Der November startet „heiß“

Der Herbst 2011 entschädigt uns derzeit für den wechselhaften Zick-Zack-Sommer.

Nachdem der September bereits mit einem satten Sonnenscheinüberschuss endete, zieht der Oktober nach: der Monat brachte Deutschland 35 Prozent mehr Sonnenschein als im langjährigen Mittel (1961 bis 1990) üblich und war damit einer der sonnigsten Oktobermonate seit Messbeginn der Sonnenscheindauer. Besonders sonnig war es in Ostdeutschland. In Leipzig wurde das Sonnenscheinsoll um rund 70 Prozent überschritten, auch in Berlin war es 50 Prozent sonniger als gewöhnlich.

Der Monat war außerdem um 0,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel und es gab 10 Prozent weniger Regen als üblich.

„WETTER.NET hatte diese Entwicklung bereits in seinem Herbsttrend von Anfang August frühzeitig veröffentlicht. Das Langfristmodell Prognostica Magna berechnete einen goldenen Herbst. Genau so kam es nun auch. Das zeigt einmal mehr, wie zuverlässig Jahreszeitentrends bereits heute sind“ erklärt Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterportal WETTER.NET.

Zum Monatswechsel wird es nun noch mal richtig „heiß“. Für einen Novemberstart werden ungewöhnlich hohe Werte erreicht. Zu verdanken haben wir das den beiden Hochs Ulla im Osten und Viola im Westen. Sie treiben die Temperaturen noch mal Richtung 20-Grad-Marke. Abgesehen von örtlichem Bodenfrost in Bayern, wird es in der kommenden Woche überwiegend frostfrei bleiben. Selten war es an Allerheiligen so warm wie es morgen sein wird!

Die Wetterentwicklung der kommenden Tage im Detail:

Dienstag (Allerheiligen): Mix aus Sonne und Wolken, im Westen später etwas Regen, sonst trocken bei 12 bis 20 Grad

Mittwoch: wechselnd bewölkt, stellenweise neblig und überwiegend trocken, 13 bis 18 Grad

Donnerstag: mal Sonne, mal Wolken und trocken bei 12 bis 18 Grad

Freitag: nach Nebelauflösung vielfach freundlich und trocken, 11 bis 18 Grad

Samstag: mal Sonne, mal Wolken, lokal kann es auch den ganzen Tag trüb bleiben, 11 bis 18 Grad

Sonntag: nach Nebelauflösung freundlich, sonst bleibt es trüb, 10 bis 16 Grad

Bei diesen frühlingshaften Aussichten stellt sich die Frage: Ist der Winter schon in Sicht?

„Ja, ist er! Ähnlich wie im letzten Jahr sammelt sich im hohen Norden in den nächsten Tagen viel Kaltluft an. Wie beigefügte Grafik zeigt, nähert sich die winterliche Luft nach neusten Berechnungen in den nächsten Tagen ganz langsam Osteuropa“ so Diplom-Meteorologe Jung.

Bis zum ersten Wintereinbruch in Deutschland wird es somit noch etwas dauern. Letztes Jahr war die Entwicklung ähnlich. Der November war zunächst ungewöhnlich warm, zum Monatsende brachen dann aber Eis und Schnee über Deutschland herein und läuteten den kältesten Dezember seit 40 Jahren ein!