Dem Nikolaus auf der Spur

Leipzig - Am Abend spielen Schuhe eine große Rolle. Diese werden über Nacht raus gestellt, damit sie mit Geschenken und Leckereien befüllt werden. So will es der Brauch des Nikolaustages.

Bei den meisten Leipzigern war es so üblich, dass sie am Morgen Süßigkeiten und Obst in Ihrem Stiefel wieder fanden. So viel zu den Gaben. Was aber genau am Nikolaustag gefeiert wird, ist den meisten schleierhaft. Laut Pfarrer Gregor Giele von der Propsteigemeinde St. Trinitatis handelt es sich bei dem Bärtigen Mann um den heiligen Nikolaus. Er war ein Bischof aus Myra und lebte im 4 Jahrhundert. Dieser half einer armen Familie indem er Geld durch ein Fenster in deren Haus warf. Dieses landete zufällig in den Socken der Töchter, wodurch sich der Brauch mit den Schuhen vor der Tür entwickelte. 

Mit der Reformation änderte sich die Tradition, vor allem für Protestanten. Die Verehrung von Heiligen wurde abgelehnt und die Bescherung am Nikolausabend gestrichen. Stattdessen sollte der „Heilige Christ“ bzw. das Christkind an Weihnachten Geschenke bringen. Heute gibt es am Nikolaustag zwar oft noch eine Kleinigkeit für Kinder, die große Bescherung bleibt aber aus. In den Augen der Kirche ist es trotzdem noch ein wichtiger Tag, da sich St. Nikolaus sehr gegen Hungers- und Persönliche Not stark gemacht hat und somit als Heiliger ausgezeichnet wurde. Nächstenliebe und Güte standen also für den Namensgeber des Nikolaustages im Vordergrund. Trotzdem: so ein paar Süßigkeiten für Kinder und Erwachsen bringen ihre Augen zum Leuchten und gehören seit Jahren einfach dazu.