Crunchtime-Thriller zwischen NINERS und Merlins

Fast 2.000 Zuschauer sahen am Samstagabend in der Richard-Hartmann-Halle ein Basketballspiel, das wirklich alles bot – krachende Dunkings, furiose Dreier und höchste Spannung bis zur letzten Sekunde.

Nur der Ausgang war dann gar nicht nach dem Geschmack des Heimpublikums. Trotz großem Kampf musste sich die BV Chemnitz 99 in einer dramatischen Partie dem Tabellenzweiten Crailsheim Merlins hauchdünn mit 77:79 geschlagen geben. „Diese Niederlage tut weh, weil wir ganz nah dran waren. Am Ende machten wirklich Kleinigkeiten den Unterschied aus“, haderte BV-Coach Felix Schreier mit dem Schicksal, gewann der Vorstellung seines Teams aber auch Positives ab: „Auf dieser Leistung können wir aufbauen und zuversichtlich in die nächsten Partien gehen.“

Gegen Crailsheim liefen die NINERS einmalig in ganz besonderer weiß-grüner Spielkleidung auf. Jene Trikots und Shorts werden ab sofort bis zum 2. März auf www.unikero.de versteigert, wobei sämtliche Einnahmen dem Kinderheim Indira Gandhi sowie dem Elternverein krebskranker Kinder zugute kommen. Diese Aktion wollte auch das BV-Team mit einer tollen Leistung unterstützen und legte am Samstagabend gleich einen beeindruckenden Start hin. Allen voran Donald Lawson, der nicht nur die ersten vier Punkte für Chemnitz erzielte, sondern auch noch Crailsheims Überflieger Carlos Medlock mit einem konsequenten Block zeigte, wo der Hammer hängt. Zwar glichen die Gäste schnell aus, doch dann übernahm Brandon Robinson das Ruder und besorgte im Alleingang die zwischenzeitliche 11:6-Führung der NINERS. In der zweiten Hälfte des Startviertels kam dann aber ein kleiner Bruch ins Chemnitzer Spiel und so drehte Crailsheim dank starker Aktionen von Jonathan Moore sowie Philipp Friedel den Spielstand bis zur ersten Pause auf 18:21.

Gerade Friedel lief nun richtig heiß und jagte im zweiten Durchgang drei weitere Dreier durch die Reuse. Als dann auch noch der abgezockte Routinier Stevie Johnson und die beiden Überathleten Yorman Poalas sowie Frankie Sullivan ihre Trefferquote nach oben schraubten, zogen die Gäste bis auf 36:25 davon. Genau im richtigen Moment holten die NINERS aber wieder zum Gegenschlag aus. Guy Aud, Trevor Noack und Brandon Robinson verkürzten mit wichtigen Dreiern, Lawson per Dunk und letztlich Trevor Noack nach Traumzuspiel von Robinson mit der Pausensirene zum 40:41-Anschluss. „Nach der kurzen Schwächephase zu Beginn des zweiten Viertels waren wir jetzt wieder richtig im Spiel“, zeigte sich Felix Schreier beim Kabinengang durchaus zufrieden mit seinem Team.

Nach dem Seitenwechsel intensivierten beide Mannschaften noch einmal deutlich ihre Defensive, so dass Punkte zunächst Mangelware blieben. Schließlich sorgte aber Robinson per langem Zweier für den Startschuss zu einem 12:5-Zwischenspurt der NINERS, welcher ihnen Mitte des dritten Viertels eine 54:50-Führung bescherte. Allerdings ließ sich Crailsheim nie wirklich abschütteln und konnte im Zweifel immer auf seine beiden Stars, Stevie Johnson sowie Carlos Medlock, vertrauen. Letzterer war es auch, der mit einem frechen Fastbreak-Dreier dafür sorgte, dass die Merlins vor dem Schlussabschnitt wieder auf einen Zähler dran waren (59:58).

Dennoch schien das Momentum ein wenig auf Chemnitzer Seite zu sein. Gerade in der Verteidigung legten die NINERS jetzt nochmal eine Schippe drauf und gestatten den Gästen in den ersten fünf Minuten des letzten Viertels lediglich drei Punkte. Allerdings konnte man daraus nur begrenzt Kapital schlagen und so war der Spielausgang auch nach Eric Palms Dreier zum 66:61 weiter völlig offen. Wie schnell sich das Blatt im Basketball wenden kann, zeigten dann die nächsten Minuten. Angeführt von Yorman Polas und Andreas Kronhardt zauberten die Merlins einen 10:0-Lauf aufs Parkett. Doch die NINERS, bei denen jetzt vor allem Trevor Noack herausragte, kamen abermals zurück. Begünstigt durch das fünfte Foul von Polas, welches dieser gestenreich kommentierte und dafür noch ein technisches Foul kassierte, gingen die NINERS eine Minute vor Schluss mit 76:73 in Führung. Doch kurz darauf kassierte Guy Aud sein fünftes Foul, was auch zur Folge hatte, dass Schreier aufgrund der Deutschenregelung den starken Noack für Steven Monse vom Feld nehmen musste. Zu allem Übel unterlief Brandon Robinson Sekunden vor Schluss ein fataler Ballverlust, so dass Palm den anschließenden Crailsheimer Fastbreak per unsportlichem Foul stoppen musste. Trotzdem hätte sich Chemnitz noch in die Verlängerung retten können, aber nachdem Robinson seinen letzten Freiwurf absichtlich verwarf, kam kein BV-Akteur mehr zum rettenden Tip-In. „Heute hätten beide Teams den Sieg verdient, aber Crailsheim war am Ende etwas glücklicher. Wir müssen nun versuchen, am kommenden Doppelspieltag die nächsten Punkte zu holen“, resümierte Schreier.

Pressemitteilung NINERS

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar