Dicke Luft in Dresden – Bilanz der Luftqualität in Sachsen

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) hat eine erste Bilanz zur Luftqualität des Jahres 2011 in Sachsen gezogen. Die Bergstraße in Dresden bildet dabei das Schlusslicht im NO2-Vergleich. +++

An den verkehrsnahen Messstationen in den Ballungszentren von Dresden, Leipzig und Chemnitz war die NO2-Belastung auch im letzten Jahr wieder zu hoch. Der zulässige Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) als Maß für eine Dauerbelastung konnte in allen drei Städten nicht eingehalten werden. Der höchste Jahresmittelwert ist mit 50 µg/m³ an der Bergstraße in Dresden gemessen worden.

Für die Grüne Fraktion im Stadtrat ist dies „keine Überraschung, sondern nur die logische Konsequenz der mangelhaften Umsetzung des Luftreinhalteplans,“ so die grüne Stadträtin Andrea Schubert. „Das einzig wirksame Mittel, die Luftqualität in Dresden zu verbessern, ist und bleibt die Verkehrsvermeidung! Derzeit führt der ‚Dresdner Weg‘ mit Vollgas in die Umweltzone“, so Schubert abschließend.

Burkhard Vester, der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion erklart: „Die aktuellen Zahlen für Sachsen und insbesondere für Leipzig belegen sehr eindrucksvoll, dass eine Umweltzone überhaupt keine Probleme löst, sondern nur neue schafft, denn sie bestraft und belastet am Ende durch Fahrverbote Autofahrer, Anwohner und die kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region. Damit ist ein für alle Mal geklärt, dass eine Umweltzone für Dresden überhaupt nicht in Frage kommt, denn es ist jetzt erwiesen, dass sie keinerlei Verbesserung bringen würde.“

Akute Kurzzeitbelastungen, die durch eine Überschreitung des NO2-Stundengrenzwertes von 200 µg/m³ charakterisiert sind, spielen in Sachsen schon seit Jahren keine Rolle mehr.

Der Feinstaubgrenzwert ist 2011 in fünf Städten überschritten worden. Er beträgt 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und darf an maximal 35 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden.

Gegenüber 2010 stieg die Zahl der Einzelüberschreitungen des Tagesgrenzwertes im Durchschnitt um 5 Prozent. Der Jahresmittelwert von 40 µg/m³ wurde, wie in den Vorjahren auch, an allen sächsischen Stationen sicher eingehalten.

Geprägt wurde die Feinstaubbelastung 2011 hauptsächlich durch zwei lang anhaltende PM10-Episoden. In der Zeit vom 17. Februar bis zum 16. März und im November stiegen die PM10-Konzentrationen großräumig an, so dass es während dieser Zeiten zu einer Häufung von Überschreitungen der 50 µg/m³-Marke kam. Ursachen waren neben lang anhaltender Trockenheit ausgeprägte Inversionswetterlagen, die zu einem eingeschränkten Luftaustausch führten.

Der Sommer 2011 war durch wechselhaftes Wetter geprägt. Länger anhaltende Hochdruckwetterlagen mit Temperaturen über 30°C und intensiver Sonneneinstrah-lung gab es nicht. Das hat sich positiv auf die Ozonbelastung in Sachsen ausgewirkt. Akute Belastungen gab es 2011 nicht. Nur auf dem Fichtelberg und auf dem Schwar-tenberg wurde jeweils eine Stunde der Ozonschwellenwert von 180 µg/m³ überschritten.

Die Ozon-Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Vegetation wurden in Sachsen fast überall eingehalten. Eine Ausnahme bildeten die Messstatio-nen auf dem Erzgebirgskamm. Auch der Jahresmittelwert erhöhte sich auf dem Erz-gebirgskamm gegenüber dem Vorjahr geringfügig. An allen anderen Stationen in Sachsen sank er witterungsbedingt leicht ab.

Andere Luftschadstoffe, wie Benzol, Schwefeldioxid, Feinstaub PM2.5 waren auch 2011 unauffällig. Die Mess-werte lagen bei diesen Schadstoffen deutlich unterhalb von Grenz- und Zielwerten.

Quelle: Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Die Grünen, FDP

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