DDR-Erinnerungen werden geschützt

Dresden - Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin hat am 24. November 2017 einstimmig beschlossen, das "Archiv der DDR-Opposition" in die Liste des national wertvollen Kulturguts aufzunehmen.

Die Länder vergeben den Status seit 1955, um für Deutschland besonders wichtige Güter zu schützen und sie für die Zukunft zu bewahren. 2016 novellierte der Gesetzgeber das Kulturgutschutzgesetz und definierte die Kriterien für die besondere Sicherung.

Ein Kulturgut ist in ein Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes einzutragen, wenn..

1. es besonders bedeutsam für das kulturelle Erbe Deutschlands, der Länder oder einer seiner historischen Regionen und damit identitätsstiftend für die Kultur Deutschlands ist und

2. seine Abwanderung einen wesentlichen Verlust für den deutschen Kulturbesitz bedeuten würde und deshalb sein Verbleib im Bundesgebiet im herausragenden kulturellen öffentlichen Interesse liegt." (KGSG §7)

© Robert-Havemann-Gesellschaft
© Robert-Havemann-Gesellschaft

Damit würdigte das Land Berlin das Archiv der DDR-Opposition, das eine der bedeutendsten Sammlungen zur Opposition und Bürgerbewegung in der DDR besitzt. Die Robert-Havemann-Gesellschaft ist Trägerin des Archivs, das sich auf über 700 laufende Meter Schriftgut und 35.0000 Fotos erstreckt. Nicht nur schriftliche Nach- und Vorlässe ehemaliger Bürgerrechtler befinden sich dort, auch viele Objekte und Filme zur Geschichte von Opposition, Widerstand und Transformationszeit prägen das Archiv. Die Robert-Havemann-Gesellschaft stellt sie Nutzern zur Verfügung, gestaltet Ausstellungen, Publikationen und beteiligt sich an der politischen Bildungsarbeit. Das "Archiv der DDR-Opposition" wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.