Corona-Demo: Wieder Ausschreitungen in Leipzig

Leipzig - Obwohl die Demo gegen die Corona-Schutzverordnung abgesagt werden musste, versammelten sich hunderte Demonstranten in der Leipziger Innenstadt. Eigentlich wollten die so genannten "Corona-Gegner" auf dem Augustusplatz protestieren. Im Laufe des Tages kam es immer wieder zu brenzligen Situationen - sowohl aus dem linken, als auch aus dem rechten Spektrum.

Innerhalb von 14 Tagen hat Leipzig seinen zweiten chaotischen Demo-Tag erlebt. Nach der abgesagten Versammlung der Corona-Gegner auf dem Kurt-Masur-Platz gab es im gesamten Innenstadtgebiet immer wieder brenzlige Situationen. Sowohl aus dem linken, als auch aus dem rechten Spektrum kam es zu Gewaltausbrüchen. Erst gegen 20:30 Uhr, also 6 Stunden nach dem Ende der Corona-Demo, entspannte sich die Situation in der Stadt merklich. Polizeisprecher Olaf Hoppe spricht von einem erfolgreichen Konzept der Einsatzkräfte. Ein Vergleich zur Demo vor zwei Wochen sei nur schwer möglich.

© Sachsen Fernsehen
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Kontrollen im Hauptbahnhof nach Pyro-Verdacht

Die erste angespannte Situation gab es gegen 14:15 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof. Hier wurden zwei Züge aus Thüringen kontrolliert. Die Insassen, eine Gruppe von knapp 40 Personen, wurde zunächst am Bahnhof festgehalten und kontrolliert. Nach zehn davon wurde bereits gefahndet. Zeitgleich auf dem Kurt-Masur-Platz vor der Moritzbastei. Die Protestveranstaltung gegen die Corona-Schutzverordnung konnte hier erst gar nicht beginnen. Grund dafür war ein unvollständiges Maskenbefreiungs-Attest des Demo-Anmelders. 

Aufgeheizte Stimmung: Teilnehmer in Großer Fleischergasse eingekesselt

Viele der Teilnehmer der abgesagten Demo schlossen sich daraufhin einer anderen Gruppe an. Dabei endete der Versuch, erneut über den Ring zu marschieren in der Großen Fleischergasse. Hier wurden sie von der Polizei stundenlang eingekesselt. Die Stimmung ist hier zwischenzeitlich aggressiv. Bei dem Versuch, die Polizeikette zu durchbrechen, setzten die Beamten Pfefferspray ein. Schließlich bereiteten die Beamten kleinen Gruppen den Weg zur S-Bahn-Station am Markt.  

© Sachsen Fernsehen
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Polizeichefs: Kretzschmar und Schultze beobachten Einsatzgeschehen

Wie schon vor zwei Wochen gab es auch dieses Mal wieder Gegenproteste. Das Aktionsbündnis "Leipzig nimmt Platz" hatte an drei zentralen Orten der Stadt Kundgebungen angemeldet, unter anderem auf dem Augustusplatz vor dem Gewandhaus. Nach der Kritik an der Polizei zum Einsatz vor zwei Wochen haben sich der Sächsische Polizeipräsident, Horst Kretzschmar, und Leipzigs Polizeioberhaupt Torsten Schultze ebenfalls das Einsatzgeschehen vor Ort angeschaut.

Noch am Abend zog die Polizei eine erste Bilanz. Zwei Personen wurden festgenommen, dazu zählte die Polizei insgesamt 18 Straftaten. Unter anderem zehn Körperverletzungsdelikte sowie drei Landfriedensbrüche. Bis zum Abend hatte die Polizei 113 Verstöße gegen die Sächsische Corona-Schutzverordnung aufgenommen und 44 Platzverweise verhangen. Laut Mitteilung wurde eine Polizistin leicht verletzt.