Das Viertelfinale erreicht.

Was für ein spannendes und dramatisches Spiel, welches die 1.700 Zuschauer in der restlos ausverkauften Ernst-Grube Halle am Sonntagnachmittag sahen und in dem Mette Ommundsen 10 Sekunden vor Schluss zur „Matchwinner“ wurde.

Trotz der großen Personalprobleme über die ganze letzte Woche konnte HCL-Coach Heine Jensen bis auf die verletzten Maike Daniels und Lisa Wiren auf den vollen Kader zurückgreifen, auch wenn es bei der ein oder anderen von den Kräften her nur zu einem Kurzeinsatz reichte. Die Vorgaben an das Leipziger Team waren nach der Hinspiel-Niederlage am letzten Wochenende klar, galt es doch einen 4-Tore Rückstand aufzuholen und das Spiel mit 5 Toren Vorsprung zu gewinnen, um das Viertelfinale des EHF-Cup’s zu erreichen.

Die Stimmung in der Grube-Halle war bereits vor dem Anpfiff super und die HCL-Mädels begannen auch gleich mit 2 schnellen Treffern in Folge. Nach drei gespielten Minuten entschieden die Litauischen Unparteiischen zum ersten Mal auf Siebenmeter für den HCL, im weiteren Verlauf sollten die Leipzigerinnen ganze 13, der Gast aus Baia Mare 10 Strafwürfe zugesprochen bekommen.

Mette Ommundsen schnappte sich den Ball, scheiterte aber an der rumänischen Torfrau Cetateanu. Baia Mare gelangen nun ebenfalls zwei Treffer in Folge und das Spiel war nach 5 Minuten wieder ausgeglichen. Im weiteren Spielverlauf dominierten zunächst die Angriffsreihen beider Teams und Geiger brachte die Gäste mit Ihrem Tor in Minute 13 erstmals beim Stand von 6:7 in Führung. Bis zur 20.Minute (10:10) konnte sich allerdings keines der beiden Teams absetzen, doch nun folgte ein Doppelschlag der Gäste zum 10:12 und der HCL lag nun bei noch zu spielenden 40 Minuten mit insgesamt 6 Treffern hinten.

Doch die Jensen-Sieben zeigte eine tolle Moral und drehte den Rückstand bis zur Pausen-Sirene noch in eine 18:16 Führung. Von den achtzehn Leipziger Treffern steuerte allein Mette Ommundsen mit einer Weltklasse Leistung ganze elf Tore bei, war zudem an fast jedem Leipziger Angriff beteiligt und dazu der Dreh- und Angelpunkt im HCL-Spiel.

Nach dem Seitenwechsel baute der HCL die Führung per Doppelschlag von Kudlacz und Ommundsen (20:17 / 33.) zunächst weiter aus und auch Susann Müller, die nun für die Messestädterinnen in Halbzeit zwei auf dem Parkett stand, fügte sich sofort mit einem Treffer in das Team ein. Nach 36 gespielten Minuten hatte der HCL den Hinspiel-Rückstand von 4 Toren beim Stand von 23:19 egalisiert, doch wer nun dachte, Baia Mare würde sich nun seinem Schicksal ergeben, sah sich getäuscht. Zwar gelang dem HCL in Minute 41 durch einen Kudlacz-Treffer zum 24:19 erstmals eine 5-Tore Führung, die zum Weiterkommen reichen würde, doch die Rumäninnen kamen wieder zurück und ließen den HCL im weiteren Verlauf nie auf mehr als 5 Tore davonziehen und hielten das Spiel somit bis in die letzten Minuten offen.

Die Partie wogte nun hin und her und praktisch mit jedem Treffer wäre das jeweils erfolgreiche Team in der nächsten Runde. Beim Stand von 31:26 zwei Minuten vor dem Ende verwandelte die bei den Gästen mit 14 Toren überragende Melinda Geiger einen Strafwurf, auf der Gegenseite stand Ihr Susi Müller allerdings in nichts nach und konnte ebenfalls sicher vom Punkt verwandeln. Nun stand noch eine zu spielende Minute auf der Uhr und erneut gab es den Siebenmeterpfiff für die Gäste. Erneut trat Geiger gegen Schülke an und wieder blieb die Rumänin Sieger, was zudem ein Ausscheiden des HCL bedeutet hätte. Nun hielt es niemanden der 1.700 Zuschauer mehr auf den Sitzen denn allen in der Halle war klar, das dieser nun folgende Angriff der Leipzigerinnen wohl der letzte und entscheidende des Spiels sein würde.
Ganz abgeklärt trug Leipzig diesen Angriff gegen die nun aggressive rumänische Deckung vor, der Ball kam zu Kudlacz am Kreis, welche dann im Kreis gefoult wurde. Natürlich blieb das den Litauischen Schiedsrichtern auch nicht verborgen und folgerichtig zeigten sie auf den Punkt. Natürlich war es Mette Ommundsen vorbehalten, diesen Siebenmeter zu werfen, nachdem sie zuvor bereits in 8 von 10 Versuchen den Ball im Tor unterbringen konnte. Und erneut verwandelte sie ganz souverän. Was nun folgte, war grenzenloser Jubel bei der Mannschaft und den Anhängern des HCL, in dem sogar die Schluss-Sirene unterging.

Einziger Wermutstropfen in diesem Herzschlagfinale war die Rote Karte für Renate Urne, die nach dem Siebenmeter-Treffer von Ommundsen einen schnellen Anwurf der Gäste verhinderte und nun wohl im Hinspiel des Viertelfinales, welches am Dienstag in Wien ausgelost wird, aufgrund einer Sperre zum zuschauen verdammt sein wird.

Mögliche Gegner des HCL im Viertelfinale:
Randers HK (DEN)
Byasen Trondheim (NOR)
CS Rulmentul Brasov (ROU)
Kuban Krasnodar (RUS)
SD Itxako Estella (ESP)
Issy les Moulineaux HF (FRA)
Dinamo Volgograd (RUS)