Das deutsche Waffengesetz

Deutschland verfügt über das schärfste Waffengesetz in ganz Europa.

Trotzdem passieren solch schreckliche Ereignisse wie kürzlich in Winnenden.
Viele fragen sich deshalb, was steckt eigentlich hinter dem deutschen Waffengesetz.

Antworten darauf gibt es unter anderem im Landratsamt des Erzgebirgskreises.

Das Waffengesetz regelt den Umgang mit Waffen und Munition sowie den Erwerb, die Lagerung, den Handel und die Instandsetzung von Waffen. Dabei wird in Schuss- Hieb- und Stoßwaffen unterschieden. Insgesamt umfasst das deutsche Waffengesetz etwa 71 DIN A4 Seiten. Verantwortlich für dessen Einhaltung sind die Landratsämter. Der Abteilung Ordnung und Sicherheit steht im Erzgebirgskreis Christian Brendler vor. Er und seine Mitarbeiter entscheiden wer in den Besitz einer Waffe gelangen kann.

Interview Christian Brendler – Landratsamt Erzgebirgskreis

Dabei dürfen die Waffen durchaus zu Hause aufbewahrt werden, wenn man einen Vorgabenentsprechenden Waffenschrank nachweisen kann. Für dessen Nachweis reichen allerdings ein Foto und der Kaufbeleg. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, stellt die Behörde eine so genannte Waffenrechtliche Erlaubnis aus. Diese berechtigt zum Kauf der Waffen und ist wiederum in drei Kategorien unterteilt.

Interview Christian Brendler – Landratsamt Erzgebirgskreis

Nachdem Erwerb der Waffe muss man erneut beim Landratsamt vorsprechen. Erst dann erhält man eine Genehmigung für den Kauf von Munition. Im Waffengesetz ist weiterhin geregelt welche Anzahl von Schusswaffen eine Person besitzen darf.

Interview Christian Brendler – Landratsamt Erzgebirgskreis

Bedürfnis heißt in dem Fall, wenn ein Sportschütze belegen kann, dass er für die Ausübung seines Hobbys weitere Kurz- oder Langwaffen benötigt, kann er beim Amt eine Ausnahmegenehmigung erwirken. Waffensammler hingegen dürfen eine unbegrenzte Zahl besitzen. Allerdings müssen diese Waffen nachweislich unbrauchbar gemacht werden.

Eine Waffenrechtliche Erlaubnis, wie sie unter anderem Sportschützen und Jäger erhalten, berechtigt jedoch nicht dazu, die Waffe in der Öffentlichkeit zu tragen. Das muss ein Waffenschein beantragt werden.

Interview Christian Brendler – Landratsamt Erzgebirgskreis

Bedürfnis heißt in diesem Falle wieder. Sollte sich jemand bedroht fühlen, dann kann er zu seinem persönlichen Schutz einen Waffenschein beantragen. Derartige Anträge wären im Landratsamt des Erzgebirgskreises zur Genüge eingegangen, so Christian Brendler. Man habe sie jedoch alle abgewiesen.

Das Landratsamt entscheidet aber nicht nur, wer in den Besitz einer Waffe gelangen darf. Auch die Kontrolle über die Einhaltung des Waffengesetztes liegt bei der Behörde. Allerdings berechtigten die Paragrafen nicht zu Stichproben. Man kann aber mit Hilfe der Polizei durchaus Hinweisen nachgehen. Dazu gehört auch die Kontrolle über die exakt vorgeschriebene Lagerung der Waffen. Verstöße gegen das deutsche Waffengesetz können empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Interview Christian Brendler – Landratsamt Erzgebirgskreis

Selbst täuschend echt aussehende Waffen-Imitate dürfen nicht in der Öffentlichkeit getragen werden. Da unter das deutsche Waffengesetz nicht nur Schuss- sondern auch Hieb- und Stoßwaffen fallen. Zählen die Bestimmungen ebenso für Messer mit einer feststehenden Klinge, die über 12 Zentimeter lang ist. Ausnahmeregelungen gibt es allerdings auch hier. Wenn die Waffen zur Brauchtumspflege oder bei Festumzügen getragen werden, können beim Landratsamt entsprechende Genehmigungen eingeholt werden. Belesen kann man sich über das deutsche Waffengesetz im Internet auf der Seite des Bundesministeriums für Justiz. (www.bundesrecht.juris.de/waffg)

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