Der Pflegebereich darf wieder ran – ver.di kritisiert

Sachsen- Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz, die der Freistaat Sachsen für besonders betroffene Bereiche wie den Pflegebereich zugelassen hat. 

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Der Freistaat Sachsen hat bereits am Samstag, aufgrund der rasanten Ausbreitung der Corona-Pandemie, Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz in besonders betroffenen Bereichen zugelassen. Das betrifft den Pflegebereich, Impfungen und Krematorien. Hier soll laut Landesdirektion in den Zweigen mehr gearbeitet werden. Diese Entscheidung kritisiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di aufs Schärfste.

Für ver.di Landesbezirksleiter Oliver Greie ist diese Ausnahmeregelung nicht nachvollziehbar. Die Beschäftigten in den Kranken- und Pflegeeinrichtungen würden am Anschlag arbeiten, personelle Engpässe könnten nicht mehr kompensiert werden, so Greie weiter. Vor diesem Hintergrund sei die Möglichkeit einer Arbeitszeiterhöhung einzuräumen, ein Skandal. Greie kritisiert in Anbetracht des Streiks in der vergangenen Woche weiter, dass die Verhandlungsführer auf der einen Seite alle ver.di Forderungen der aktuell laufenden Tarifrunde ablehnen. Auf der anderen Seite würden sie gerade vom medizinischen Personal immer mehr erwarten. Das passe nicht zusammen. Die Gewerkschaft sehe eher einen höheren Bedarf an Impfteams, um die Quote in Sachsen zu steigern, nicht aber eine höhere Arbeitszeit.