Crystal: Chemnitz steht auf Platz 1

Chemnitz – Laut der Studie des „European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction“ steht Chemnitz an der Spitze im europaweiten Vergleich von 60 Städten im Jahr 2017 der Liste „Methamphetamin-Rückstände im Abwasser“. 

„Die Zahlen sind im hohen Maß besorgniserregend“, kommentiert der Chemnitzer Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke, Fraktionsvorsitzender der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, dieses Ergebnis. Er fordert die weitere Förderung von Crystal-Suchthilfeprojekten durch die Staatsregierung.

Dazu äußert sich nun Christin Furtenbacher, Grünen-Stadträtin im Sozialausschuss, wie folgt: „Um diesem Ausmaß des Crystal-Konsums Rechnung zu tragen, müssen alle Säulen der Sucht- und Drogenpolitik gestärkt werden: Präventionsangebote, Strafverfolgung, Beratungs- und Behandlungsangebote, wie auch Maßnahmen zur Überlebenshilfe und Schadensreduzierung.“

Seit 2015 sind in Chemnitz drei neue Crystal-Suchthilfeprojekte entstanden:

*das Projekt PICKNICK und das Projekt „Plan B“ zur Unterstützung suchtbelasteter Familien (Diakonie – Stadtmission Chemnitz e.V.).

*das Jugendprojekt „Return to base“ als Anlaufpunkt für junge psychisch kranke Menschen mit Drogen- bzw. Suchterfahrung (VIP Chemnitz e.V.).

„Diese Angebote müssen durch das Sozialministerium auch im Doppelhaushalt 2019/20 weiter gefördert werden“, so Zschocke weiter.

„In Chemnitz haben im Jahr 2016 insgesamt 292 Personen wegen Crystal Hilfe bei einer Suchtberatung gesucht. Nötig ist eine bedarfsgerechte und dauerhafte Förderung einer leistungsfähigen und differenzierten Versorgungsstruktur der Suchtkrankenhilfe durch den Freistaat“, fordert Zschocke.

Die Studie „European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction“ erforscht die Drogenkonsumgewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner anhand der Abwasseranalysen. 2017 wurden dabei 60 europäische Städten berücksichtigt, erstmals auch die Stadt Chemnitz.

(Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)