Deutscher Hebammenverband besucht Sachsen auf Deutschlandtour

Dresden – Über 23.000 Hebammen arbeiten in Deutschland und unterstützen jeden Tag unzählige Familien rund um die Geburt. Doch seit Jahren verschlechtert sich ihre Arbeitssituation für den Berufsstand. Mit einer Deutschlandtour will der Deutsche Hebammenverband nun auf die Missstände aufmerksam machen.


Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV) macht zusammen mit allen 16 Landesverbänden mit einer Deutschlandtour auf die schwierige Situation von Hebammen aufmerksam. Damit verbunden ist ein Appell insbesondere an Bundestagskandidatinnen und -kandidaten, in der kommenden Legislaturperiode die Versorgung mit Hebammenhilfe sicherzustellen. Die Arbeitsbedingungen von Hebammen müssen verbessert werden. Die Ausbildung zur Hebamme soll zukünftig an die Hochschule kommen. Heute macht der Tourbus des DHV in Dresden Station auf dem Jorge-Gomondai-Platz, um über Hebammen und ihre politischen Forderungen zu informieren.
„Hebammen sind in Deutschland bei jeder Geburt dabei und ermöglichen einen guten Start ins Leben. Diese einzigartige Hilfe ist an vielen Orten in Gefahr. Wir Hebammen brauchen dringend Unterstützung“, so Martina Klenk, Präsidentin des DHV. Hebammen stehen aktuell deutschlandweit vor großen Herausforderungen: Die Arbeitsbedingungen in Kliniken verschlechtern sich. Zahlreiche Kreißsäle haben bereits geschlossen. Bei steigender Geburtenrate müssen Hebammen immer mehr Frauen gleichzeitig während der Geburt betreuen. Die Vergütung ist niedrig, während die Haftpflichtprämien weiterhin stark ansteigen. Viele Frauen und Familien finden mittlerweile keine Hebamme mehr, die sie begleitet. „Uns ist wichtig, in Sachsen die bundesweit niedrigste Kaiserschnittrate beizubehalten. Dies ist nur mit flächendeckender Hebammenversorgung in allen Bereichen möglich. In der Gesundheit von Mutter und Kind liegt die Zukunft der ganzen Gesellschaft“, meint Grit Kretschmar-Zimmer, 1. Vorsitzende des Sächsischen Hebammenverbandes.
Bei der Deutschlandtour des DHV besucht ein Tourbus 16 Städte in allen Bundesländern. Vom 24. August bis zum 16. September 2017 informieren Hebammen dabei über ihren Beruf an einem Infostand. Die Wahlprüfsteine des Hebammenverbands für die Bundestagswahl 2017 werden vorgestellt. Eine Diskussion mit Politikerinnen und Politikern über mögliche politische Lösungen für Hebammen findet im Anschluss statt.
© Sachsen Fernsehen
 

Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 19.000 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Hebammen in den Frühen Hilfen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.