Corona treibt Handwerksbetriebe in den Ruin

Dresden - Die Corona Pandemie hat viele Unternehmen in den Ruin getrieben. Auch im sächsischen Handwerk kämpfen die Betriebe ums Überleben. Während die einen nur zum Teil arbeiten dürfen, haben andere ein Berufsverbot. Besonders arg hat es die körpernahen Dienstleistungen getroffen. Wir haben uns in zwei sächsischen Handwerksbetrieben umgeschaut und nachgefragt.

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Nicole Kaden in ihrem Friseursalon in Dresden Laubegast. Mehr als ihre Arbeitsutensilien sauber zu halten kann sie derzeit nicht machen. Die Friseurmeisterin, die erst im Juli des vergangenen Jahres sich selbständig gemacht hat, darf seit Mitte Dezember nicht mehr arbeiten. Rücklagen konnte sie so nicht bilden. Erst jetzt könnte sie die staatlichen Hilfen beantragen, doch das lohnt sich für die 30-jährige nicht.

Für sie als kleine Unternehmerin mit einer Angestellten mit weniger hohen Fixkosten seien die Hilfen weniger attraktiv. Man könne sie beantragen, doch das was dabei herauskommt,

sei lediglich ein Taschengeld, sagt sie. Als Unternehmer hätte man so nur noch die Möglichkeit, zur Agentur für Arbeit zu gehen und Hartz IV zu beantragen. Doch das könne es nicht sein. Dafür mache man sich nicht selbständig und stelle Arbeitsplätze zur Verfügung, so Kaden weiter.

Auch der Präsident der Handwerkskammer Dresden Jörg Dittrich ist in den Salon von Nicole Kaden gekommen, um mehr über ihre derzeitige Lage zu erfahren und Wege aus der Krise aufzuzeigen. Unter anderem das Impfen sieht Jörg Dittrich als eine Lösung an.

Egal wo er hinkomme, er spricht das Thema an, da wir uns überlegen müssten, wie wir aus der Krise heraus kommen, so Dittrich. Offensichtlich sei Durchseuchung kein Tema, denn man habe bereits auf der Welt gesehen, dass es mittlerweile Zweiterkrankungen mit den Mutationen gebe, berichtet der Präsident. Darum vermutet er, dass Impfen ein Weg aus der Krise sei, vielleicht würden aber auch noch andere Wege gefunden. Für Jörg Dittrich ist es wichtig, dass man als Gesellschaft darüber diskutiert, welche Wege es aus der Krise gibt, weil wir offensichtlich nur mit einheitlichem Handeln die Krise hinter uns lassen können.

Inzwischen hat die Bundesregierung beschlossen, dass Friseure ab dem 1. März wieder öffnen dürfen. Für Nicole Kaden ein Lichtblick am Horizont.

Ähnlich geht es auch Dirk Salomo. Der 47-jährige ist Goldschmied und hat in der Dresdner Neustadt seine Goldschmiedewerkstatt. Das Geschäft hat er 2014 von seiner Mutter übernommen. Dirk Salomo darf nur eingeschränkt arbeiten. Er nutzt die Zeit, um neue Kollektionen herzustellen, da aber sein Hauptgeschäft auf der zum Teil beratungsintensiven Schmuckstücken und Serviceleistungen fußt, hat er in diesem Sektor keinerlei Einnahmen. Der Dresdner will die staatlichen Hilfen, also das Überbrückungsgeld drei, ab dem Monat Januar beantragen, seine bisherigen Fixkosten konnte er nur mit Hilfe eines Kredits abdecken.

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In der Krise steht die Handwerkskammer Dresden den Betrieben zur Seite. So auch Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski. Die Handwerkskammer Dresden bemüht sich in dieser Situation vor allem informierend für die Betriebe da zu sein. Insbesondere bei Unterstützungsmaßnahmen. Es gibt eine Hotline und eine Internetseite (www.hwk-dresden.de/corona) Aber auch die Berater stellen die Informationen bereit.

Andreas Brzezinski befürchtet außerdem Steuererhöhungen und die Milliardenhilfen der Bundesregierung wieder in Staatssäckle zu bekommen. Diese lehnt er kategorisch ab.

Bleibt zu hoffen, dass im März tatsächlich wieder Normalität einzieht, um so vielleicht doch noch eine große Insolvenzwelle zu verhindern.