Clubs in Sachsen fühlen sich im Stich gelassen

Sachsen- Die Live Initiative Sachsen (LISA) hat die Coronapolitik des Freistaats scharf kritisiert. Dabei ist vor allem die neue Sächsische Corona-Notfall-Verordnung von dem sächsischen Club-Netzwerk in das Visier genommen worden.

Die LISA hat harte Kritik an dem Umgang der sächsischen Regierung mit der Coronapandemie geäußert. Demnach fühle sich die Clubszene von der Politik nicht gesehen und im Stich gelassen. Gegenüber den Dresdner Neuesten Nachrichten äußerte Felix Buchta, Sprecher der Initiative, dass es für die sächsischen Clubs überhaupt keine Perspektive gäbe. Selbst wenn die Clubs im April wieder öffnen könnten, würden die Erfahrungen zeigen, dass sie im Herbst mutmaßlich wieder schließen müssten. Insgesamt hätte man in 21 von 23 Pandemiemonaten zu gehabt und selbst die zwei Monate der Öffnungen im Sommer wären für die Clubbetreiber schwierig gewesen. Manche Clubs würden sich deshalb fragen, ob das alles noch Sinn mache, so Buchta.

Ein neuer Anlass zu Frustration für die Live Initiative Sachsen war der Beschluss der neuen Sächsischen Corona-Notfall-Verordnung vom 2. Februar. In dieser wurde die unbefristete Öffnung aller Kultur- und Freizeiteinrichtungen beschlossen. In der anschließenden Kabinettssitzung verkündete Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU), dass diese den Leitungen, den Künstlerinnen und Künstlern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern endlich wieder Sicherheit für ihre Planungen gebe. Fast zynisch reagierte die LISA daraufhin in einem Post auf Facebook. "Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast darüber lachen, dass wir nicht gemeint seien und nunmehr offenbar weder als Kultur- noch als Freizeiteinrichtungen zu gelten scheinen", so das Club-Netzwerk.

Des Weiteren stellt die Initiative in ihrem Facebook-Statement die Darstellung der Clubszene als Pandemietreiber in Frage. Gerade durch die konsequente Schließung der Clubs während der Pandemiezeit, könne die Szene gar kein Risiko für de Pandemie dargestellt haben. Dahingegen gäbe es jedoch Erkenntnisse aus erfolgreichen Modellprojekten, aus welchen Schlüsse für die Machbarkeit sicherer Clubveranstaltungen zu ziehen seien. Man wünsche sich, dass das Sächsische Staatsministerium für Soziales mit solchen Studien auseinandersetze, statt die Szene im Voraus abzustempeln. In dem Zuge könne man auch der Tatsache ins Auge blicken, dass sich die Jugend ihren Freiraum nötigenfalls in Kellern und unter Brücken nehmen würde, wo im Gegensatz zu Clubs keine Schutzmaßnahmen gälten. Darüber hinaus hätten Betreiber zahlreiche sinnvolle Öffnungs- und Teststrategien vorgeschlagen, auf welche die Politik jedoch nicht reagiert hätte, so die Initiative weiter.