Das ist die Nachbarschaft von heute

Dresden - „Unsere Nachbarn“ heißt die neue Veranstaltungsreihe die ab dieser Woche in der Dreikönigskirche startet. An drei Gesprächsabenden geht es ab Donnerstag um die Menschen, die uns im Alltag umgeben. 

Zu Gast sind Dresdner und Leipziger, die sich privat oder im Beruf für gute Nachbarschaft engagieren – und eine Berliner Forscherin, die die Auswirkung digitaler Plattformen und sozialer Medien daraufhin untersucht.

Donnerstag, 16. August, 19 Uhr, Klingelknopf oder App?

Unsere Nachbarn – da denken wir an Menschen, mit denen wir Tür an Tür wohnen, die uns Zucker oder Mehl borgen und auch mal ein Stündchen auf die Kinder aufpassen. Einfach klingeln! Ein Bild aus idyllischen Kindertagen? Heute ist es doch viel einfacher! Kontakte kommen schnell und bequem per Klick zustande, man braucht nur die richtige App – oder? Die Leiterin des Forschungsprojekts „Vernetzte Nachbarn“ Anna Becker aus Berlin (Bundesverband Wohnen und Stadtentwicklung) beschäftigt sich genau mit diesen Fragen. Sie untersucht mit ihrem Team, welche Auswirkungen digitale Plattformen wie zum Beispiel „nebenan.de“ und die sozialen Medien auf Nachbarschaftsprozesse haben. Ganz andere Schwerpunkte setzen dagegen Kerstin und Wolfgang Schilling, die in dem kleinen Dorf Rabutz bei Leipzig traditionelle Strukturen wiederbeleben wollen. Sie haben dafür eine Dorfgemeinschaft gegründet und berichten über ihre Erfahrungen. Nachbarschaft zwischen Tradition und Zukunft – wohin geht die Entwicklung?

Freitag, 17. August, 18 Uhr, Mein Lieblingsort

Zu Besuch im Café Dreikönig sind Jana Krötzsch und Thomas Schreiter, die sich beide für „analoge“ nachbarschaftliche Begegnung und sogar gemeinsame Kunst einsetzen. Jana Krötzsch ist Mitgründerin der „Ecke Nord“, einem kleinen Eckladen in der Neustadt, der an einen Tante-Emma-Laden erinnert. Er versteht sich als Treffpunkt um die Ecke, Café und sogar Kleinkunstbühne. Weil Begegnung den Betreibern wichtig ist, nennen sie ihren Laden auch gerne „Institut für gute Nachbarschaft“. Thomas Schreiter ist freischaffender Künstler und organisiert das Neustadt Art Festival. Ihm ist wichtig, Menschen in der Kunst- und Kultur zusammenzubringen und den Charme der Neustadt zu bewahren.

Samstag, 18. August, 18 Uhr, Fern und doch nah – Neue Nachbarn in Dresden

Dieser Gesprächsabend ist jenen Menschen gewidmet, die von weither kommen – und trotzdem unsere Nachbarn sind. Phillipp Falland von der Diakonie betreut das Wohnheim k9 auf der Dresdner Katharinenstraße und wird über das Leben der Geflüchteten berichten – wie es begann, wie es sich entwickelt hat und wo das k9 heute steht. Außerdem ist Claus Dethleff vom Verein „Laubegast ist bunt e.V.“ zu Gast, der über das Engagement der Laubegaster mit den Flüchtlingen im Stadtviertel spricht.

Sonntag, 19. August, 19 Uhr, Sonntagsfilm – Geschichten von nebenan

Auch beim Sonntagsfilm steht das nachbarschaftliche und menschliche Miteinander im Vordergrund – in acht Kurzfilmen aus aller Welt. Neben den Leisen und lauten Zwischentönen kommt dabei auch der skurrile Kurzfilm nicht zu kurz.