DF-Theatertipp: „Baal“ feiert Premiere

Am Freitag findet um 19.30 Uhr die Premiere von Bertold Brechts Drama „Baal“ in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul statt. Karten sind noch an den Vorverkaufsstellen zu erhalten. +++

Der Großindustrielle und Verleger Mech versucht, Baal (Mario Grünewald), den unangepassten jungen Lyriker als Newcomer zu vermarkten. Er lädt ihn zu einem Dinner in die gehobene Gesellschaft ein, wo Baal laut und ungebremst seine Verse deklamiert. Die Vertragsangebote seines Mäzens reizen ihn weit weniger als dessen schöne Frau. Mit seiner Vitalität brüskiert er die Gesellschaft, die ihn salonfähig machen will, und wird von ihr verstoßen.
Baal hat Mechs Gattin zu seiner Geliebten gemacht, doch sein Interesse gilt inzwischen der blutjungen Freundin seines Adepten Johannes. Aber auch sie wird schon bald gegen Sophie, ein Mädchen von der Straße, ausgetauscht und nimmt sich daraufhin das Leben. Er verbringt mit Sophie den Frühling unter Bäumen und singt für Schnaps als Honorar seine Lieder in einem Nachtcafé. Doch sein Durst ist größer als sein Lohn und so macht er sich davon. Seiner schwangeren Geliebten überdrüssig, streicht er mit seinem Freund Eckart durch Felder und Dörfer. In seiner Gier nach Leben und seiner Angst vor Vereinnahmung seiner Talente bricht er immer weiter aus der Gesellschaft aus, lehnt jede Form der Zivilisierung ab. Aus Eifersucht ersticht er schließlich Eckart, den einzigen Menschen, der ihm jemals nahe gekommen ist. Baal stirbt unbemerkt und einsam.

 

„Das Stück BAAL mag denen, die nicht gelernt haben, dialektisch zu denken, allerhand Schwierigkeiten bereiten. Sie werden darin kaum etwas anderes als die Verherrlichung nackter Ichsucht erblicken. Jedoch setzt sich hier ein „Ich“ gegen die Zumutungen und Entmutigungen einer Welt, die nicht eine ausnutzbare, sondern nur eine ausbeutbare Produktivität anerkennt. Es ist nicht zu sagen, wie sich Baal zu einer Verwertung seiner Talente stellen würde. Er wehrt sich gegen ihre Verwurstung. … Er ist asozial, aber in einer asozialen Gesellschaft.“ Bertolt Brecht

 

I: Arne Retzlaff
A: Stefan Weil

René Geisler hat wegen der Erkrankung von Mario Grünwald diese Woche die Rolle des Baal übernommen.

 

Quelle: Landesbühnen Sachsen GmbH