Das Handwerk wird weiblicher

Dresden - Die Handwerker in Ostsachsen haben weiterhin alle Hände voll zu tun. Einerseits verzeichnen die Betriebe hohe Umsätze, andererseits rückt der Fachkräftemangel immer mehr in den Vordergrund. Laut dem Präsident der Handwerkskammer Dresden Jörg Dittrich, muss darauf geachtet werden die Ausbildungsberufe weiter zu fördern.

Das Handwerk ist schon längst auch fest in Frauenhand, wie aktuelle Zahlen beweisen. Jedes fünfte Einzelunternehmen im Kammerbezirk Dresden wird von einer Frau geführt. Dennoch gibt es Nachholbedarf, besonders im Bürokratie-Dschungel. Laut dem Präsident der Handwerkskammer Dresden Jörg Dittrich müsse die Attraktivität der Selbstständigkeit verbessert werden. Dies könne nur erfolgen, indem die bürokratischen Lasten gesenkt werden und für die weiblichen Gründer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter einen Hut gebracht wird.

Daher hat die Handwerkskammer Dresden Meisterabsolventinnen der vergangenen zehn Jahre rund um das Thema "Frauen im Handwerk" befragt. Für knapp die Hälfte der Befragten kommt die Selbstständigkeit nicht in Frage, obwohl sie den Meister gemacht haben. Die Friseurmeisterin Ivonne Robel hat den Familienbetrieb in fünfter Generation übernommen und sieht die Defizite beim Thema Rentenpolitik und Mutterschutz.

Pauschale von bis zu 1.200 Euro für selbstständige Mütter

Weitere Gründe liegen unter anderen darin, dass viele Frauen sich in einem sicheren Angestelltenverhältnis befinden und sie das finanzielle Risiko fürchten. Außerdem wurde die Angst vor zu viel Bürokratie genannt. Der Präsident der Handwerkskammer hat daher klare Forderungen an die Bundesregierung. Er möchte eine Pauschale für selbstständige Handwerksmeisterinnen einführen, bei der Mütter ein Elterngeld in Höhe von 1.000 bis 1.200 Euro bekommen. Somit soll deutlich gemacht werden, dass weibliche Führungskräfte gut behandelt werden und nicht von der Politik fallen gelassen.

Die genaue Ausgestaltung liegt nun in den Händen der Politik. Wichtig ist nur, laut Jörg Dittrich, dass ein Umdenken stattfinden muss. Die Politik müsse auf ihre Agenda die Selbstständigen mit aufnehmen, besonders beim Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Handwerker-Gottesdienst in der Frauenkirche

Unter dem Motto „Werte schaffen. Werte leben.“ können Sie mit Handwerkern aus ganz Sachsen eindrucksvolle Stunden in der Landeshauptstadt genießen. Beim Handwerker-Gottesdienst 2019 in der Dresdner Frauenkirche sind alle herzlichst dazu eingeladen, die sich dem Handwerk verbunden fühlen, vorbei zu kommen. Nach dem morgendlichen Gottesdienst wird es sogar eine Besichtigung der Frauenkirchenkuppel geben. Weitere Infos finden Sie unter: www.hwk-dresden.de

Start ist 9:30 Uhr am 12.05.2019

© Sachsen-Fernsehen
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