Der Lebensqualität im Sommer auf der Spur

Dresden - Gorbitz ist Teil eines bundesweiten Forschungsprogramms. Steigende Hitzebelastung ist eine der folgenreichsten Umwelteinwirkungen für die Bewohner stark verdichteter Wohnquartiere. Hitzeperioden im Sommer können sowohl die Behaglichkeit und Leistungsfähigkeit des Menschen in Innenräumen von Gebäuden als auch die Aufenthaltsqualität im Freien erheblich mindern. In zwei Beispielquartieren in Dresden Gorbitz und Erfurt Oststadt erforscht "HeatResilientCity" Vorsorgemaßnahmen für Hitzeperioden in Wohnquartieren.

So laufen am Donnerstag in Gorbitz Befragungen über die Lebensqualität in ihrem Quartier während der Sommermonate. Auch Wünsche zur Gestaltung des Quartiers werden abgefragt. Der erste von insgesamt fünf Befragungsterminen findet auf der Höhenpromenade an der Straßenbahnhaltestelle Amalie-Dietrich-Platz statt.

Erste Kontakte zu den Bewohnern im Projektgebiet knüpften das Umweltamt und das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt (ISP) im Juni auf dem Westhangfest. Gemäß dem Festmotto „Gorbitz zauberhaft“ stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Projekt zur Sommerhitze mit Schattenzauberern, Hitzehexen und selbst gebastelten Sonnenhüten vor.

„Nicht nur die Kinder kamen dabei auf ihre Kosten. Auch die Erwachsenen konnten sich informieren und aktiv beteiligen. Auf einer Stadtteilkarte markierten sie die Plätze, an denen sie sich an Hitzetagen besonders gern oder ungern aufhalten. Interessant war für viele der Blick auf die Klimafunktionskarte des Quartiers. Die Karte zeigt Flächen, die durch Versiegelung und Bebauung überwärmt sind oder auch zur Kalt- und Frischluftproduktion dienen. Außerdem skizzierten die Gorbitzerinnen und Gorbitzer ‚ihr‘ grünes Umfeld und lieferten Anregungen. Vor allem wünschen sie sich mehr Bäume, beschattete Sitzgelegenheiten und Spielplätze“, erklärt Franziska Reinfried vom Umweltamt.

© Regine Ortlepp, Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

Die Befragung ist Teil des Projektes „HeatResilientCity“, zu Deutsch: Hitze-robuste Stadt. Mitte Mai wurden Temperatur- und Feuchtemessgeräte im Projektgebiet Gorbitz installiert. In und an Gebäuden sowie auf unterschiedlich gestalteten Freiflächen zeichnen sie während der Sommermonate bis ins Jahr 2020 kontinuierlich Lufttemperatur und -feuchte auf.Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.