Derby-Drama bei Dresden Monarchs

Die Dresdner Footballer verlieren auch ihr zweites Heimspiel der GFL Saison 2011. +++

In einem bis zum Schluss spannenden und ausgeglichenen Match unterlagen die Sachsen am Ende Vizemeister Berlin Adler mit 10:14 (0:7/7:0/3:7/0:0).Es wird an diesem Samstagabend, bei dem einen oder anderen Kaltgetränk wieder viele Sätze mit „Hätte“, „Wenn“ und „Aber“ geben. Hätte Dresden im ersten Viertel nicht den Start verpasst. Was, wenn der starke Tory Cooper im dritten Viertel nicht so leicht durchmarschiert wäre. Aber hätte nicht wenigstens einer der beiden nicht gegebenen Touchdowns im vierten Viertel zählen müssen?

Man kann sich nach diesem Spiel über nicht genutzte Chancen und strittige Entscheidungen ärgern. Unterm Strich war das ein Derby, das diesen Namen wirklich verdiente. Zwei Teams auf Augenhöhe. Fast 2.000 Fans, darunter viele Berliner, die sich vor allem im spannenden, umstrittenen und umkämpften Schlussviertel laute Duelle mit dem Heimpublikum lieferte. Eine klasse Stimmung.Der Vizemeister erwischte den besseren Start. Schon im zweiten Drive klingelte es in der Monarchs Endzone. Tory Cooper schloss eine schöne, schnell und effektiv gespielte Serie der Adler mit einem Lauf über 9 Yard zum ersten Touchdown ab (PAT Justin Sterz). Dresden dagegen brauchte Zeit um ins Spiel zu finden. Die Defense hatte Probleme mit dem schnellen Adler Angriff. Die Offense kam ihrerseits nicht in Schwung. Erst eine Interception von Benjamin Pansy brachte Leben ins Heinz-Field. Die Monarchs Offense konnte das aber leider nicht in Punkte umsetzen. Erst Mitte des zweiten Viertels platze der Knoten. Zunächst setzte Dresdens Quarterback Tyler Graunke Jan Hilgenfeld mit einem langen Pass in Szene, dann durfte Larry Croom ein wenig laufen, bis es wieder Hilgenfeld war, der einen 19 Yard Pass in der hintersten, linken Ecke der Berliner Endzone fing. Touchdown Monarchs plus Extrapunkt von Holger Hempel – Ausgleich! Es hätte so weiter gehen können. Dresden war anderthalb Minuten vor der Pause schon wieder aussichtsreich in der Hälfte der Berliner. Doch diesmal warf Graunke einen Fehlpass, den Thomas Felgentreu für Berlin abfangen konnte. Glück für Dresden: auch Berlin konnte von diesem Turnover nicht profitieren. Justin Sterz verschoss sein zweites Fieldgoal und so ging man zur Pause in die Kabinen.

Halbzeit zwei hatte es dann in sich. Dresdens Offense zeigte einen ihrer schönsten und stärksten Drives. Graunke variierte schön, setzte sowohl Croom zu Fuß und seine Receiver, u.a. Sebastian Krech, schön ein. Immer wieder gab es präzise Pässe, die gerade so zu Firstdowns reichten. Und dann zündete Croom seinen Turbo. Von der eigenen 40 bis zur Berliner 10 Yard Linie lief er in einem unglaublichen Sprint. Ein Touchdown gab es danach leider nicht. Aber das Fieldgoal von Holger Hempel über 26 Yard langte auch zur 10:7 Führung. Doch Berlin wusste zu antworten – mit Unterstützung durch Dresden. Einmal Facemask, einmal Offside – Berlin stand schnell an der Mittellinie. Und dann zeigte auch Tory Cooper wie man als Runningback eine Defense narren und Lücken nutzen kann, die eigentlich nicht da sind. Der Lohn: nach einem langen Lauf die Goalline der Monarchs. Toduchdown Nummer Zwei für Berlin und damit die erneute Führung (PAT Sterz 10:14).Das das schon die Entscheidung war, konnte da noch keiner ahnen. Dresden bäumte sich auf, aber Berlin hielt immer stark dagegen. Vor allem die Adler Defense schaffte es über das gesamte Spiel vor allem druck auf die Monarchs – O-Line auszuüben. Immer wieder schafften die Verteidiger aus der Hauptstadt an der Linie ein gefährliches Übergewicht und nahmen so Dresdens Angriff die nötige Ruhe. Trotzdem spielte der Gastgeber spektakulär! Und vermeintlich mit Erfolg. Zunächst war es wieder Hilgenfeld, der einen Pass von Graunke in der Endzone fangen konnte. Doch die Schiedsrichter gaben den Ball aus. Wenig später war wieder Croom unterwegs – bis in die Endzone. Doch der Jubel blieb dem treuen Monarchs Anhang erneut im Halse stecken. Holding gegen Dresden. Kein Touchdown.Am Ende war es ein letzter und entscheidender Fehlpass von Graunke, der 28 Sekunden vor Schluss alle Hoffnungen zu Nichte machte. Schluss – Berlin gewann 10:14!

Mit den Schiedsrichtern zu hadern ist einfach und nach so vielen strittigen Entscheidungen sicher bei den Fans nachvollziehbar. Dennoch muss man anerkennen, dass der Vizemeister zwei Mal eiskalt seine Chancen nutzte und ansonsten einen kühlen Kopf behielt. Und Dresden? Dresden hat erneut gezeigt, was für ein Potential in diesem Team steckt. Es fehlt am Ende leider noch ein wenig Abgeklärtheit und Cleverness… und sicher auch mal Glück. Vielleicht kommt das in sieben Tagen, wenn die Monarchs zum viel gepriesenen Aufsteiger nach Gladbach fahren.

Quelle: Dresden Monrachs

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