DAS SCHMUTZIGE GESCHÄFT MIT DEM FUSSBALL – VON KOMMERZ UND KORRUPTION IM BALLSPORT

Fußball und ähnliche Triebballspiele gibt es schon seit hunderten von Jahren. Anfangs diente das „Spiel“ dem Militär und war Teil des Ausbildungsprogrammes und der Abhärtung gegen den Feind. Später war Fußball, wie er in ähnlicher Form heute gespielt wird, eine von mehreren Tätigkeiten an Universitäten und Hochschulen in England, die der „Leibesertüchtigung“ und der Förderung des Gemeinschaftsgefühls dienten. Nach und nach wurde aus dem Ballspiel dann eine Freizeitbeschäftigung, ähnlich wie aus allen anderen Sportarten auch.

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Heute dagegen ist Fußball nicht mehr nur ein Hobby oder eine einfache Sportart – Fußball ist vielmehr ein mediales und gesellschaftliches Phänomen geworden und gleichzeitig ein riesiger Wirtschaftszweig. Allerdings ist das Geschäft mit dem Fußball umstritten und steht immer wieder auch in der Kritik. Von dieser Kritik betroffen sind auch sächsische Vereine – insbesondere der RB Leipzig.

Spätestens seit dem Skandal um die Korruption in der FIFA ist klar: Im kommerzialisierten Profisport geht es alles andere als sauber zu. Aber wie genau hat sich der Sport verändert und wodurch? Wie läuft das Geschäft mit dem Fußball und was sind die drastischsten Probleme?

Der Profisport und die Kommerzialisierung

Der Verlust des ursprünglichen Sportgedankens

Ein Sportverein hatte früher den Zweck, sich körperlich zu betätigen, um gemeinsam mit anderen Menschen Sport zu treiben, vielleicht um Freunde zu finden und um sich in Gruppen und aktiv die Freizeit zu vertreiben. Wer gut spielte, konnte an Turnieren teilnehmen, auf denen um Medaillen, Urkunden, Pokale und Titel gespielt wurde.

Nach und nach professionalisierte sich das Fußballgeschäft und aus Amateuren, die mit dem Fußball anfangs nur ihr Gehalt ein wenig aufgebessert hatten, wurden echte Profis, die vom Spiel leben konnten und damit sogar gutes Geld verdienten. Inzwischen ist sogar die 3. Deutsche Liga eine Profiliga und Spieler, die es bis dorthin geschafft haben, können von einem guten Beruf sprechen. So ermittelte finanzen100.de, dass das jährliche Durchschnittsgehalt in der dritten Liga immer noch ganze 116.000 Euro beträgt. Dennoch gibt es einen Unterschied zwischen einem Profifußballer und beispielsweise einem erfolgreichen Banker mit ähnlichem Jahresgehalt: Während der Bankangestellte den Job bis zum Rentenalter ausführen kann, spielt ein Profifußballer in der Regel nur 10 bis 15 Jahre aktiv in der Profiliga. Danach steht er schlimmstenfalls ohne Ausbildung und Beruf da.

Vom Sport leben

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Doch die Kluft zwischen Topspielern der deutschen Bundesliga mit einem Jahresgehalt von rund 1,3 Millionen Euro, die meist auch nach der Karriere vom erwirtschafteten Vermögen leben können und den Drittligisten ist grundsätzlich nicht die größte Differenz im allgemeinen Sportgeschäft. Denn abgesehen vom Handball, der für viele deutsche Sportler ebenfalls zu einem guten Beruf geworden ist, haben es gerade hauptberufliche Individualsportler extrem schwer. Die meisten, die sich für den Sport als Beruf entscheiden, kommen nicht in den Genuss einer Ausbildung oder eines Studiums, weil das Training zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Auch ist das Einkommen nicht immer gesichert und monatlich gleichbleibend, weil sich häufig in wöchentlichen Wettkämpfen erst bewiesen werden muss. Und selbst wenn Sportler ein geregeltes Einkommen haben, beträgt dies häufig nicht mehr als 2.000 Euro brutto. Abzüglich alleine der Reisekosten zu Trainingslagern oder Turnieren bleibt für viele davon am Ende kaum noch etwas übrig. Sie sind somit auf Fördersysteme, Sponsoren, die Sporthilfe, nationale Sportverbände oder die Bundeswehr-Sportfördergruppe angewiesen. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe unterstützt immerhin 3800 deutsche Athleten (Stand 2009) und hilft ihnen, mit dem Sport ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Allerdings können somit nur maximal zehn Prozent der Berufssportler gut von ihrem einstmaligen Hobby leben.

Weiterhin bestimmt der Bekanntheitsgrad des Sports über die Preisgelder und das Einkommen. Fußball wird im Vergleich zu den anderen Sportarten in vollkommen unverhältnismäßiger Weise gefördert, während es die übrigen Sportler meist mehr als schwer haben. So erhält der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Millionenbeträge von der Fédération Internationale de Football Association (FIFA), während sogar der Deutsche Handball Bund (DHB) von der International Handball Federation (IHF) nur zweistellige Tausenderbeträge bekommt. Von gerechter Verteilung kann also bei Weitem keine Rede sein.

Das Unternehmen „Fußballverein“

Fußballvereine sind inzwischen zu regelrechten Unternehmen mit vielfältigen Einnahmequellen geworden. Diese sind, der Höhe der Einnahmen nach aufgelistet, folgende:

  1. Haupteinnahmequelle sind die Fernsehrechte. Anders als beispielsweise in Spanien, existiert in Deutschland eine Zentralvermarktung, mit der sichergestellt wird, dass jeder Verein einen recht hohen Betrag erhält. Mit der Zerstückelung und Ausstrahlung des Spieltages in der nächsten Saison werden die Einnahmen noch einmal erhöht.
  2. Ein weiterer Großteil der Einnahmen kommt über die Werbung auf den Trikots der Spieler hinzu. Erstmals 1973 zahlte Jägermeister der Eintracht Braunschweig 500.000 DM und durfte ihren Hirsch auf den Trikots des Vereins platzieren. Seitdem ist die Trikotwerbung für Vereine nicht mehr wegzudenken. Rund 114 Millionen Euro erhalten die Vereine der ersten Bundesliga jährlich für Trikotwerbung.
  3. Die Bundesliga führt europaweit bei den Zuschauerzahlen im Stadion. Die Stadionbesucher machen knapp 20 Prozent der Einnahmen von Vereinen aus. Darin enthalten sind neben den Eintrittspreisen auch Einnahmen für Snacks und Getränke im Stadion und auf dem Gelände, sowie beispielsweise die Vermietung von VIP-Logen. Immer mehr Gelder werden in den Ausbau und die Modernisierung von Stadien gesteckt. Bis auf zwei Vereinsstadien sind alle Bundesligastadien reine Fußballstadien.
  4. Beiträge von Vereinsmitgliedern; Einnahmen aus der Vermietung der Arenen beispielsweise für Konzerte und ähnliche Veranstaltungen; der Verkauf der Namensrechte der Stadien (z.B. Allianz Arena) & Co. stehen auf dem vierten Platz der Einnahmequellen.
  5. Die Ablösesummen für Fußballer wurden in den letzten Jahren immer höher – auch hier ist die Rede von Millionenbeträgen. Wie sich die Transfereinnahmen weiterhin entwickeln werden, bleibt abzuwarten
  6. Die letzte der entscheidenden Einnahmequellen bildet das Merchandising. Den Großteil dieser Einnahmen spülen die Verkäufe von Trikots herein, allerdings sind in Fanshops und diversen Geschäften inzwischen alle vorstellbaren Artikel mit dem Wappen des Vereins erhältlich: Von Tassen, über Mäppchen, Schreibtischunterlagen, Toastern und Hüten bis hin zu Möbeln, Reifenventilen, Uhren und Brotdosen.

Die Entdeckung des Sports als gesellschaftliches und mediales Ereignis

Wenn aus Berichten Unterhaltung wird

Dass der Fußball und die Vereine derartige Unternehmen geworden sind, haben sie unter anderem der Entdeckung des Ballsports als bedeutendes gesellschaftliches und damit medial vermarktbares Ereignis zu verdanken. Besonders als die Fernsehtechnik in den 60er und 70er Jahren auch für normale Privathaushalte erschwingbar wurde und die Menschen zu Hause vor den Geräten Fußballspiele verfolgen konnten, erlebte der Sport medialen Aufschwung. Ende der 80er Jahre erwarb der Privatsender RTL Plus dann erstmals die Bundesliga-Rechte, womit die Sportberichterstattung im Privatfernsehen begann. Fußball war von da an nicht mehr einfach nur ein Ballsport, sondern wurde zu einer teuren Ware. Diese zielte darauf ab, die Aufmerksamkeit eines Massenpublikums auf werbewirksame Weise zu generieren – und der Sport selbst veränderte sich: Das Zusammenspiel von Medien, Sportverbänden und der Werbung, das bis heute anhält und dem Fußball seine entscheidende Führungsrolle in der Sportbranche einbringt, war geboren.

Gleichzeitig ging mit dem Aufkommen der Sportsendungen in den Privatsendern eine Veränderung in der Berichterstattung einher. Wo vor allem die „Sportschau“ der ARD noch immer recht nüchtern und bieder daherkam, fuhr der Sender RTL Plus mit „Anpfiff – die Fußballshow“ ein ganz neues Format auf. Bei Berichten über Fußballspiele stand plötzlich vor allem die Unterhaltung des Fernsehpublikums im Vordergrund – RTL Plus begriff, dass durch die Verbindung aus Sport und Entertainment die Zuschauerzahlen deutlich gesteigert werden können.

Der Fußball und die mediale Übertragung

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So hatten bereits Großteile der Anpfiff-Shows nicht mehr viel mit dem eigenen Sport zu tun. Es wurden zahlreiche Interviews mit Spielern übertragen, als Studiogäste wurden aber auch branchenferne und illustre Gäste, wie etwa „Sexpertin“ Erika Berger eingeladen. Die Sender merkten, dass immer mehr Menschen von den Shows angetan waren und sich für das Drumherum genauso begeistern konnten, wie für die Fußballspiele selbst – die Kommerzialisierung des Fußballs war besiegelt.

Auch die Sportschau zog den Privatsendern nach und veränderte ihre Berichterstattung in den 90er Jahren. Nur so konnte das Format sich seine Relevanz und Reichweite bis heute erhalten. Aber was genau unterhielt die Zuschauer an der neuen Berichterstattung so sehr und womit wurde garantiert, dass der Sport als derart wichtig wahrgenommen und medial konsumiert werden musste?

Vor allem Privatsender begannen Anfang der 90er Jahre damit über Formel-1-Rennen, Boxkämpfe und eben auch die deutsche Bundesliga live zu berichten. Das Ziel war es, aus „normalen“ Sportveranstaltungen Mega-Events zu machen und die Ereignisse hochzustilisieren. Zahlende Werbeträger brauchten möglichst viel Publikumsaufmerksamkeit und diese musste auf allen Wegen erreicht werden. Nach und nach nahm somit das Drumherum um die Sportereignisse auch immer mehr Sendezeit ein, massenhaft Werbung für Sponsoren und andere Kunden wurde ausgestrahlt; die eigentlichen Sportwettkämpfe machten nur noch einen Bruchteil der Übertragungsdauer aus. In gewisser Weise war das Zeitalter der „Sportübertragung“ mit der extremen Medialisierung des Fußballs überholt und wurde abgelöst von der Ära der medialen „Sportproduktion“.

Vor- und Nachteile der Medialisierung

Die Medialisierung des Fußballs und des Sports insgesamt hat für viele Vereine und Sportarten im Allgemeinen einige wenige Vorteile. Dennoch überwiegen letztlich, hinsichtlich des ursprünglichen Sports und Sportgedankens, die Nachteile.

Beispiele für Vorteile:

  • Live-Übertragungen können die öffentliche Wahrnehmung eines Sports zum positiven verändern. Unbekanntere und weniger beliebte Sportarten, die von Sendern spektakulär inszeniert und entsprechend übertragen werden, können damit mitunter einen deutlich besseren Ruf erlangen und beliebter werden.
  • Durch lukrative TV-Verträge können Sportvereine und Institutionen hohe Summen an Mehreinnahmen generieren und damit ihre Sportler fördern.

Beispiele für Nachteile:

  • Fernsehsender und private Medien beschränken sich in der Regel auf massentaugliche Sportarten, deren Zuschauerzahlenerfolg bereits im Voraus garantiert ist. Die erwähnten „kleineren“ Sportarten bleiben eben meist doch auf der Strecke. Somit entsteht die beschriebene Kluft zwischen schlechtbezahlten und gutbezahlten Sportarten.
  • Somit findet eine ziellose Vermehrung von Sportaktivitäten und eine gleichzeitige starke Gefährdung traditioneller Sportarten statt, die keine mediale Repräsentation erhalten.
  • Weiterhin weist der Hochleistungssport ein wachsendes Legitimationsproblem auf, was in Zukunft kaum noch lösbar scheint.
  • Die Rolle des Ehrenamts im Sport, die das ursprüngliche ökonomische Fundament des Systems darstellte, wird immer mehr verdrängt.
  • Der Sport an sich mit all seinen verschiedenen Bereichen wird als Konsumgut zu einer unter vielen austauschbaren Wegwerfwaren.
  • Es entsteht eine zunehmende und problematischer werdende Diskrepanz zwischen den eigentlichen Motiven, aus denen Sport betrieben wurde und den Motiven und Werten, welche in den Medien propagiert werden.

Das Thema der Kommerzvereine

Gibt es Kommerzvereine?

Sogenannte Traditionsvereine sind Sportclubs die viel Wert auf Tradition und Kultur legen. Immer wieder wird zum Beispiel der SV Werder Bremen als Traditionsverein aufgeführt. Auch der FC Bayern München galt lange Zeit als Verein, der nach dem Motto „Tradition kann man nicht kaufen“ verfuhr. Der wohl dauerhaft erfolgreichste Verein Deutschlands kauft inzwischen allerdings jede Menge Spieler von überall her, die mit dem traditionellen Verein nicht mehr viel gemein haben. Kritisiert wird dabei vor allem auch, dass der Verein die Konkurrenz aufkauft, um diese zu schwächen. Immerhin finanzierte der FC Bayern sich jahrelang vollkommen selbst.

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Den Traditionsvereinen, zu denen also der FC Bayern im Grunde nicht mehr wirklich gezählt werden darf, stehen als anderes Extrem die Kommerzvereine gegenüber. Die ursprüngliche Wortbedeutung des Begriffes „Kommerz“ ist „Geschäftsleben“ und bis ins 20 Jahrhundert wurde das Wort auch als Synonym für Handel verwendet. Geht man von dieser Wortbedeutung aus, sind alle Profivereine des Fußballs Kommerzvereine, denn alle machen sie Millionengeschäfte und handeln unter anderem mit ihren Spielern.

Dennoch wird das Wort „Kommerzverein“ allgemein nicht für alle Vereine verwendet, sondern nur für jene, die enorm abhängig sind von einem starken und einflussreichen Geldgeber, der entweder im Hintergrund, mitunter aber auch im Vordergrund steht. Letzteres ist zum Beispiel bei der TSG Hoffenheim der Fall, einem ehemaligen „Dorfverein“ ohne große Erfolge, den SAP-Inhaber Dietmar Hopp zu einem Bundesligaverein aufbaute. Der Verein arbeitet letzten Endes mehr wie eine Firma und ist stark an kommerziellen Gewinnen und schnellem finanziellen Wachstum interessiert. Hopp löste eine Art Kontroverse in der Fußballbranche aus, weil er die sogenannte 50+1-Regel außer Kraft setzen wollte. Diese Vorschrift aus den Statuten der Deutschen Fußball-Ligen besagt, dass Privatinvestoren nicht mehr als 50 Prozent eines Vereines erwerben können.

Ebenfalls zu den Kommerzvereinen, die mehr als ein Viertel ihrer Anteile an einen Investor verkauft haben, zählen der VFL Wolfsburg (Volks Wagen) und der RB Leipzig (Red Bull). Bayer Leverkusen dagegen kann hier nicht mehr dazugerechnet werden. Der Club war und ist die einhundertprozentige Tochter des Pharmariesen Bayer, hat jedoch seit einigen Jahren wieder sämtliche Rechte bei sich selbst.

Der „RB Leipzig“ in der Kritik

Der drastischste unter den genannten Fällen ist der Leipziger Fußballverein „RB Leipzig“. Kaum ein anderer Bundesligist polarisierte in den vergangenen Monaten und Jahren so stark. Kommerz und Retorte werden dem Verein in abfälliger Weise an den Kopf geworfen – von Tradition sei keine Spur mehr vorhanden. Die Kritik ist zu verstehen, denn immerhin hat der Energydrink-Hersteller Red Bull, der dem sächsischen Verein sogar mehr oder minder seinen Namen überstülpte (Red Bull Leipzig war nach Richtlinien des DFB nicht möglich), als fußballfremder Gesellschafter den Verein erst 2009 vollkommen aus dem Nichts aus dem Boden gestampft und ihn bis 2016 in die Bundesliga geführt. Kommerzvereine, die sich derart progressiv im Profifußball positionieren, müssen natürlich mit massiver Kritik und Boykotten rechnen: Fans von Traditionsvereinen bekleben seit der Gründung des Vereines beispielsweise regelmäßig Red Bull-Kühlschränke und Automaten mit „Nein zu RB“-Stickern und versuchen damit in gewisser Weise sowohl dem Verein, als auch dem Getränkeverkauf zu schaden.

Die Gegenseite vertritt die Ansicht, der RB Leipzig sei ein branchenkollektives Missverständnis und die Spaltung in Traditions- und Kommerzvereine sei schlichtweg hirnrissig – vor allem hinsichtlich der bereits erwähnten Tatsache, dass heutzutage letztlich alle Vereine von einer Art Kommerzlogik gesteuert werden. Die sportlichen Konzepte des RB Leipzig und eine stringente Personalpolitik seien, wie am Erfolg des Vereins sichtbar wird, einfach moderner und effizienter, als die der anderen Vereine, die sich unter dem Deckmantel der „Tradition“ in eine selbstverschuldete, desolate Lage manövrieren.

Letzten Endes mag die Logik des RB Leipzig als anmaßend und unsportlich bezeichnet werden, als unsympathisch und gewissermaßen als respektlos – konsequent zu Ende gedacht ist sie dennoch.

Korruption, Betrug und Ausbeutung – der Skandal um FIFA & Co.

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Mit der zunehmenden Kommerzialisierung eines Sports wächst die Chance für Skandale, wie der um die FIFA. Diese sieht sich seit etwa dem Jahr 2010 Korruptionsvorwürfen ausgesetzt, die sich unter anderem auf die Vergabe von Sponsoring- und Vermarktungsrechten durch einzelne Funktionäre der FIFA, insbesondere auch im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, sowie die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar beziehen.

Bereits im Jahr 1998, als Sepp Blatter als Nachfolger von João Havelange zum Präsidenten der FIFA gewählt wurde, sah dieser sich den ersten Bestechungsvorwürfen ausgesetzt. Als schließlich die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 im Jahr 2010 vergeben wurden, erhärteten sich die Vorwürfe: Nach diversen Bekundungen eines Ausschussmitglieds der Sektion Südamerika, sollen im Vorfeld der Katar-Bewerbung Stimmen gekauft worden sein. Zwar wies die FIFA die Vorwürfe vehement zurück, diese konnten jedoch bislang nicht eingedämmt werden. Nachdem am 1. Juni 2014 die Sunday Times verlauten ließ, dass für die Austragung in Katar mehrere Millionen US-Dollar geflossen seien, erhärteten sich die Korruptionsvorwürfe nochmals. Am 27. Mai schließlich erfolgte aufgrund des Korruptionsverdachtes eine Hausdurchsuchung in der Züricher FIFA-Zentrale, sowie die Verhaftung von sieben FIFA-Funktionären.

Bereits vor dem wohl größten FIFA-Skandal der Fußballgeschichte gab es in den vorherigen Jahren zwei weitere Korruptionsfälle, die im Zusammenhang mit FIFA-Funktionären standen. So wurde der katarische Unternehmer und FIFA-Funktionär Mohamed Bin Hamman im Dezember des Jahres 2012 lebenslang von der FIFA gesperrt. Er habe versucht, für die Wahl zum FIFA-Präsidenten Stimmen zu kaufen.

Der bereits erwähnte ehemalige Präsident der FIFA João Havelange zählt, zusammen mit seinem Schwiegersohn, nach Schweizer Gerichtsakten außerdem zu den Hauptbegünstigten des Schmiergeldsystems rund um die Marketingfirma ISL. Nach Zahlungen in Höhe von fünf Millionen Franken wurde das Verfahren jedoch eingestellt.

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