gewerbe zeigt sich insgesamt deutlich wachstumsstärker als die Unternehmen im Landesschnitt: Sachsenweit konnte im verarbeitenden Gewerbe eine Umsatzsteigerung von 16 Prozent erzielt werden. 36,6 Prozent des Umsatzvolumens Chemnitzer Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes werden im Ausland erzielt.

Die deutlichsten Zuwächse kann der Chemnitzer Maschinenbau verzeichnen. Hier stieg der Umsatz von 193 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2010 auf 290 Millionen Euro im gleichen Zeitraum dieses Jahres und damit um 50,4 Prozent. Die Exportquote des Chemnitzer Maschinenbaus lag im ersten Halbjahr bei 62,3 Prozent. Auf ähnlichem Wachstumsniveau, jedoch bei deutlich niedrigerer Exportquote (22,1 Prozent), bewegen sich die Hersteller von Metallerzeugnissen, die einen Umsatzzuwachs von 40,5 Prozent erzielen konnten. Auch dies sind Zahlen, die deutlich über dem Landesschnitt liegen, der sich bei 26 Prozent bewegt. In den sonstigen Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes, zu denen zum Beispiel der Fahrzeugbau gehört, stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2011 um 18,0 Prozent im Vergleich zum Berichtszeitraum des Vorjahres.

Die hervorragenden Wachstumszahlen spiegeln sich auch in einem Beschäftigungszuwachs im verarbeitenden Gewerbe wider. Im Halbjahresdurchschnitt waren 9.958 Menschen in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt – 405 Personen bzw. 4,2 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Seit April liegt die Beschäftigtenzahl im verarbeitenden Gewerbe bei über 10.000, im Juni bei 10.144 Personen.

Der wirtschaftliche Aufschwung wirkt sich auch in anderen Wirtschaftsbereichen aus: So sank die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Chemnitz im Halbjahresmittel insgesamt um 1.381 auf 14.976 Arbeitslose (- 8,4 Prozent). Besonders positive Auswirkungen hat der aktuelle Aufschwung für jugendliche Arbeitslose (unter 25 Jahre), deren Zahl um 14,5 Prozent sank. Insgesamt lag die Zahl der Arbeitslosen im Halbjahr 2011 in Chemnitz bei 11,6 Prozent.

Wie sich die aktuelle Zuspitzung der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die lokalen Umsatz- und Beschäftigungszahlen auswirken wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Anlass zu verhaltenem Optimismus liefern die Auftragszuwächse im ersten Halbjahr 2011. In diesem Zeitraum waren die Auftragsbücher der Chemnitzer Unternehmen deutlich besser gefüllt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres: Im Maschinenbau lag das Auftragsvolumen 48,9 Prozent über dem des Vorjahres. Dies ist eine deutlich positive Abweichung zum Bundestrend: Deutschlandweit stieg das Volumen der Auftragseingänge nur um 13 Prozent. In der Herstellung von Metallerzeugnissen liegen die Chemnitzer Unternehmen 32,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im verarbeitenden Gewerbe insgesamt nahm das Auftragsvolumen um 30,5 Prozent zu.

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