Dachse machen sich lautstark bemerkbar

Unheimliche Rufe, heiseres Schreien oder lautes Zetern – wer dieser Tage in der Dämmerung entlang von Waldrändern spazieren geht, kann Zeuge des lauten Liebesspiels der Dachse werden.

Die Ranzzeit, die Paarungszeit der Dachse, ist auf dem Höhepunkt angekommen. Ranzschreie, die an klagendes Kindergeschrei erinnern, sind zurzeit keine Seltenheit. Darauf weist der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) hin.

„Zu Gesicht bekommt man den Dachs nur sehr selten, in der Ranzzeit dafür aber umso besser zu Gehör“, so DJV-Präsident Jochen Borchert über die nachtaktiven Waldbewohner. Dabei müsste sich der „Schmalzmann“, wie der Dachs auch genannt wird, nicht verstecken: Bis auf die in Deutschland sehr seltenen Wölfe und Luchse hat er keine natürlichen Feinde. Ob Großfamilie oder WG, Dachse sind sehr gesellige Tiere: Ihre Baue, bis zu 30 Meter lange unterirdische Röhrensysteme, beherbergen auf mehreren Etagen häufig mehrere Dachsfamilien. Zum Schutz der Privatsphäre allerdings in unterschiedlichen Kesseln – das sind die Wohnstuben der Dachse. Untermieter wie Fuchs, Iltis oder Kaninchen nutzen ebenfalls gern die Höhlensysteme, vornehmlich die oberen Etagen. In den 1950er und 1960er Jahren wurde dem Dachs die Nähe zum Fuchs fast zum Verhängnis: Tollwut und Maßnahmen zu deren Bekämpfung dezimierten auch die Dachspopulation erheblich. Heute hat sich die Population erholt.

Quelle: Deutscher Jadgschutz-Verband

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