Das Weihnachtsmarkt-Resümee: Große Zufriedenheit, Top-Noten und der City-Tunnel-Effekt

Alle Facetten, die zu einem gelungenen Besuch beitrugen, wurden mit Gesamtnoten von 1,5 – 1,7 bewertet. Die einheimischen Gäste (51 Prozent) kamen mit Tram oder Bus zum Weihnachtsmarkt. Alle weiteren Infos auf leipzig-fernsehen.de +++

Eine erste Auswertung der vom Marktamt und dem Amt für Statistik und Wahlen durchgeführten Besucherbefragung ergibt ein erfreulich positives Bild:

Der Weihnachtsmarktbesuch – ein generationsübergreifendes und gemeinschaftliches Erlebnis

Der Leipziger Weihnachtsmarkt 2014 zog alle Altersgruppen und beide Geschlechter gleichermaßen an. Der Besuch ist ein Ritual, wird als gemeinschaftliches, geselliges Ereignis bewusst inszeniert.

89 Prozent der Besucher geben in der Befragung an, den Weihnachtsmarkt in Begleitung zu besuchen. Meist sind sie mit Familienangehörigen unterwegs, am häufigsten mit dem (Ehe-)Partner (46 Prozent). Fast jeder fünfte Weihnachtsmarktbesucher bringt ein oder mehrere Kinder bzw. Enkelkinder mit auf den Markt. Oftmals verabreden sich auch Freunde oder Bekannte (30 Prozent). In der Altersgruppe der unter 30-jährigen steht der Besuch mit Freunden und Bekannten mit 45 Prozent sogar an erster Stelle.

Die Hälfte der Befragten gibt als Wohnort einen Ort außerhalb von Leipzig an. Im Vergleich zu 2008 ist der Anteil auswärtiger Gäste somit gleich hoch geblieben.

Der Weihnachtsmarkt 2014 wird insgesamt mit „sehr gut“ bis „gut“ bewertet und erhält eine Durchschnittsnote von 1,5 (1 = sehr gut bis 5 = sehr schlecht). 2008 lag das Gesamturteil noch bei 1,8. Während damals nur 30 Prozent der Befragten die Höchstnote „1“ vergaben, sind es nun 48 Prozent. Weitere 50 Prozent bewerten den Weihnachtsmarkt 2014 mit einem „gut“.

Als besonders positiv fallen die Art und Gestaltung der Verkaufsstände auf – Note: 1,5. Auch der erweiterte und neu konzipierte Auftritt des Finnischen Dorfes wird generationsübergreifend positiv bewertet – Note: 1,6. Die Angebote für Kinder, z. B. der Märchenwald, die Wichtelwerkstatt, die Weihnachtsbäckerei oder die Fahrgeschäfte für Kinder erhalten ein „gut“ (1,9).

Interessant ist, dass die Leipziger etwas kritischer auf „ihren“ Weihnachtsmarkt schauen als auswärtige Besucher. 53 Prozent der auswärtigen Gäste geben dem Leipziger Weihnachtsmarkt die Note „1“ (2008: 33 Prozent). Von den Leipzigern vergeben 43 Prozent die Höchstnote (2008: 28 Prozent).

Besucher sind mit dem Marktgeschehen noch zufriedener als schon 2008

Überwiegend zufrieden äußern sich die Weihnachtsmarktbesucher zur Freundlichkeit und zum Service der Markthändler, zur Dauer des Weihnachtsmarktes, zum Warenangebot, zu den Öffnungszeiten und zu Ordnung und Sauberkeit. Alle diese Facetten, die zu einem gelungenen Besuch beitragen, werden mit Gesamtnoten zwischen 1,5 und 1,7 bewertet. Auch die Baustellensituation in der Innenstadt wird mit einer Gesamtnote von 1,8 für „gut“ erachtet.

Erfreulich in diesem Jahr, dass die Besucher 2014 erstmals die Vorteile verbesserter Laufwege und breiterer Gänge genießen konnten. „Nach Fertigstellung des City-Tunnels konnten wir deutlich mehr Möglichkeiten auch im Interesse der Besucher-Sicherheit konsequent nutzen“, freut sich Marktamtsleiter Dr. Walter Ebert.

Kritischer wird dagegen das Preis-Leistungsverhältnis beurteilt. Das Gesamturteil liegt mit einer 2,4 aber noch im guten Bereich. Im Vergleich zu 2008 wird nun aber auch das Preis-Leistungsverhältnis etwas besser beurteilt (damals: 2,6). Auch alle weiteren genannten Aspekte werden durchweg etwas positiver als noch vor sechs Jahren beurteilt.

Die meisten Befragten (55 Prozent bzw. 64 Prozent) geben an, auf dem Weihnachtsmarkt weder etwas zu vermissen noch etwas als störend zu empfinden.

13 Prozent geben an, öffentliche Toiletten zu vermissen (2008: 18 Prozent). Trotz des in diesem Jahr erstmals wieder geöffneten WC im Eingang des City Tunnels besteht offensichtlich noch Bedarf für Bedürfnisse …

Zehn Prozent vermissen Weihnachtsmusik bzw. Weihnachtsstimmung (2008: 25 Prozent). Jeweils neun Prozent geben an, die Öffnungszeiten am Abend seien zu kurz (2008: 8 Prozent) und die Angebote seien zu teuer (2008: 12 Prozent) – Anmerkung des Marktamtes: Auf die Preisgestaltung der Händler hat das Marktamt keinen Einfluss – die Gebühren blieben zum Vorjahr unverändert).

Insgesamt äußern die Besucher somit deutlich weniger Kritik als noch 2008. Damals gaben nur 44 bzw. 45 Prozent an, nichts als störend zu empfinden und nichts zu vermissen. Das war mitunter auch der Baustellensituation geschuldet, die 2008 noch für Unmut sorgte.

Die meisten Besucher kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln – der City-Tunnel-Effekt

Die einheimischen Gäste kommen vorwiegend (51 Prozent) mit der Straßenbahn oder dem Bus zum Weihnachtsmarkt. An zweiter Stelle steht der PKW, 21 Prozent der Besucher aus dem Stadtgebiet fahren mit dem Auto zum Weihnachtsmarkt. Das sind sieben Prozent weniger als noch 2008. Auswärtige Besucher reisen erwartungsgemäß häufiger mit dem PKW an (50 Prozent); weitere 19 Prozent kommen mit der Eisenbahn und 17 Prozent mit der S-Bahn. Insgesamt reisen also 36 Prozent der auswärtigen Besucher über die „Schiene“ an. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2008 – ein deutlicher Effekt des City-Tunnels. Sechs Prozent der auswärtigen Gäste nutzen organisierte Busreisen von Reiseveranstaltern. Über 2.000 Reisebusse und viele DB-Sonderzüge wurden in diesem Jahr wieder gezählt.

Der motorisierte Individualverkehr verliert innerstädtisch eindeutig an Bedeutung. 1999 kamen noch 46 Prozent aller Weihnachtsmarktbesucher mit dem PKW, 2008 waren es 39 Prozent und 2014 schließlich 35 Prozent.

Die drei meistgenannten Gründe für den Besuch des Leipziger Weihnachtsmarktes 2014 sind:

•        „um etwas einzukaufen/etwas zu verzehren“ (47 Prozent),

•        „gehe jedes Jahr auf den Weihnachtsmarkt“ (45 Prozent) und

•        „möchte den Weihnachtsmarkt einfach mal anschauen“ (41 Prozent).

Der hohe Anteil an Besuchern, die angeben, jedes Jahr auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, verdeutlicht, dass der Weihnachtsmarktbesuch oftmals zu einer Art Ritual geworden ist. Bei den einheimischen Gästen ist dies mit 54 Prozent sogar der Besuchsgrund Nummer 1, von den Auswärtigen äußern dies 34 Prozent.

Im Vergleich zur Studie 2008 hat der Aspekt des Konsumierens nochmals an Bedeutung gewonnen. Damals gaben nur 40 Prozent an, den Weihnachtsmarkt zu besuchen, „um etwas einzukaufen/etwas zu verzehren“.

Insgesamt geben die Befragten bei ihrem Weihnachtsmarktbesuch durchschnittlich 42 Euro aus, ein Euro mehr als 2008. Die einheimischen Besucher greifen etwas weniger ins Portemonnaie. Sie geben insgesamt 37 Euro aus, auswärtige Besucher 50 Euro. Das meiste Geld wird für Speisen und Getränke gezahlt. Einheimische Gäste verzehren für 22 Euro, auswärtige für 30 Euro.

Die über zwei Millionen Besucher verspeisten (nach erster Hochrechnung) rund 300.000 Bratwürste, tranken etwa 250.000 Liter Heißgetränke aller Art und bescherten dem überaus zufriedenen Einzelhandel nicht nur an den beiden verkaufsoffenen Adventssonntagen Umsätze in Millionenhöhe. Die Modelleisenbahnausstellung besuchten über 10.000 Besucher, die Wichtelwerkstatt betreute rund 250 Kinder.

Die Planungen für 2015 haben bereits begonnen, Einzelstandorte werden geprüft, Händler- und Besucher-Resonanzen eingeholt, neue Ideen entwickelt. Denn nach dem Weihnachtsmarkt ist vor dem Weihnachtsmarkt … und der findet vom 24. November bis zum 22./23. Dezember 2015 statt. +++