Die Dresdner Frauenkirche wird 10 Jahre alt

Vom 22. bis zum 31. Oktober feiert die Frauenkirche das zehnte Kirchweihfest und damit die erste Dekade Leben seit der Weihe 2005. Zehn Festtage bilden verdichtet das ab, was bereits fast 20 Millionen Besucher miterlebt haben. +++

 

„Eine Kirche voller Leben ist in das Herz Dresdens zurückgekehrt“, erklärt Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt. „Mit dem Motto „Kommt, und geht in Frieden“ sprechen wir eine Einladung zum gemeinsamen Feiern des Kirchweihjubiläums aus und stellen gleichzeitig die Friedensbotschaft der Frauenkirche in den Mittelpunkt“, ergänzt Amtskollege Holger Treutmann.

 10 Festtage für 10 Jahre Leben

 Rund um den Kirchweihsonntag am 25. Oktober finden u.a. Festgottesdienste, thematischen Orgelandachten und besondere Konzerte statt, zudem gibt es Angebote für Familien und junge Menschen. Den Bauleuten des Lebens der Kirche soll Dank gesagt werden und für Interessierte Gelegenheit zu besonderen Erkundungen bestehen.

 Das Eröffnungskonzert der Festtage am 22. Oktober gestalten die Klangkörper der Frauenkirche, die Robert Schumanns festliche »Missa sacra« aufführen. Kurt Biedenkopf, ehemaliger sächsischer Ministerpräsident, spricht am Abend des 23. Oktober über die Bedeutung der wieder errichteten Frauenkirche. Darin geht er auch auf deren Friedensbotschaft ein. Der Samstagvormittag des Kirchweihwochenendes gehört den Familien, die gemeinsam mit Kirchenclown Leo »unterm Himmelszelt der Innenkuppel« dem Kirchraum begegnen können. Das abendliche Festkonzert der Dresdner Musikfestspiele präsentiert mit Wolfgang Rihms Konzert für Violine, Violoncello und Orchester eine europäische Erstaufführung und spannt durch die Musiker des Orpheus Chamber Orchestra einen musikalischen Bogen von Dresden nach New York.

 Am Kirchweihsonntag wird am Morgen ein Festgottesdienst gefeiert, bei dem Landesbischof Dr. Carsten Rentzing erstmals in der Kanzel der Frauenkirche steht. In Analogie zum Weihetag 2005 predigt beim abendlichen ökumenischen Gottesdienst der Bischof von Coventry. Den ganzen Nachmittag über steht die Kirche bei Wort und Klang offen: Eingerahmt durch zwei Aufführungen der Bach-Kantate »Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren« am Anfang und am Ende gestalten Kirchenführer Impulse und ist die Kern-Orgel zu hören.

 In der nachfolgenden Woche durchzieht alle Orgelandachten eine Sonderthemenreihe zur Festdekade. Abends schließen sich Kirchenführungen zum Sonderthema »Wiederaufbau« an, die u.a. vom Baudirektor des Wiederaufbaus Dr. Eberhard Burger, dem leitenden Architekten Thomas Gottschlich und dem ersten Frauenkirchenpfarrer Stephan Fritz gestaltet werden. Außerdem steht die Orgel mehrfach im Mittelpunkt: Sie erklingt im Orgelzyklus-Konzert am 28. Oktober, ist eingeschlossen in einen Dresdner Orgelspaziergang am 30. Oktober und Gegenstand mehrerer Sonderführungen, die eigens aus Anlass des Kirchweihfestes angeboten werden. Ein weiteres Sonderführungsziel sind die Glockenstuben, die Besuchern sonst nicht zugänglich sind.

 Auch für junge Leute gibt es ein eigenes Angebot. Unter der Überschrift »Peace to go« nimmt es bei Musik, Spiel und internationalem Suppenbuffet am Abend des 30. Oktober das Motto der nächsten Peace Academy, die im Mai 2016 stattfinden wird, auf.

Den musikalischen Brückenschlag, der mit den beiden ersten Konzerten eröffnet wurde, vervollständigen die Konzerte am 29. und 31. Oktober. Dann ist einerseits der Moskauer Kathedralchor zu Gast und führt andererseits Ludwig Güttler unter der Überschrift »Luther2017 – 500 Jahre Reformation« u.a. Willi Vogls (*1961) »BIN FRIEDEN« auf. Mit dieser Uraufführung schließen die Festtage. Zuvor werden aber am Morgen des Reformationstages viele der 180 Erwachsenentäuflinge der vergangenen 10 Jahre einen Festgottesdienst mit Taufgedächtnis gefeiert haben.

Parallele Frauenkirchen-Festtage der Fördergesellschaft 

Ebenfalls im zeitlichen Umfeld des Weihejubiläums lädt die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche zu ihren Frauenkirchen-Festtagen ein. Vom 22. bis 25. Oktober kommen mehr als 200 Mitglieder zusammen. Am 24. Oktober findet im Haus der Kirche – Dreikönigskirche die 12. Ordentliche Mitgliederversammlung statt. Dr. Dankwart Guratzsch hält 14:30 Uhr einen öffentlichen Festvortrag zum Thema „Die Frauenkirche, die Bürgergesellschaft und das Unfassliche – 25 Jahre Wiederaufbau der Frauenkirche“. Traditionell erscheint zu den Frauenkirchen-Festtagen auch der neue Band des Jahrbuchs „Die Dresdner Frauenkirche“.

Das Jubiläumsjahr 2015

 Die Dresdner Frauenkirche war am 30. Oktober 2005 nach 12-jährigem Wiederaufbau festlich geweiht worden. Seither haben 19,8 Millionen Menschen das Gotteshaus besucht, darunter 15 Millionen zu Zeiten der Offenen Kirche und 3,4 Millionen zu mehr als 1.600 Gottesdiensten und über 5.000 Andachten. Als Ort von Kunst und Kultur präsentierte die Kirche zudem namhafte Redner in Podien und Vortragsveranstaltungen und gefragte Klassikstars in über 1.000 Konzerten.

Aus Anlass des Jubiläums blickte die Frauenkirche bereits das ganze Jahr punktuell zurück und erinnerte an Ereignisse des Weihejahres. Im Februar wurde mit einem Gottesdienst, in dem der Erzbischof von Canterbury predigte, der Aufnahme der Kirche in die Nagelkreuzgemeinschaft vor 10 Jahren gedacht. Im Mai wurde ein Taufgedächtnisgottesdienst mit Kindern gefeiert, schließlich wurden in bereits über 620 Kinder in der Frauenkirche getauft. Im Juni, Juli und September feierten die Klangkörper der Frauenkirche – der Chor, der Kammerchor und das ensemble frauenkirche – mit eigenen Konzerten ihre 10-jährigen Bestehensjubiläen. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bilden nun die 10 Festtage, die am Donnerstag beginnen.

Quelle: Stiftung Frauenkirche Dresden