Cornelia Falken, DIE LINKE: Vernachlässigung des Kunst- und Musikunterrichts an Dresdner Schulen

Im ersten Schulhalbjahr 2009/2010 sind in den Grundschulen 12.237 Stunden ausgefallen. Unterricht wurde teilweise von fachfremden Lehrern übernommen. Die Absicherung des regulären Musik- und Kunstunterrichts ist nicht gewährleistet. +++

Zum Musik- und Kunstunterricht an den sächsischen Schulen erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Cornelia Falken:  

“Auf meine kleinen Anfragen nach der Absicherung des regulären Musik- und Kunstunterrichts an den Schulen im Freistaat ergibt sich ein erschütterndes Bild. Es widerlegt die vollmundigen Ankündigungen der Staatsregierung, die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen fördern zu wollen. Was nützen die besten Projekte, wenn der reguläre Schulunterricht in Kunst und Musik ausfällt oder von fachfremden Personen erteilt wird?“ Das ganze Ausmaß dieser Misere ist alarmierend:  

So waren es allein im ersten Schulhalbjahr 2009/ 2010 in den Grundschulen sage und schreibe 12.237 Stunden, die ausgefallen sind. Im selben Zeitraum betrug der Unterrichtsausfall an den Mittelschulen im Fach Kunst 3245 Stunden und in Musik 4036 Stunden. In den Gymnasien fielen 2434 Sunden Kunstunterricht aus und 3887 Stunden Musikunterricht. Dazu kommt, dass ein großer Teil des Kunst- und Musikunterrichts von fachfremden Lehrkräften erteilt wird. An Sachsens Grundschulen unterrichten 1758 Lehrpersonen Kunst und Musik, von denen aber nur 1076 über eine entsprechende fachliche Ausbildung verfügen. An den Mittelschulen beträgt das Verhältnis 510 zu 321.  

Die Zahlen aus dem Kultusministerium belegen eine Tendenz, den Fachunterricht in Musik und Kunst an den Schulen zu reduzieren. Das ist vollkommen inakzeptabel. Um das Trauerspiel kulturelle Bildung an Sachsens Schulen zu beenden, brauchen wir dringend mehr ausgebildete Musik- und Kunstpädagogen. Andernfalls wird sich der Trend verstärken, Kunst und Musik ganz in den Freizeitbereich der Ganztagsangebote abzudrängen. Einer guten Allgemeinbildung sächsischer Schülerinnen und Schüler wäre das äußerst abträglich.

Quelle: Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag

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