Der sächsische Arbeitsmarkt im Januar 2022

Sachsen - Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen stieg von Dezember 2021 auf Januar 2022 saisonbedingt um rund 7.200 auf knapp 119.500. Damit liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,6 Prozent. Im Vergleich zum Januar 2021 sind es rund 19.500 Frauen und Männer weniger, die arbeitslos gemeldet sind - ein Rückgang von 14 Prozent.  

Arbeitslosigkeit: 119.480 Arbeitslose in Sachsen

Insgesamt 119.480 Menschen in Sachsen waren im Januar arbeitslos gemeldet. Das sind 7.191 (plus 6,4 Prozent) mehr als im Dezember, aber 19.455 (minus 14 Prozent) weniger als im Januar 2021. Damit ist der für einen Januar geringste Anstieg der Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung zu verzeichnen. Im Januar wurden 35,9 Prozent aller Arbeitslosen (42.861) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 64,1 Prozent (76.619) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Somit sind im Vergleich zum Vormonat in den Arbeitsagenturen 5.586 mehr Personen arbeitslos gemeldet (plus 15 Prozent), im Vergleich zum Januar 2021 allerdings 15.254 Arbeitslose weniger (minus 26,2 Prozent). In den Jobcentern ist die Arbeitslosenzahl zum Vormonat um 1.605 (plus 2,1 Prozent) gestiegen, im Vergleich zum Vorjahresmonat aber um 4.201 gesunken (minus 5,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist von Dezember auf Januar um 0,3 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent gestiegen. 

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Kurzarbeit: 37.765 Menschen in 5.788 Betrieben

Nach wie vor stabilisiert die Kurzarbeit den sächsischen Arbeitsmarkt. Im Oktober waren 37.765 Personen in 5.788 Betrieben von Kurzarbeit betroffen und damit weniger als im September (6.356 Anträge für 38.543 Personen). Somit waren 2,3 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen von Kurzarbeit betroffen. Für den Zeitraum November bis Januar werden nochmals steigende Zahlen prognostiziert, da etwa 9.000 Betriebe für 88.000 Beschäftige Kurzarbeitergeld neu angezeigt haben - die meisten davon in der Gastronomie, der Beherbergung, den persönlichen Dienstleistungen und im Einzelhandel. 

Beschäftigung: 1.650.100 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte 

In Sachsen stieg die Zahl der versicherungspflichtigen Beschäftigten von Oktober auf November um 2.300 (plus 0,1 Prozent) und damit nach ersten Hochrechnungen auf rund 1,65 Millionen Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 12.000 (plus 0,7 Prozent). Den größten Zuwachs an Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten die Branchen Verkehr und Lagerei (2.600 / plus 2,7 Prozent), Verarbeitendes Gewerbe (2.300 / plus 0,7 Prozent), Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche, technische Dienstleistung (2.300 / plus 2,1 Prozent), Information und Kommunikation (2.100 / plus 4,5 Prozent). Zu den Verliererbranchen gehören: Erziehung und Unterricht (minus 900 / minus 1 Prozent) und das Baugewerbe (minus 1.100 / minus 1 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage: 43.160 freie Stellen

Im Januar haben sächsische Betriebe insgesamt 6.991 freie Stellen gemeldet - ein Minus von 301 Stellen im Vergleich zum Dezember (minus 4,1 Prozent), aber 1.701 (plus 32,2 Prozent) mehr als im Januar 2021. Damit waren in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 43.160 freie Stellen gemeldet: 253 (plus 0,6 Prozent) mehr als im Dezember und 8.767 (plus 25,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Alle freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche - die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. 

Unterbeschäftigung: 152.157 Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder der Arbeitsvermittlung anderweitig nicht zur Verfügung stehen 

Rund 152.000 Personen in Sachsen waren Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbare Arbeitssuchende. Das waren 18.941 (minus 11,1 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Somit lag der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 78,5 Prozent. Das ergibt für Januar eine Unterbeschäftigungsquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen von 7,1 Prozent. 

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen