„Das ist nicht mehr meine CDU“

Bei der Zukunftskonferenz in Schkeuditz fielen harte Worte seitens der Christdemokraten.+++

Die CDU hat in Schkeuditz bei Leipzig zur Zukunftskonferenz geladen. Eigentlich sollte es dabei am Mittwochabend um die thematische Ausrichtung der Christdemokraten und um die Vorbereitung des Parteitages im Dezember gehen. Doch die Konferenz entwickelte sich zu einer heftig geführten Debatte um die Flüchtlingspolitik. Mit teilweise deutlichen Worten!

„Das ist nicht mehr meine CDU“, „das ist nicht mehr meine Kanzlerin“ …. derartige Töne waren keine Seltenheit im Schkeuditzer Globana Trade Center. Viele etwa 800 Delegierten aus ganz Mitteldeutschland machten Bundeskanzlerin Merkel für die anhaltenden Belastungen durch den Flüchtlingsstrom verantwortlich. Die meisten Kommunen seien mit dem Ansturm einfach hoffnungslos überfordert. Angela Merkel selbst blieb aber bei ihrer Linie, sie sprach von einer gemeinsamen Verantwortung der EU und erneuerte die bekannte Forderung nach schnellerer Bearbeitung der Asylanträge.

Doch diese Einsicht reichte vielen CDU-Mitgliedern nicht aus. Viele forderten eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen und mehr Kontrollen an inneren und äußeren Grenzen der EU. Und einige wurden dabei auch sehr deutlich.

Die Bundeskanzlerin ließ sich zwar auf die Diskussionen ein, konkrete Lösungen hatte Sie aber meist nicht parat. Nur bei der der Frage nach den Grenzkontrollen kam sie etwas auf ihre Mitglieder zu.

Am Ende blieben in Schkeuditz viele enttäuschte Gesichter. Auch der Leipziger CDU-Stadtrat Michael Weickert hatte sich von der Zukunftskonferenz mehr erhofft.

Und so wie Michael Weickert sahen es viele der Delegierten. Einige fragen sich sogar, ob die CDU denn überhaupt noch die richtige Partei für sie ist. Möglicherweise sinken demnächst ja sogar die Mitgliedszahlen.