„Dem Fluss mehr Raum und Baum!“ – BUND Leipzig: „…Deiche könnten destabilisiert werden“

Der BUND äußert sich zur geplanten Entfernung von Bäumen auf Deichen im Stadtgebiet und Umland von Leipzig:

Die BUND-Regionalgruppe Leipzig sieht in der Ankündigung der Landestalsperrenverwaltung zur Fällung von Bäumen auf den Deichen einen reinen technisch ausgerichteten Hochwasserschutz, der sich in keiner Weise mit den natürlichen Retentionsflächen, die sich durch den Leipziger Auwald anbieten, auseinandersetzt.

„Es ist nicht klar, welche Art der Bäume an welcher Stelle gefällt werden sollen, denn Tiefwurzler stabilisieren die Deiche mit einer Fällung dieser Bäume könnten Deiche destabilisiert werden.“, erklärt Markus Kellermann von der BUND Regionalgruppe Leipzig.

Weitere wichtige Schutzfunktionen der Bäume sind: Wasserseitiger Deichschutz vor Eisgefahr, Strömungslenkung im Überflutungsbereich, schnellere Entwässerung von Deichen durch erhöhte Transpiration sowie Erosionsminderung.

Erst durch die starke Einengung der Flüsse wird Hochwasser zur Gefahr. Die ursprüngliche Ausbreitungsfläche von großen Flüssen beträgt meistens nur noch 10-20%. „Die natürlichen Retentionsflächen müssen unbedingt mit in die Betrachtung des Hochwasserschutz aufgenommen werden, nur dadurch verringern sich Fließgeschwindigkeit und Hochwasserstände.“, so Kellermann weiter. Natürliche Hochwasserschutzmaßnahmen sind aber auch die Vergrößerung der Rückhaltefläche durch Auenrenaturierung von landwirtschaftlich genutzten Flächen im Auebereich.

Es kann nicht sein, dass beispielsweise die Retentionsfläche, die der Auwald im NSG Burgaue darstellt, durch ertüchtigte Deiche mit einem entsprechenden Deichverteidigungsweg abgeschnitten wird, hier muss über Deichverlegung und Sicherung betroffener Einzelobjekte mit Ringdeichen nachgedacht werden. Es muss endlich über eine Deichrückverlegung an den Stellen nachgedacht werden an denen ein natürliches Potenzial durch die Retentionsflächen im Leipziger Auwald und auch an anderen Stelle vorhanden ist. Dadurch besteht keine Gefährdung durch die Bevölkerung.

Die BUND Regionalgruppe Leipzig fordert die Landestalsperrenverwaltung auf, die Umweltverbände zu beteiligen.

Außerdem setzt sich die Regionalgruppe des BUND dafür ein, dass an Stelle eines vorrangig einseitig technisch orientierten Hochwasserschutzes ein naturnaher, ökologisch sinnvoller Hochwasserschutz tritt.

Quelle: BUND Leipzig