Der Schriftsteller Dostojewski und Dresden

Vor 190 Jahren wurde der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski geboren. Zu Dresden hatte er eine enge Verbindung, mehr unter www.dresden-fernsehen.de +++

Hier hat er zwei Jahre gelebt, seine erste Tochter wurde hier geboren und er seinen Roman „Dämonen“ an der Elbe verfasst. In St. Petersburg, wo der Schriftsteller viele seiner Werke verfasst hat, ist sein Geburtstag jedes Jahr ein Feiertag. Unser Russland-Korrespondent Andreas Rajchert hat sich dort auf die Spuren Dostojewskis begeben.

„Wo keine Liebe ist, da ist auch keine Vernunft“, schrieb der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski. Er hat in seinen Werken immer über die Liebe geschrieben. Nicht direkt, aber mit großem Stil und vielseitiger Bedeutung. Zu seinem 190. Geburtstag wurde ihm in St. Petersburg ein feierlicher Gottesdienst gewidmet.

Interview im Video mit Boris Tichomirow, Präsident Dostojewski Gesellschaft Russland:

Die kreative Periode Dostojewskis in Dresden beginnt 1867 mit dem Roman „Dämonen“, als er das erste Mal dort war. Ich rede nicht über die anderen Städte, wo er nur ein paar Tage als Tourist verbracht hat. Seine fast 4-jährige Reise durch Europa als frisch vermählter Ehemann mit Anna Grigorjewna, bedeutete nicht so viel wie sein Aufenthalt in Dresden.
Aber seine erster kurzer Besuch war in den Flitterwochen, da hatte er selbstverständlich keine Zeit für literarische Arbeit.

Obwohl Dostojewski in Moskau geboren wurde, hat er lange in St. Petersburg gelebt und hier viele seine berühmte Werke geschrieben. Die Stadt verehrt ihren weltbekannter Sohn, jedes Jahr wird der Dostojewski-Tag gefeiert. Hier zum Beispiel mit einer Parade der Darsteller seiner Werke.

Ausschnitt aus dem Theaterstück „Dämonen“ am Kleinen Drama-Theater St. Petersburg:

„Ich habe danach alles erfahren, aber Sie haben so gut gelogen!
Es war fast besser als die Wahrheit.
Ach so, darf ich Ihnen schon gratulieren?“

Interview im Video mit Lew Dodin, Intendant Kleines Drama-Theater St. Petersburg:

Als ich das erste Mal „Dämonen“ gelesen habe, dachte ich: „Wie kann ich das alles zeigen?“ Ich hatte viele Ideen, aber in der sowjetischen Zeit war die Inszenierung unrealistisch. Ende der 1980er Jahre ist es dann möglich geworden.
Aber es war ungeheuer schwierig, den Roman auf die Bühne zu bringen. 1988 haben wir mit der Arbeit angefangen und drei Jahren geprobt. Zuerst hat unsere Truppe den ganzen Roman auf der Bühne geübt, um ihn besser zu verstehen. Dadurch sollten die Schauspieler die Handlung selbst durchleben. Und 1991 war die Premiere.

Interview im Video mit Irina Bogoljubowa, Museums-Führerin:

Dostojewski ist für jede Zeit aktuell, weil er unsere alltäglichen Themen in seinen Werken gut beschrieben hat. Er wird überall gelesen: in Russland, in Deutschland. Der Hauptgrund: er hat seine Werke für die Menschen geschaffen.

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