Deutschland im Wetterchaos

Starkregen, Erdrutsche, vollgelaufene Keller – so zeigte sich das Wochenende vor allem in Süd- und Ostdeutschland.

„Regen? Wo?“ wird sich da so mancher Westdeutscher gefragt haben. Vor allem westlich des Rheins herrscht schon wieder eine ausgesprochene Trockenheit. In Trier fielen im ganzen Juli bisher nur 2 % der üblichen Regenmenge, in Düsseldorf sind es bisher 4 %, in Aachen gerade mal 8 %. Auch Frankfurt hinkt mit knappen 10% der für Juli üblichen Regenmenge noch deutlich hinterher.

Ebenfalls sehr trocken ist es bisher in Bremen. Dort fielen bisher 5 % der für den Monat Juli üblichen Regenmenge. Nicht weit entfernt, in Hamburg oder Hannover fielen dagegen schon 45 bis 40 % – große Unterschiede auf relativ kleinem Raum.

Richtig nass ist der Juli dagegen in Ostdeutschland. In Potsdam kam bisher schon 120 % des üblichen Regensolls vom Himmel, als 20 % mehr als im ganzen Juli üblich. Noch nasser sieht es in Leipzig aus. Dort sind bisher schon 180 % der üblichen Juli-Menge gefallen und damit fast schon das doppelte Monatssoll.

„Der Grund für diese großen Gegensätze ist der Zick-Zack-Sommer: heiß, Unwetter, kalt“ so Wetterexperte Dominik Jung vonWETTER.NET. Der Wetterdienst kündigte den unwetterträchtigen Zick-Zack-Sommer bereits im März an. Seit Juni geht es beim Wetter quasi rauf und runter: heute der heißeste Tag der Woche, morgen schon wieder Abkühlung mit Unwettern.

Bestes Beispiel ist der heutige Dienstag und morgige Mittwoch. „Heute scheint vielfach die Sonne und es wird mit bis zu 34 Grad hochsommerlich warm. Doch schon heute Abend wird aus dem Hui, ein großes Pfui. Dann drohen heftige Gewitter, sozusagen der vorläufige Höhepunkt der aktuellen Jojo-Wetterlage“ so Diplom-Meteorologe Jung.

Tief Meikel bringt ab Dienstagabend der Südwesthälfte Deutschlands starke Gewitter, die sich am Mittwoch weiter nach Osten ausbreiten. Besonders betroffen sind zunächst: Baden-Württemberg, Bayern, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen. Später erwischt es auch Teil von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Dort muss mit Starkregen, Hagel und Sturmböen gerechnet werden, auch Tornados sind möglich!

Nach Durchzug der Unwetter, ist es am Donnerstag deutlich kühler. Doch schon am Wochenende werden wieder 22 bis 28 Grad erwartet.

Der WETTER.NET- Trend bis Ende August:

Der Sommer 2011 bleibt nach Berechnungen von „Prognostica Magna“ (Langfristmodell von WETTER.NET) ein Sommer der Unwetter. Stabile Hochdrucklagen sind nicht in Sicht. Unterm Strich wird der Sommer 2011 zwar erneut wärmer als im langjährigen Mittel ausfallen, allerdings mit einem sehr unbeständigen Beigeschmack.

„Das wird nicht der letzte Sommer dieser Art sein. Studien von WETTER.NET haben ergeben, dass wir uns zukünftig auf zunehmend unwetterträchtige Sommermonate einstellen müssen. Die durch Unwetter verursachten Schäden werden in den kommenden Jahren besonders in den Sommermonaten ansteigen“ sagt Wetterexperte Jung.

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