Darum sollten wildlebende Wasservögel nicht gefüttert werden

Leipzig – Gerade jetzt im Winter haben viele Spaziergänger Mitleid mit Enten und Co. und füttern die Wasservögel. Das kann aber fatale Folgen für die Tiere und die Umwelt haben.

Zugegeben, es ist verlockend bei einem Spaziergang am Kulkwitzer See die dort schwimmenden Wasservögel zu füttern. Doch das ist in Leipzig seit einigen Jahren regelrecht verboten und zwar aus gutem Grund. Denn das Füttern von Vögeln wie Enten, Schwänen oder Blessrallen ist ein Eingriff in das ökologische Gleichgewicht der Natur. Laut NABU Leipzig kann das zu einer Überpopulation führen und das wiederum zu einem Mangel an Nistplätzen. Und gerade Brot ist als Nahrung für die Tiere überhaupt nicht geeignet und macht sie krank. Außerdem belastet es die Gewässer teilweise erheblich. Durch die vermehrte Ausscheidung von Exkrementen und auch durch unverbrauchtes Futter leidet die Qualität des Wassers. Faulende Futterreste fördern die Entstehung gefährlicher Bakterien, durch die wiederum die Vögel erkranken oder sogar sterben können. Verhungern werden die Wasservögel selbst bei kalten Temperaturen oder zugefrorenem See nicht. Sie suchen sich dann einfach andere Futterstellen oder ziehen zu offenen Gewässern wie Flüssen oder der See weiter.

Anders sieht es bei den Singvögeln aus, die keine Zugvögel sind. Hier kann man, wenn der Winter besonders hart und kalt ist, im Garten oder auf dem Balkon durchaus eine Futterstelle mit Meisenknödel und Co. einrichten. Auch hier sollte man auf artgerechtes Futter achten. Laut NABU müsste eigentlich der Lebensraum der Vögel so gestaltet sein, dass sie in der Natur genug Futter finden. In der Stadt ist das aber zunehmend nicht mehr der Fall. Wer also der Vogelwelt und der Umwelt etwas Gutes tun will, sollte trockene Brötchen und Co. lieber in die Biotonne werfen, anstatt sie zu verfüttern. Und vielleicht stattdessen den einen oder anderen Strauch mit leckeren Beeren pflanzen.