Clausnitz und die Folgen für Sachsen

Durch die Blockade der Asylunterkunft ist das gerade einmal rund 900 Einwohner große Dorf Clausnitz in der erzgebirgischen Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle am Freitagabend deutschlandweit bekannt geworden.

Clausnitz – Nur einer von zwei sächsischen Orten, die am Wochenende durch fremdenfeindliche Vorfälle traurige Bekanntheit erlangt haben.

Im Sächsischen Landtag steht die Polizei am Montag fraktionsübergreifend stark in der Kritik. Hintergrund: Polizeipräsident Uwe Reißmann gab den ankommenden Asylsuchenden eine Mitschuld an den Geschehnissen.

Einzig die sächsische CDU stellt sich hinter Polizeichef Reißmann.

Die Chemnitzer Polizei hat am Montag eine elf Mann starke Ermittlungsgruppe „Clausnitz“ ins Leben gerufen, die die Ereignisse aufarbeiten soll. Bereits Samstagnachmittag hatte der Polizeipräsident Uwe Reißmann dies angekündigt.

Nur einen kurzes Statement gab Ministerpräsident Stanislaw Tillich am Rande einer Schuleinweihung in Chemnitz zu den Herausforderung der Integration von Asylsuchenden in Sachsen.

Seit der Wiedervereinigung steht die CDU durchgängig in der Regierungsverantwortung in Sachsen. Für die wiederholten fremdenfeindlichen Vorfälle wird sie jetzt zunehmend in die Verantwortung genommen.

Nicht nur wegen der fremdenfeindlichen Übergriffe des Wochenendes ist Sachsen als brauner Fleck Deutschlands gebrandmarkt. Deutschlandweite Rekordzahlen bei rechtsextremen Übergriffen, immer wieder Asylproteste, Pegida-Bewegung und verbale Entgleisungen von sächsischen AfD-Politikern – Negativberichte über den Freistaat Sachsen häufen sich.