Deutschland im Dauergrau – woran liegt’s?

Eigentlich könnten wir die Sonne ab sofort schon ausknipsen, denn sie hat ihre Arbeit für dieses Jahr schon erledigt: das langjährige Sonnenscheinsoll ist schon heute zu genau 100 Prozent erfüllt.

 „Alles was jetzt noch bis Jahresende an Sonnenstunden dazukommt ist sonnige Fleißarbeit“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Besonders sonnig war das Jahr bisher beispielsweise in Leipzig und Würzburg. Dort gab es sogar schon 17 Prozent mehr Sonnenstunden als sonst ein einem ganzen Jahr üblich sind. Es gibt in ganz Deutschland kaum eine Region die aktuell deutlich unter 100 Prozent des Sonnensolls liegt.

Schaut man sich allerdings die Wetterlage der letzten 10 bis 14 Tage an, so war diese Vorarbeit auch dringend nötig, denn Sonnenschein war zuletzt doch eher Mangelware und wird auch es in den kommenden sieben Tagen zunächst auch noch bleiben.

In einigen Regionen Deutschlands herrscht nun schon der elft Nebeltag in Folge – Sonnenschein ist dort Fehlanzeige!

Doch woran liegt das? Wetterexperte Jung erklärt es kurz im aktuellen Wettervideo: https://www.youtube.com/watch?v=olNONbp2YuE

„Ein Blick auf die aktuelle Großwetterlagenkarte von heute Mittag macht es deutlich: Über Deutschland ist wettertechnisch fast nichts los. Sämtliche Tiefs, die Luftbewegung bringen könnten, ziehen an uns vorbei. Von Osten macht sich noch etwas der hohe Luftdruck von Hoch Otto bemerkbar. Das alles zusammen sorgt für ruhiges Wetter. Das ist ideal, damit sich der Nebel bilden kann und noch idealer damit er sich vielerorts auch noch den ganzen Tag halten kann“ so der Wetterexperte.

Nur die Höhenlagen haben bei dieser Wetterlage oftmals noch das Glück aus der Nebelsuppe herauszuragen. Aber auch im Nordwesten hat man heute Chancen auf einige Sonnenstunden, denn dort kommt ein Tief recht nahe und bläst quasi Lücken in den Nebel.

So lange dieses Dümpelwetter andauert, wird sich die Nebelsituation nicht verbessern. Das ist zudem eine richtig gefährliche Mischung: zum einen trübt der Nebel den Autofahren die Sicht, zum anderen sorgt der Nebel in Verbindung mit frostigen Nachtwerten für gefährliche Reifglätte. Es besteht in den nächsten Tagen weiterhin eine erhöhte Unfallgefahr auf Deutschlands Straßen.

Zum Monatswechsel stehen die Zeichen weiter auf Wetterwende – eine Änderung der Großwetterlage steht scheinbar unmittelbar bevor. Aus Osten würde demnach kalte Luft nach Deutschland rutschen, damit verbunden wären auch die ersten kräftigeren Schneefälle der Saison. 

Offenbar wird es in Deutschland, dann auch am Tag leicht frostig werden…der Winter pirscht sich langsam heran!