Chemnitz/Mittweida: Enkeltrickbetrüger erwischt

Nach umfangreichen Ermittlungen, kriminaltechnischen Untersuchungen und Spurenauswertungen gelang es Beamten der Kriminalpolizei der Polizeidirektion Chemnitz, einen mutmaßlichen Enkeltrickbetrüger zu ermitteln.

Der 26-jährige Mann ist in beiden Fällen offenbar als Geldabholer aufgetreten und hat dabei daktyloskopische auswertbare Spuren hinterlassen. 

Am 10. Januar 2013, gegen 18 Uhr, hat jemand mit wehleidiger und schmerzverzerrter Stimme bei einer heute 73-Jährigen in Kappel angerufen hat. Nachdem die besorgte Frau in Russisch mit Namen nach ihrem Enkel fragte, schaltete sich ein russisch sprechender „Anwalt“ in das Telefongespräch ein. Er erzählte der Seniorin von einem Unfall ihres Enkels, der dabei ein Mädchen schwer verletzt habe. Für deren Operation wären nun 30.000 Euro nötig. Obwohl die 73-Jährige angab, nur ein paar hundert Euro im Haus zu haben, schien das den Betrügern in dem Fall zu reichen und sie ließen das Geld von einem kurz darauf erscheinenden „Bruder“ des Mädchens abholen.

Nur zwei Tage später erreichte in Mittweida eine heute 57-Jährige ein ähnlicher Anruf. Hier habe der Sohn einen Unfall gehabt, bei dem ein Mädchen verletzt worden sei und nun für 18.000 Euro operiert werden müsse. Auch hier übergab die Frau einem vermeintlichen Bruder des verletzten Mädchens Geld. Insgesamt wurden die beiden Frauen um mehrere tausend Euro betrogen.

Damit konnten die Chemnitzer Kriminalisten auch einen gleichgelagerten Fall von „Enkeltrick“ im Salzlandkreis aufklären. Hier war der aus Litauen stammende Tatverdächtige am 14. Januar 2013 in Schönebeck ebenfalls als Geldabholer aufgetreten und hatte Spuren hinterlassen.

Zur Aufklärung der Fälle trug eine Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden in Vilnius bei.
Die polizeiliche Fahndung nach dem 26-Jährigen läuft.

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar