Die kuriosesten Polizeieinsätze 2017

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit wird es auch für die Polizei Zeit auf 2017 zurückzublicken. Zu mehr als 107.000 Einsätzen mussten die Beamten ausrücken. Wir haben über zahlreiche Unfälle, Vermisstenfälle und auch dramatische Einsätze berichtet. Aber nicht nur diese Ereignisse bleiben im Gedächtnis, sondern auch kuriose Einsätze. Einige davon hat die Polizei zusammengestellt. Hier nun also die Best-Offs in der Kategorie "Das hat die Polizei SO noch nicht erlebt".

Januar 2017

„Körperliche Auseinandersetzung“ rief Polizisten auf den Plan


Wegen einer schreienden Frau und somit einer mutmaßlichen Auseinandersetzung rief man die Polizei an einem Vormittag im Frühjahr zu einem Wohnhaus im Auer Revierbereich. Beim Eintreffen öffnete man den Ordnungshütern auf das Klingeln verblüfft und leicht bekleidet die Wohnungstür. Für die Beamten ergab sich der Verdacht einer körperlichen Auseinandersetzung der anderen Art. Einen Straftatverdacht konnten sie nicht erkennen.

© Sachsen Fernsehen/ Symbolbild

Verdächtiger Mann im Schulhaus beobachtet


Am 18. Januar rief man die Chemnitzer Polizei nachmittags wegen einer angeblich verdächtigen Beobachtung in den Ortsteil Kaßberg. Ein Unbekannter hatte sich in einem Schulgebäude aufgehalten, Schüler angesprochen und an einer Paniktür zu schaffen gemacht. Schließlich, so die Erstinformation, sei der Mann mit einem Pkw in unbekannte Richtung geflüchtet. Polizeibeamte kamen zum Einsatz und konnten den
Fall - auch dank des bekannt gewordenen Kennzeichens - innerhalb kurzer Zeit aufklären. Ihre Ermittlungen ergaben, dass ein Pizzabote dort lediglich auf der Suche nach dem richtigen Eingang war.

Februar 2017

„Einbrecher“ wollte nur die Toilette benutzen


Über einen mutmaßlichen Einbruch in ein Wohnhaus wurde die Polizei in Stollberg am Morgen des 6. Februar informiert. Beim Hausbesitzer hatte der Alarm ausgelöst, weshalb die Beamten hinzugerufen wurden. Wie sich dann herausstellte, handelte es sich beim „Einbrecher“ um einen Familien- angehörigen, welcher lediglich die Toilette benutzen wollte und berechtigt einen Schlüssel zum Haus hatte. Jedoch war er nicht über die aktivierte Alarmanlage eingeweiht worden.

Hundepfoten sorgten für Polizeieinsatz


Über augenscheinlich massive Blutspuren in einem Treppenhaus in der Blankenauer Straße in Chemnitz wurde die Polizei am 20. Februar von einer Frau informiert. Die Beamten nahmen sich der Sache umgehend mit dem Ergebnis an, dass es sich bei den gesichteten Spuren lediglich um die Abdrücke von Hundepfoten, nicht um Blutstropfen handelte. Die Polizisten setzten daraufhin ihren Dienst fort.

Giftige Früche im Einkaufsmarkt


In einem Einkaufmarkt in der Leipziger Straße in Chemnitz hatte eine Anruferin am 23. Februar eine Pflanze mit vermeintlich giftigen Früchten entdeckt. Über diese Früchte, ähnlich einer Kokosnuss, war kurz zuvor in einem Fernsehbeitrag berichtet worden. Die herbeigerufenen Polizeibeamten stellten dann fest, dass es sich lediglich um Dekorationsgegenstände handelte, welche dieser Frucht ähnelten. Eine Gefahr ging von diesen nicht aus.

Tatverdacht gegen stürmischen „Thomas“


Wegen eines mutmaßlichen Garagen- aufbruchs rief man die Polizei am 25. Februar zu einem Garagenkomplex in die Kreherstraße im Chemnitzer Ortsteil Gablenz. Dort hatte der Anrufer an einem Februarmorgen seine Garage offenstehend vorgefunden. Das Schloss lag auf dem Weg davor. Schließlich konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden: Sturmtief Thomas. Vermutlich hatte der Wind das unverschlossene Tor aufgedrückt, wobei es zu Sach- schaden kam. Ähnlich erging es dort einem Garagenbesitzer Mitte März. Auch in diesem Fall vermutete man zuerst einen Aufbruch der Garage, der sich dann aber als Sturmschaden entpuppte.

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März 2017

Polizeieinsatz wegen Langschläfer


Gegen 23 Uhr rief ein Mann die Polizei am 5. März in ein Mehrfamilienhaus im Chemnitzer Ortsteil Helbersdorf. Bereits seit Mittag war aus einer Nachbarwohnung ein unheimliches Grollen zu hören. Die Ursache dafür war ein Langschläfer - eine Französische Bulldogge.

Fleißige Handwerker am „Tatort“ gestellt


Verdächtige Gestalten beobachtete eine Anwohnerin am 13. März im Chemnitzer Ortsteil Rottluff. In einer Gartensparte waren gegen 20 Uhr drei Personen mit Taschenlampen unterwegs. Aufgrund der vorherrschenden Dunkelheit konnten die „Täter“ nicht näher beschrieben werden. Herbeigerufene Polizeibeamte konnten sie dann am „Tatort“ stellen und die Situation aufklären. Wegen anstehenden
Baumaßnahmen hatte man Baumaterial in einen Garten gebracht. 

Mieter wollte Duftstoffe herstellen


Wegen eines mutmaßlichen Chemielabors in einem Mehrfamilienhaus in der Altchemnitzer Straße im Chemnitzer Ortsteil Altchemnitz rief man die Polizei am Nachmittag des 27. März. Ein Verantwortlicher für das Gebäude hatte in einem Verschlag auf dem Dachboden Utensilien aufgefunden, die auf diese Vermutung schließen ließen. Polizisten setzten sich dann umgehend mit dem Nutzer der Kammer in Verbindung. Dabei kam heraus, dass lediglich versucht wurde, Parfüm herzustellen. 

April 2017

Monteure „gestellt“


Nicht hinters Licht führen lassen wollte sich richtigerweise eine Anruferin am 25. April in der Zöllnerstraße im Chemnitzer Stadtzentrum, weshalb die Polizei zu Rate gezogen wurde. Zwei unbekannte Männer wollten unter dem Vorwand, Wasserrohre reparieren zu müssen, in ihre Wohnung, so die Erstinformation gegen 10.40 Uhr. Beamte des zuständigen Reviers trafen dann an der angegebenen Adresse auch zwei Herren in Arbeitsanzügen an, auf die die „Täterbeschreibung“ passte. Der Einsatz konnte recht schnell wieder abgebrochen werden. Die Männer waren tatsächlich Monteure, die mit dem Wechsel von Wasseruhren im gesamten Haus beauftragt waren. Die Frau konnte beruhigt und die Streifenfahrt fortgesetzt werden.

© Sachsen Fernsehen/ Symbolbild

Mai 2017

Vermisste war nur Kaffeetrinken


Am 8. Mai wurde eine Patientin am späten Nachmittag von Mitarbeitern eines Chemnitzer Krankenhauses als vermisst gemeldet. Die Frau hatte die betreffende Station mit persönlichen Dingen verlassen und war nicht zurückgekehrt. Beamte prüften unter anderen die Wohnanschrift der Patientin, konnten sie jedoch auch dort nicht antreffen. Reichlich zwei Stunden nach Eingang der Vermissten- meldung konnte Entwarnung gegeben werden. Die Frau war wohlbehalten auf die Station zurückgekehrt. Sie hatte lediglich mit ihrem Besuch in der Cafeteria gesessen.

Polizisten als Geburtshelfer gerufen


Gegen 1.15 Uhr wählte Ende Mai ein Mann aus dem Stollberger Revierbereich den Polizeinotruf. Dem Beamten am Telefon teilte er mit, dass seine Frau hochschwanger sei und es nun losgehe. Der Polizist leitete den Anruf des werdenden Vaters umgehend an die Rettungsleitstelle weiter. Offenbar hatte sich der Mann in der aufregenden Situation in der Telefonnummer geirrt.

© Sachsen Fernsehen / Symbolbild

Juni 2017

Umzugshelfer verwechselten Keller


Am 1. Juni meldete man einen Kellereinbruch in einem Mehrfamilien- haus in der Richterstraße im Chemnitzer Ortsteil Schloßchemnitz. Unbekannte Täter hatten, so die Meldung am Morgen, die Kellerparzelle des Anrufers aufgebrochen und komplett ausgeräumt. Wie sich „im Rahmen der Ermittlungen“ heraus- stellte, war der Keller bei einem Auszug aus dem Wohnhaus irrtümlich leer geräumt worden. Die Hausverwaltung nahm sich der Sache an und die Polizisten brachen den Einsatz ab.

Verdächtiges Paket gepackt


An einem Abend im Juni rief eine Postangestellte die Polizei wegen einer verdächtigen Beobachtung in eine Filiale im Mittweidaer Revierbereich. Der Frau waren zwei augenscheinlich ausländische Männer beim Packen eines Paketes aufgefallen. Die Männer steckten unter anderem Feuerzeug- benzin und ein Kabel in das Päckchen. Die Sendung wurde in der Folge bei der Angestellten abgegeben. Die Männer verließen dann das Geschäft. Eintreffende Polizisten konnten die Sache schließlich aufklären. Der Empfänger des Päckchens war verzogen und hatte Bekannte um Nachsendung persönlicher Dinge gebeten. Die Bekannten hatten ihm deshalb unter anderem eine Computermaus mit Anschlusskabel, Adapter und Feuerzeugbenzin eingepackt.

War der Weg aus dem Fenster kürzer?


Kurz nach 2 Uhr rief man die Polizei am 26. Juni wegen einer verdächtigen Beobachtung zu einem Mehrfamilien- haus in die Neefestraße. Nach einem Zeugenhinweis waren zwei Personen dort aus einem Erdgeschossfenster geklettert. Zudem habe man Rucksäcke und andere Gegenstände aus dem Fenster geworfen. Für die Beamten ergab sich aus der Beobachtung der Verdacht eines Einbruchs- diebstahls. Aufgrund der vorliegenden Personen- beschreibung konnte man die Kletterer schnell ausfindig machen. Bei ihnen handelte es sich um die Inhaber der betroffenen Wohnung, die lediglich das Fenster anstelle der Tür nutzten.

Juli 2017

Heimlichkeiten - Schlechtigkeiten?


Am 2. Juli 2017 machte ein Mann in der Wolgograder Allee in Chemnitz-Hutholz eine verdächtige Beobachtung. Ein Paar vergrub augenscheinlich etwas in einem Gebüsch an einem Spielplatz. Die Unbekannten verließen dann nach getaner Arbeit den Ereignisort in Richtung eines Einkaufmarktes. Wie sich schließlich herausstellte, beschäftigte sich das Paar mit Geocaching und hatte dort eine neue Spur gelegt.

© Sachsen Fernsehen/ Symbolbild

August 2017

Puddingbecher sorgte für Einsatz


Um einen Einbrecher auf frischer Tat zu erwischen, eilten Polizisten am 16. August zu einem Einkaufsmarkt auf den Chemnitzer Kaßberg. Gegen Mitternacht hatte man über Notruf von dort die ausgelöste Alarmanlage gemeldet. Bei der Begehung des Marktes wurde dann klar, wer für den Einsatz verantwortlich war. Den Alarm hatte ein aus dem Regal gefallener Puddingbecher ausgelöst. Ansonsten waren im Markt keine Unregelmäßigkeiten erkennbar.

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„Schießeisen“ entpuppt sich als harmlos


Am 19. August rief man die Polizei kurz vor 6 Uhr in die Brückenstraße in Chemnitz. Dort war nach Angaben des Anrufers ein Mann mit einer Schusswaffe im Gürtel unterwegs. Polizisten nahmen sich der Sache umgehend an und konnten schnell Entwarnung geben. Bei der vermeintlichen Schusswaffe handelte es sich um eine E-Zigarette, die der Mann im Gürtel trug.

September 2017

© Sachsen Fernsehen

Akku-Tod machte Atemnot


Am 13. September bat man die Polizei in Aue um Hilfe. Beim Telefonat mit einer Bekannten hatte der Anrufer plötzlich nur noch ein Röcheln vernommen, das Gespräch war dann beendet gewesen. Die Beamten gingen der Sache umgehend auf den Grund. Die Frau konnten sie wohlbehalten in ihrer Wohnung antreffen. Wie sich dort herausstellte, hatte lediglich ihr Telefon wegen eines Problems mit dem Akku schlapp gemacht, weswegen das Gespräch abgebrochen war.

Dezember 2017 - das Beste kommt zum Schluss...

Unfreiwillig auf den Hund gekommen


Ein schwerer Verkehrsunfall in Erdmannsdorf, bei dem mehrere Menschen verletzt worden waren, entwickelte sich am 4. Dezember zu einem der kuriosesten Einsätze der PD Chemnitz im laufenden Jahr. Während ein Polizist den Verkehr an der Unfallstelle vorbeileitete, kam eine Englische Bulldogge aus einem nahen Wald angetrottet und lief zielgerichtet auf den Beamten zu. Doch einfangen ließ sich der wuchtige Vierbeiner nicht ohne Weiteres. Erst als einer der Polizisten vor Ort die Schiebetür eines Funkstreifenwagens öffnete, hopste die Bulldogge auf die Rückbank und machte ein Nickerchen. Die „Umfeld- ermittlungen“ nach dem Besitzer des Hundes brachten nichts. Erst ein zu Hilfe gerufener Tierarzt brachte etwas Erhellung. Lenni, so der Name der Englischen Bulldogge, stammte ursprünglich aus Döbeln, wurde später ins Erzgebirge vermittelt und offenbar von seinem letzten Besitzer im Wald bei Erdmannsdorf ausgesetzt. Soweit, so gut. Das eigentliche Problem war aber noch ungelöst. Der Vierbeiner ließ sich nämlich partout nicht dazu bewegen, aus dem Funkstreifen- wagen auszusteigen. Ziehen, schieben, locken, ausgesprochenes Platzverbot - nichts half. Erst als einer der Beamten nochmals den Motor des Funkstreifen- wagens startete, gelang es mit vereinten Kräften, die erneut eingeschlafene Bulldogge zu „überwältigen“. Kurzzeitig kam Lenni ins Freiberger Tierheim. Dort standen die Telefone nicht mehr still. Dutzende Hundefreunde wollten der kleinen Wuchtbrumme ein neues Zuhause geben. Mittlerweile ist Lenni in eine Familie vermittelt. Gegen seinen letzten Besitzer wurden Ermittlungen wegen des
Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen.

© Polizeidirektion Chemnitz

Wir danken allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz!