Der Hochsommer verabschiedet sich!

Am Montag wurde es noch mal richtig heiß. Spitzenreiter war Dresden. „Dort kletterte das Quecksilber auf rekordverdächtige 39,8 Grad und verfehlte die 40-Grad-Marke nur minimal.

Damit war es noch mal einen Tick wärmer als am Sonntag. Da lag der Höchstwert nur knapp über 39 Grad“ so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Damit erhält Dresden von wetter.net den Titel „Heißeste Stadt des Sommers 2012“.

Der Hochsommer sagt nun langsam aber sicher „Tschüss“. Heute erreichen die Temperaturen ein letztes Mal weit verbreitet 30 Grad und mehr – im Südwesten sind sogar Spitzenwerte bis 35 Grad möglich.

Die Hundstage (= heißeste Zeit des Jahres) nähern sich ihrem Ende und in elf Tagen beginnt mit dem 1. September für die Meteorologen schon der Herbst 2012.

In der vergangenen Nacht wurde die ganz große Hitze von heftigen Gewittern vertrieben. Stellenweise fielen innerhalb kurzer Zeit mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Dazu gab es wie gestern angekündigt Hagel und Sturmböen. Auch heute Nachmittag und am Abend drohen südlich des Mains sowie in Thüringen und Sachsen weitere teils heftige Schauer und Gewitter mit Unwettergefahr!

Zum Sommer 2012 ein paar Fragen an Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net (www.wetter.net):

1. Wie sieht die bisherige Gesamtbilanz für den Sommer 2012 aus?

Die sieht wohl etwas anders aus, als es die meisten Menschen in Erinnerung haben dürften. Der Sommer 2012 war bisher 0,7 Grad wärmer als im langjährigen Mittel, brachte bisher 90 Prozent des durchschnittlichen Regensolls und erfüllte das Sonnenscheinsoll bisher zu 90 Prozent. Als langjähriges Mittel gelten Dabei die Werte von 1961 bis 1990. Vergleicht man mit den langjährigen Werten der Jahre 1981 bis 2010, dann war der Sommer sogar um 0,2 Grad kälter. Insgesamt kann man aber festhalten: Das war so ein richtig typischer und durchschnittlicher mitteleuropäischer Sommer. Über weite Strecken war er wechselhaft. Immer wieder wechselten sich kühlere und warme bis heiße Phasen miteinander ab. Der heißeste Tag war der 20. August 2012. Er brachte in Dresden 39,8 Grad und lag damit nur 0,4 Grad unter dem Allzeit- Temperaturrekord aus 2003. Subjektiv kam der Sommer wie gesagt bei vielen Menschen eher zu schlecht an, er war es aber rein statistisch gar nicht. Bereits im April hatte wetter.net (www.wetter.net) in seinem Langfristtrend zwar einen wechselhaften Sommer, aber keinen „Plitsch-Platsch-Sommer“ wie 2011, angekündigt. Und verglichen mit dem letzten Jahr war der Sommer 2012 in der Tat ein geradezu goldenes Ereignis. Letztes Jahr wurde das Regensoll zu 135 (!) Prozent erfüllt, der Sommer war also deutlich nasser als dieses Jahr.

2. Gab es ungewöhnlich viele Unwetter oder war alles im Rahmen?

Durch das ständige hin und her zwischen kühler Luft aus Nordwesten und sehr schwüler Luft aus Südwesten haben sich immer wieder zum Teil heftige Unwetterlagen eingestellt. Dabei gab es Sachschäden in Millionenhöhe und auch etliche Tote und Verletzte. Die meisten Opfer starben durch Blitzschlag. Allein Ende Juni wurden um die 150.000 Blitze registriert. Das war diesen Sommer extrem viel!

3. Wie ist der Sommer in Bezug auf das Thema Klimawandel einzuordnen?

Nach dem Jahrhundertsommer 2003 wurde von den Klimaforschern ein düsteres Szenario gezeichnet: Die Sommer in Deutschland sollten zukünftig immer heißer und trockener werden. Auch wenn es in den letzten Tagen sehr heiß war, so sollte das nicht darüber hinweg täuschen, dass sich nichts von diesen Prognosen in den letzten Jahren bestätigt hat. Tendenziell sind die Sommer seit 2003 bezüglich der Regenmengen eher völlig normal bis zu nass ausgefallen. Es gab nach 2003 nie wieder einen ähnlich trockenen Sommer. Verglichen mit den letzten 30 Jahren (1981 bis 2010) war der diesjährige Sommer zudem sogar leicht zu kalt. Das war der letzte Sommer übrigens auch schon. Fazit: Bisher haben sich die Prognosen der Klimaforscher eher als trocken-heiße Luft entpuppt!

4. Wie sieht der Langfristtrend für den Herbst aus?

Statistische Untersuchungen von wetter.net (www.wetter.net) haben gezeigt, dass auf einen wechselhaften Sommer in 7 von 10 Fällen ein überdurchschnittlich sonniger und trockener Herbst folgt. Auch dieses Jahr geht der Langfristtrend von wetter.net daher von einem schönen Herbst aus, der für den wechselhaften Sommer entschädigt. Besonders freundlich wird es demnach zwischen Mitte September und Mitte Oktober werden. Der September wird insgesamt einige schöne Spätsommertage mit Werten um 25 Grad bringen.

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