Corona-Studie: Schulöffnungen sind wichtig und richtig

Sachsen - Kinder haben unter dem Corona-Shutdown besonders gelitten. Eine aktuelle Studie warnt jetzt vor den Folgen der monatelangen Schulschließungen. Demnach wünschte sich ein Großteil der Kinder, wieder normal zur Schule gehen zu können.

Wissenschaftler der Universität Leipzig haben am Montag ihre Corona-Schulstudie vorgestellt. Fast 2.700 Probanden aus 18 Schulen im Freistaat wurden dazu untersucht, um zu schauen wie viele Kinder und Lehrer sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Dabei wurde sowohl auf aktive als auch auf bereits überstandene Infektionen geprüft. Doch zu welchen Ergebnissen kamen die Forscher?

Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig sagt, im ersten Teil der Studie im Mai und Juni in Sachen seien kaum Träger von Antikörpern und und nicht aktiv infiziert gewesen. "Wer da über Schulschließungen reden will, den kann ich nicht verstehen.", so Kiess.

Grade einmal bei 14 der 2.700 Teilnehmern der Studie konnten Antikörper nachgewiesen werden - das sind lediglich 0,6 Prozent. Somit geht das Team von Wieland Kiess davon aus, dass auch im Rest von Sachsen bisher nur wenige SchülerInnen oder LehrerInnen mit Covid-19 infiziert waren.
Aber was machen Schulschließungen psychisch und sozial mit den Kindern? Dazu wurden rund 900 Schülerinnen und Schüler vor Beginn des Lockdowns und erneut vier Wochen nach Schließung der Schulen befragt. Gerade Familien in schwachen sozialen Verhältnissen spüren Auswirkungen.

Wieland Kiess sagt dazu, Familien mit höherem sozialen Stand haben bessere Computer, oft einen Garten oder einfach eine größere Wohnung - da können sich Kinder relativ wohl fühlen. Im Gegensatz dazu gibt es einige Familien, die in beengten Verhältnissen leben und auch Bildung schwieriger weiter geben können. Ein Ergebnis der Studie sagt aus, dass gerade solche Kinder extrem unter Schulschließungen leiden.

Zudem hat der Kontakt zu Gleichaltrigen enorm abgenommen und die Mediennutzung stieg. Dies sei nur ein Grund, weshalb die Schulen wieder öffnen sollten. Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz ist froh über diese Studie und reflektiert das Vorgehen der Staatsregierung in den letzten Monaten.

Christian Piwarz sagt, diese ersten Zahlen bestärken die Staatsregierung, dass der Weg, welcher Mitte Mai mit Schulöffnungen eingeschlagen wurde, als richtig erwiesen hat. Piwarz sagt, er könne sich noch an Vorwürfe erinnern, dass dieses Verhalten unverantwortlich sei. Die Studien zeigen, dass dies nicht der Fall war und dass im Interesse der Kinder richtig gehandelt wurde.

Damit ab Ende August die Schüler wieder regulär den Unterricht besuchen können, hat das Kultusministerium zusammen mit dem Gesundheitsministerium Vorkehrungen getroffen. Unter anderem einen Vier-Stufen-Plan, der je nach Infektionszahlen im Freistaat entsprechende Maßnahmen zur Folge hat. Diese reichen von einfachen Kontaktnachverfolgungen und Quarantäne einzelner Schüler und Lehrer bis zur großräumigen Schließung von Schulen und Kitas. Damit der Unterricht überhaupt stattfinden kann, ist die Grundlage ein sogenannter "Normalbetrieb unter Pandemie-Bedingungen".

Dies bedeute Regelungen für Belüftung, Desifektionen und den achtsamen Umgang miteinander, so Piwarz. Schulstart in Sachsen ist am 31. August. Ob eine zweite Welle an den aktuellen Plänen etwas ändert, bleibt abzuwarten.