Der Wohnungsmarkt in Ostdeutschland: Preisanstiege in Dresden und Leipzig

Wer in Dresden oder Leipzig auf Wohnungssuche ist, muss mit steigenden Mietpreisen rechnen. Im Umland hingegen lässt es sich günstig wohnen. Ein Überblick über den Wohnungsmarkt in Ostdeutschland.

Die ostdeutschen Regionen zeichnen sich durch ein Spannungsfeld zwischen Wachstum und Rückgang aus. Nach dem Mauerfall zogen viele Menschen von Ostdeutschland in die alten Bundesländer. Die Folge des Bevölkerungsschwunds war Wohnungsleerstand. Heute ziehen ostdeutsche Großstädte wie Dresden und Leipzig mit ihren Universitäten und einem guten Jobangebot auf dem Arbeitsmarkt viele Neubürger an, weshalb dort die Mieten auch ansteigen.

Mittlerweile haben die Bevölkerungszahlen in Dresden und Leipzig das Vorwende-Niveau längst wieder erreicht und wachsen weiter. Da in ländlichen Gebieten kaum Zuzug besteht und die Bürger eher abwandern, bleiben die Mietpreise dort meist niedrig.

Einer Studie der Immowelt zufolge kletterten die Mietpreise in Dresden von 2018 auf 2019 um drei Prozent nach oben. Heute zahlen die Einwohner im Median 7,50 Euro pro Quadratmeter. Wer einen Blick in die gängigen Immobilienportale wirft, kann die Mietpreissteigerung in Dresden bestätigen.

Leipzig toppt diesen Anstieg sogar: Dort gingen die Mietpreise im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent in die Höhe. Dennoch lässt es sich dort etwas günstiger leben als in der Landeshauptstadt, da die Mieten mit 6,70 Euro pro Quadratmeter noch unter Dresdens Preisniveau liegen.

Auch im thüringischen Jena stiegen die Mieten im Vergleich zum Vorjahr an. Die Universitätsstadt erzielte eine Mietpreissteigerung von zwei Prozent gegenüber 2018. Heute kostet der Quadratmeter Wohnraum in Jena 9 Euro.

Besonders gravierend fielen die Preissteigerungen in Berlin aus: Zwischen 2017 und 2018 kletterten die Mietpreise um zehn Prozent nach oben. Auf das Jahr 2019 flachte die Preiskurve mit einer Drei-Prozent-Steigerung ab und erreichte 11,30 Euro pro Quadratmeter. Mittlerweile strahlen die Mietpreissteigerungen allerdings aufs Berliner Umland ab, wie folgende Beispiele aus Brandenburg verdeutlichen:

  • Landkreis Barnim: Mietpreissteigerung um neun Prozent auf 7,30 Euro pro Quadratmeter
  • Stadt Potsdam: Mietpreissteigerung um 13 Prozent auf 10,50 Euro pro Quadratmeter
  • Landkreis Havelland: Mietpreissteigerung um 15 Prozent auf 8,50 Euro pro Quadratmeter

Stagnierende Mietpreise nicht nur am Land

Die ländlichen Regionen Ostdeutschlands zeichnen sich durch stagnierende Mieten aus. Im Vogtlandkreis (Sachsen) liegen sie bei 4,50 Euro, im Landkreis Prignitz (Brandenburg) und im Erzgebirgskreis (Sachsen) bei fünf Euro. Neben den ländlichen Gebieten gibt es aber auch ein paar Städte, deren Mietpreise ebenfalls stagnierten beziehungsweise rückläufig sind.

Dazu zählen Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) und Cottbus (Brandenburg). Die Angebotspreise sanken in Rostock von 2018 auf 2019 um zehn Prozent und liegen nun bei 6,30 Euro pro Quadratmeter. In Cottbus gingen die Preise um drei Prozent auf 5,80 Euro zurück. Der Grund hierfür ist, dass die dort angebotenen Wohnungen oft älter sind und nicht saniert wurden. Zudem gibt es dort kaum hochpreisige Neubauprojekte.

Datengrundlage der Studie

Für diese Studie untersuchte Immowelt die Mietpreise in 76 Land- und Stadtkreisen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin. Als Datenbasis wurden alle Angebote für Wohnungen zwischen 40 und 120 Quadratmetern herangezogen, die auf immowelt.de inseriert waren und die vermehrt nachgefragt wurden. Bei den angegebenen Mietpreisen handelt es sich um den mittleren Wert (Median) der Nettokaltmieten bei Neuvermietung.