Anzeige Der Vermittlungsgutschein – Arten, Antrag und Anspruch

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, umgangssprachlich AVGS soll Arbeitsuchende beim (Wieder-)Einstieg in die Arbeitswelt unterstützen. Hierfür können Personalvermittler in Aktion treten oder Sie können an einem Coaching oder Weiterbildungen teilnehmen. Seit dem 01.04.2012 gibt es den AVGS anstelle eines Vermittlungsgutscheines, geregelt durch das Gesetzt zur Verbesserung der Eingliederungschancen für Arbeitslose.

Was versteht man unter dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein?

Durch den AVGS soll die Arbeitslosigkeit von Arbeitsuchenden reduziert werden und jene an geeignete Arbeitsstellen vermittelt werden. Mithilfe des Scheins wird ein Personalvermittler beauftragt, Arbeitsstellen herauszusuchen und etwas passenden für den Arbeitsuchenden zu finden. Hierbei macht es Sinn, nicht nur einen, sondern mehrere Arbeitsvermittler aufzusuchen. Er versucht, ein festes Beschäftigungsverhältnis zu finden, das mindestens 15 Wochenstunden umfasst und mindestens 3 Monate läuft. Wenn dies erfolgt ist, erhält der Personalvermittler eine Auszahlung, die er bei der Bundesagentur für Arbeit einlöst. Für den Arbeitsuchenden ist dieses Verfahren komplett kostenlos, der Vermittler darf von ihm auch keine Leistungen verlangen.

Der Vermittlungsgutschein bleibt in der Originalfassung beim Arbeitsuchenden und wird in Kopien an den Arbeitsvermittler übergeben. Nachdem eine Vermittlung erfolgt ist, übergibt er den Schein an die betreffende Übermittlungsfirma. Die Firma erhält dadurch die Auszahlung der Arbeitsagentur.

Zusätzlich zur Arbeitsvermittlung kommen Coachings und Weiterbildungen, die Sie absolvieren können. Diese dauern im Normalfall zwischen 6 und 8 Wochen.

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Welche Arten des AVGS gibt es?

AVGS MAT: Durch ein professionelles Coaching wird beim AVGS MAT der Träger bei der Eingliederung unterstützt.

AVGS MAG: Beim AVGS MAG wird durch ein 6-8-wöchiges Training innerhalb einer Firma festgestellt, ob der Arbeitsuchende für die Beschäftigung geeignet ist. Der umgangssprachliche Begriff hierfür ist „Probearbeit“.

AVGS MPAV: Der AVGS MPAV beinhaltet die private Arbeitsvermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Nach erfolgreicher Vermittlung wird diese vergütet.

Was kann mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein gemacht werden?

Zum einen kann man natürlich die Vermittlung durch einen Personalvermittler beantragen. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit an einem AVGS-Coaching oder Weiterbildungen teilzunehmen. Bei dem AVGS-Coaching geht es um das Erlernen der individuellen Bewerbungsstrategie, was heißt, dass man mit einem Coach seine Ziele definiert und lernt, wie man diese erreichen kann. Des Weiteren optimiert man gemeinsam mit dem Coach die Bewerbungsunterlagen und bereitet sich auf kommende Vorstellungsgespräche vor. Der Coach steht Ihnen als Rückenstärkung zur Seite und unterstützt Sie mit seinem Wissen und seinem Zuspruch bei den Herausforderungen.

Die Weiterbildungen beinhalten die Themen, die Sie für ihren Jobwechsel oder Wiedereinstieg brauchen. Dort können Sie sich neue Kenntnisse aneignen oder bisher Erlerntes vertiefen.

Wie und von wem kann ein AVGS beantragt werden?

Sie können den Vermittlungsgutschein beim zuständigen Leistungsträger, wie der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter oder dem Landkreis beantragen, sobald Sie bei jenem arbeitsuchend gemeldet sind. Hierzu gehören arbeitsuchend gemeldete, die keine Leistungen empfangen, Selbstständige, Wiedereinsteiger, Studenten und Auszubildende und Soldaten nach Beendigung des Wehrdienstes. Berufsrückkehrer, zum Beispiel nach der Elternzeit, Arbeitsuchende mit einem Ein-Euro-Job und arbeitslose Existenzgründer können ebenfalls einen AVGS beantragen.

Der AVGS kann ab dem Beginn der Jobsuche ausgestellt werden, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, eine Arbeitslosigkeit von mindestens 6 Wochen besteht und der Antragsteller noch nicht vermittelt wurde. Solange keine Veränderungen in Form von Arbeitsaufnahme, Wechsel zu Arbeitslosengeld 2 oder Beendigung der Arbeitssuche besteht, ist der AVGS im Normalfall bis zu 3 Monate gültig. Er kann aber auch regional und zeitlich eingegrenzt werden.

Wie oft kann man einen AVGS erhalten und wie hoch ist er angesetzt?

Den Aktivierung- und Vermittlungsgutschein können Sie beantragen, sobald Sie die bereits beschriebenen Bedingungen erfüllen. Das bedeutet, sobald Sie Arbeitslosengeld 1 beziehen und innerhalb der letzten drei Monate mindestens 6 Wochen arbeitslos waren, können Sie ihn jederzeit erhalten.

Arbeitsuchende, die Arbeitslosengeld 2 erhalten, haben keinen Rechtsanspruch auf den AVGS. Hier liegt die Entscheidung, ob Sie einen Schein erhalten bei der Agentur für Arbeit.

Die Höhe des Gutscheins beträgt seit 2013 2.000 Euro. Bei vorhandener Behinderung oder längerfristiger Arbeitslosigkeit kann dieser Betrag auf 2.500 Euro aufgestockt werden.

Welche gesetzlichen Vorschriften gibt es zum AVGS?

Laut §45 SGB III (Arbeitsförderung) Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung wird im Absatz 7 festgelegt, dass ein Anspruch auf den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein nach Absatz 4 Satz 3 Nummer 2 nach Erfüllung der Voraussetzungen besteht.

Seit wann gibt es den Vermittlungsgutschein?

Im Jahr 2002 wurde der Vermittlungsgutschein aufgrund verschiedener Arbeitsmarktreformen als Förderinstrument geschaffen. Mit seiner Hilfe haben tausende Menschen eine neue Beschäftigung gefunden. Nach 10 Jahren des sogenannten Vermittlungsgutscheines wurden einige Verbesserungen und allgemeine Änderungen vorgenommen und haben zum Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) geführt. Die Förderungen wurden ausgeweitet und zusätzlich gesetzlich festgelegt. Seitdem gelten die bereits genannten Bestimmungen und helfen Arbeitsuchenden an sozialversicherungspflichtige Firmen vermittelt zu werden.

Welche Vorteile hat der AVGS?

Wenn man bereits einige Zeit aus dem Arbeitsmarkt oder auch dem Bewerbungsverfahren raus ist, kann es schwierig sein dort wieder hereinzukommen. Aus diesem Grund macht es Sinn sich in Form von einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheins Hilfe zu holen. Durch das Coaching und die verbundene Unterstützung und Auffrischung des Wissens ist es einfacher, in das Verfahren reinzukommen und sich sicherer zu fühlen. Ebenfalls gibt es die seelische Unterstützung des Coachs.

Wie die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt, sind aktuell (September 2020) 2.847.000 Menschen arbeitslos:

2.847.000

Arbeitslosigkeit (6,2% Quote)

-108.000

Ggü. Vormonat

613.000

Ggü. Vorjahresmonat

-8.000

Ggü. Vormonat (saisonbereinigt)

Zwar ist die Zahl seit dem letzten Monat gesunken, jedoch deutlich höher, als das Jahr zuvor. Die Zahl der aktuell Arbeitslosen zeigt, dass es genügend Menschen gibt, die professionelle Hilfe gebrauchen könnten, um wieder in den Arbeitsmarkt zu finden.

Für den Arbeitsuchenden ist der AVGS komplett kostenlos und wenn er sich engagiert bringt es ihn zu einer langfristigen Beschäftigung und zurück in den Arbeitsmarkt.

Zusammenfassung

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ist für Arbeitsuchende und Wiedereinsteiger sinnvoll, um einerseits einen Ansprechpartner an der Seite zu haben, der nach passenden Jobs sucht und andererseits um sich umfassend auf die Bewerbung, die Gespräche und den Job vorzubereiten. Er ist für den Nutzer komplett kostenlos und steht gesetzlich Arbeitsuchenden zu, die in den vergangenen 3 Monaten mindestens 6 Wochen arbeitslos waren und Arbeitslosengeld 1 beziehen. Es gibt auch Weiterbildungsmöglichkeiten über den AVGS, mit denen man bereits vorhandenes Wissen vertiefen oder sich neues Wissen aneignen kann. Ziel des Personalvermittlers ist es, eine geeignete, feste und sozialversicherungspflichtige Arbeit für den Arbeitsuchenden zu finden. Nachdem dies erfolgt ist, wird er von der Agentur für Arbeit vergütet.