„Coventry“ fährt bald durch Dresden

Eine der nagelneuen Straßenbahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe AG wird heute Nachmittag im Straßenbahnhof Trachenberge auf den Namen „Coventry“ getauft. Die Stadt Coventry ist die erste Partnerstadt Dresdens. Die Städetpartnerschaft Coventry-Dresden feiert 50-jähriges Jubiläum.

Dabei fällt dem Oberbürgermeister der britischen Partnerstadt Coventry Andy Matchet die ehrenvolle Aufgabe zu, den Schriftzug und das Wappen seiner Stadt am Kopfteil des Fahrzeugs zu enthüllen. Bischof Dr. Christopher Cocksworth aus Coventry, der Dresdner Baubürgermeister Jörn Marx und  DVB-Vorstand Hans-Jürgen Credé wohnen dem feierlichen Akt bei.

Als Dankeschön darf sich der Taufpate selbst an das Steuer „seiner“ Straßenbahn setzen und unter Anleitung eines Fahrlehrers eine Probefahrt machen. Obwohl es mittlerweile eine schöne Tradition ist, neu ausgelieferten Stadtbahnwagen einen Namen zu geben, stellt diese Taufe etwas ganz Besonderes dar.

Nicht nur, weil Coventry seit 1959 die erste Dresdner Partnerstadt ist. Sondern auch, weil beide Städte während des Zweiten Weltkrieges vergleichbar schwer gelitten haben.

„Die Straßenbahn mit dem Namen der britischen Partnerstadt soll den Dresdnern und ihren Gästen stets die längst erfolgte Versöhnung sowie die freundschaftliche Verbundenheit zwischen unseren Städten signalisieren und zugleich Mahnung sein, dass Konflikte niemals durch Zerstörung und Gewalt gelöst werden können“, sagt DVB-Vorstand Hans-Jürgen Credè.

Anlässlich des 50. Jahrestages der Städtepartnerschaft weilt die britische Delegation für mehrere Tage in Dresden. Dafür wählte man ganz bewusst das geschichtsträchtige Datum, um an den Gedenkveranstaltungen am 13. und 14. Februar teilnehmen zu können. Vor nunmehr 64 Jahren wurde in diesen Nächten die Dresdner Innenstadt fast völlig zerstört. Ein ähnliches Schicksal ereilte Coventry bereits am 14. November 1940 und noch einmal am 8. April 1941.

Schon beim ersten Angriff wurde, ebenso wie später in Dresden, auch das meterspurige Straßenbahnnetz der britischen Metropole stark in Mitleidenschaft gezogen. Während man in Dresden unmittelbar nach Kriegsende mit dem Wiederaufbau der Gleise begann, führten die Schäden in Coventry zur endgültigen Stilllegung des Straßenbahnbetriebs. Obwohl es bereits Überlegungen für eine Renaissance des umweltfreundlichen Verkehrsmittels gab, hat Coventry bis heute keine neue Straßenbahnlinie. Vielleicht trägt die Namensgebung des Dresdner Straßenbahnwagens mit der Nummer 232 533 auf „Coventry“  dazu bei, diese Überlegungen wieder aufzunehmen.  
 
Nachdem bereits 32 Fahrzeuge auf die Namen sächsischer Städte und Gemeinden sowie des Freistaates Sachsen getauft wurden, erhielt die nunmehr neunte Straßenbahn den Namen einer Dresdner Partnerstadt. Die Fahrzeuge „Columbus/Ohio“ (USA), „Breslau-Wroclaw“ (Polen), „Ostrava“ (Tschechien), „Skopje“ (Mazedonien), „Prag“ (Tschechien), „Hamburg“, „Florenz“ (Italien) und „Rotterdam“ (Niederlande) sind bereits auf Dresdens Schienen unterwegs.

Für vier weitere Bahnen sind noch die Namen der verbleibenden Partnerstädte St. Petersburg (Russland), Brazzaville (Kongo), Strassburg (Frankreich) und Salzburg (Österreich) zu vergeben.

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Mehr dazu erfahren Sie in der Drehscheibe Dresden, stündlich ab 18 Uhr auf DRESDEN FERNSEHEN.