Der Gastrobranche läuft das Personal weg

Dresden - Im Dresdner Gastgewerbe hat jeder neunte die Branche im Corona-Jahr verlassen. 

Sachsenweit haben 9.000 Hotel- und Gastro-Mitarbeiter ihren Job gewechselt. Allein in Dresden sind rund 1.800 Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte nicht mehr in ihren Berufen tätig. Ein Grund hierfür sind die bundesweiten langen Lockdowns, die bis in den Mai reichten.

Laut Thomas Lißner, dem Geschäftsführer der Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“ (NGG) fehlt jetzt in der Sommersaison das Personal, um die Gäste bewirten zu können. Er sieht das Hauptproblem in den Einkommenseinbußen durch die monatelange Kurzarbeit. Aber auch vor Corona gab es für das Gastgewerbe keine rosigen Arbeitsbedingungen und viele wanderten wegen besserer Löhne in andere Branchen ab. Lißner meint, die Unternehmen haben es über Jahre versäumt, die Arbeit attraktiver zu machen. Von nun an müsse man sich als Hotelbetreiber oder Wirt zu besseren Löhnen für seine Angestellten bekennen, um zu verhindern, dass der Branche das Personal weiter weg läuft.

Seit Ausbruch der Pandemie haben bundesweit 11 Prozent der Beschäftigten die Branche verlassen.