Datensicherheit: Ein hohes Gut

Langsam dürfte es den meisten Usern klar geworden sein. Das Internet ist kostenlos nutzbar, doch zahlt jeder mit seinen Daten. Kaum eine Seite verzichtet auf Daten, einige fragen gefühlt sogar nach der Farbe deiner Socken. Die eigenen Daten sind somit eine Währung, die wohl teils weitaus mehr wert ist, als das Guthaben auf dem Bankkonto. Umso wichtiger wird es, mit den eigenen Daten behutsam umzugehen und sie noch mehr zu schützen. Immerhin würde auch niemand die Zugangsdaten zu seinem Konto offen liegenlassen. Aber wie lässt sich dieser Wert eigentlich wirklich schützen?

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Was bedeutet eigentlich Datensicherheit?

Man hört es immer wieder: Ich habe nichts zu verbergen, ich habe nichts Aufregendes, meine Daten sind unwichtig. Je nach Blickwinkel ist jeder einzelne dieser Aussprüche falsch. Letztendlich muss sich nur die Regierungsform ändern und aus legal wird illegal. Letztendlich kommt es jedoch auf besondere Daten an:

- Zugangsdaten – sie sollten schlichtweg nicht in die falschen Hände geraten. Mit Zugangsdaten können Spitzbuben unzählige Verbrechen begehen, dabei reicht übrigens schon der Zugang zu einem kleinen Onlineshop. Sobald dort Kundendaten im Konto hinterlegt sind, hat der Betrüger alles: Name, Adresse, Bank- oder Kreditkartendaten.

- Bankdaten – sie sind selbsterklärend. Gelangen Bankdaten in die falschen Hände, so kann der Schaden in die Tausende gehen. Das Problem hierbei ist auch, dass der Bankkunde dafür

verantwortlich ist, vertrauensvoll mit seinen Daten umzugehen. Werden sie abgefangen, kann es schwer werden, dies so zu erklären, dass die Bank den Schaden ersetzen muss.

- Arbeit – immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause oder nehmen Arbeit mit nach Hause. Nun kommen sensible Daten von Dritten mit ins Spiel, die keinesfalls die Firma verlassen dürfen.

- Smarte Technologien – sicher, kann ein Hacker eine Glühbirne kontrollieren, ist das ärgerlich, doch der Schaden hält sich in Grenzen. Anders sieht es mit smarten Sicherungssystemen oder Türschlössern aus. Werden die Daten zu diesen Geräten entwendet, hält der Hacker praktisch den Schlüssel in der Hand.

Generell ist es sinnvoll, mit seinen Daten hauszuhalten und achtsam umzugehen. Das gilt auch für die gewöhnliche Internetnutzung, denn immer noch geben viele Menschen problemlos Daten von sich preis, die sie auf der Straße niemals verraten würden.

VPN: Eine mögliche Basis für Datensicherheit?

Um wichtige Daten zu schützen, bietet sich die Nutzung eines VPN an. Vereinfacht erklärt ist das virtuelle Private Netzwerk nichts anderes als ein großes Bällebad, in dem sich viele Daten miteinander vermischen, ganz so, wie es auch die farbigen Bälle machen. Es gibt nur eine Öffnung nach draußen, durch die nun alle Bälle strömen. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, ob der Ball nun von Lisa oder von Joachim ist. Die Nutzung des VPN ist heute denkbar einfach, was auch den verschiedenen Varianten geschuldet ist:

- Router – hochwertige Router bieten bereits ein eigenes VPN, welches sich auf das gesamte Netzwerk des Routers bezieht. Der Nachteil: Verlässt ein Gerät das WLAN, so ist es nicht mehr geschützt.

- Securityprogramme – etliche Virenschutzsecuritys inkludieren bereits ein VPN, welches automatisiert eingeschaltet werden kann. Mit der entsprechenden Lizenz lässt sich das VPN nun auch auf mobilen Endgeräten nutzen. Der Vorteil: Das VPN ist immer mit dabei, doch müssen die Einstellungen beachtet werden.

- Internetbasiert – ganz einfach sind Onlinedienste, die ein VPN anbieten. Der Kunde erstellt einen Account und wählt sich in das VPN ein, bevor er surft. Diese Modelle sind ideal für unterwegs, allerdings muss der Nutzer natürlich daran denken, sich einzuwählen.

Ein VPN schützt nicht nur die Daten, es bietet auch die Chance, virtuell in andere Länder zu ziehen. Der User kann nämlich wählen, aus welchen Land er eine IP nutzt. Das ermöglicht mitunter Gamern, auch Spiele zu zocken, die hier noch nicht verfügbar sind.

Weitere Maßnahmen

Fakt ist: Der überwiegende Teil der Daten wird frei und bereitwillig preisgegeben. Das klingt übertrieben? Hand aufs Herz: Haben Sie sich die Cookie-Richtlinien dieser Seite durchgelesen, bevor Sie sie bestätigt haben? Und wie viele nutzen Addons, die Cookie-Richtlinien automatisch bestätigen, weil eben dieser Hinweis stört? Solche Datensammler sind jedoch selten das Problem, die Gefahren lauern woanders:

- Log-in via ... – es ist so einfach, sich via Facebook, Instagram oder auch Google einzuloggen. Doch auch hier werden Daten übertragen. Gefährlich wird es, wenn lustige, doch nicht sichere Spiele gezockt werden. Über den Log-in via Facebook kann der Spielebetreiber sich praktisch bei Facebook im Account des Spielers einloggen. Welche Daten dort gefunden werden, das kann nur jeder für sich beantworten.

- Gewinnspiele – sie sind wahre Datenkraken. E-Mail, Name, Anschrift, Geburtstag, oft sogar die Telefonnummer – all diese Angaben werden gefordert.

- Stellenanzeigen – eine echte Gefahr stellen heute leider Stellenanzeigen dar, denn Bewerber müssen oft Unmengen privater Daten, teils gar den Personalausweis, preisgeben.

Es kommt also viel auf das eigene Verhalten an. Es hilft, wie auch bei den Berechtigungen auf dem Smartphone, genau zu überlegen, warum jemand diese Angaben benötigen sollte. Eine Newsletteranmeldung zum Thema Autotuning fragt nebenbei ab, ob der Interessent Haustiere – wenn ja, welche und wie viele – hat? Diese Abfrage ist reiner Schwachsinn und zielt nur auf persönliche Daten ab.

Natürlich muss das jeweilige Endgerät auch gut geschützt werden. Eine Internetsecurity, Firewall und ein aktuelles Betriebssystem sind stets notwendig. Bei mobilen Geräten muss gezielt auf die Berechtigung einer App geachtet werden. Standortdaten sind heute fast üblich, doch empfiehlt es sich, diese auszustellen, wenn es in den Urlaub geht – vor allem, wenn auf Facebook der Urlaub mal erwähnt wurde. Selbst geschlossene Profile sind nur so sicher, wie die Personen, die das Profil einsehen können.

Dagobert der Daten

Vielleicht wäre es nicht schlecht, seine Daten als Währung zu betrachten und sie in einen virtuellen Geldspeicher einzuschließen und wie Dagobert Duck darüber zu wachen. Das heißt natürlich nicht, dass auf allen Daten gehockt werden muss, wie ein Geier. Eine Wetter- oder Warnapp bietet nur einen Nutzen, wenn auch der Ort berücksichtigt wird, an dem sich der User gerade befindet. Wichtige Informationen gehören allerdings nur in die Hand des Nutzers und der echten Empfängerseite, also sollten sie mit einem VPN gesichert übertragen werden.