Die Polizei warnt: Vorsicht vor dem Enkeltrick

Erneut haben sich am Mittwoch, den 10. Juli, zwei unbekannte Anrufer als vermeintlich verwandte Personen ausgegeben. Die Opfer bemerkten den Betrug. Die Polizei warnt vor Enkeltrick und gibt Tipps.+++

Fall 1: Leipzig, Sellerhausen 10. Juli, 13:00 Uhr – 13:10 Uhr
Im ersten Fall wurde am 10. Juli gegen 13:00 Uhr ein Mann (74) von einer unbekannten Frau über seine Festnetznummer angerufen und gab sich als eine Bekannte aus. Innerhalb des Telefonats berichtete die Unbekannte über einen anstehenden Immobilieneinkauf. Dafür benötige sie noch Bargeld in Höhe von 3.800 Euro für den Notar, damit keine Zinsen entstehen. Als der 74-Jährige merkte, dass es sich nicht um eine bekannte Person handelt, schaltete er den Anrufbeantworter ein, um das Gespräch aufzuzeichnen. Das Opfer gab abschließend bekannt, kein Bargeld übergeben zu können.

Fall 2: Leipzig, Schönau, 10. Juli, 11:25 Uhr
Eine unbekannte Frau gab sich in einem Telefonat als nähere Verwandte (Nichte) des älteren Mannes (82) aus. Sie sei in Halle „eingeflogen“ und wäre bei einem Notar. Sie braucht für die Finanzierung einer Eigentumswohnung, nicht für sich, sondern für eine andere Person, circa 23.000 Euro. Sie würde in einer Stunde da sein. Ihr wurde gesagt, dass nur eine geringere Bargeldsumme im Haus war. Das Opfer rief die richtige Nichte an und ihm wurde bestätigt, dass die richtige Nichte nicht angerufen hatte. Eine Bargeldübergabe erfolgte nicht.

Wie funktioniert der Enkeltrick?
Der sogenannte Enkeltrick ist eine besonders dreiste Art des Trickbetruges. Die Täter nutzen die Ängste und Unsicherheiten sowie die Gutmütigkeit von Senioren schamlos aus. Diese werden dadurch meist um hohe Geldbeträge gebracht. Mit Worten wie „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen geben die Täter sich als Enkel, Verwandte oder Bekannte aus. In dem Gespräch versuchen sie, geschickt Namen und Lebensumstände des vermeintlichen Verwandten zu entlocken. Sie bitten dann kurzfristig um Geld. Dabei wird eine Notsituation (Unfall, Krankheit) oder finanzielle Probleme (Autokauf, Computerkauf) angegeben. Die Täter gehen dabei sehr raffiniert vor, um dem Opfer zu entlocken, wie viel Geld es aufbringen kann. Die Situation wird immer als dringlich beschrieben. Oft werden die Senioren mit mehreren Anrufen unter Druck gesetzt. Wenn die Bereitschaft da ist, Geld zu übergeben, wird ein Bote angekündigt, da der Anrufer selbst nicht kommen kann. Dazu wird durch die dreisten Betrüger eine neue Geschichte (Krankheit, nicht in der Nähe zu sein, usw.) erfunden. Meist gibt es noch ein Kennwort, um den/die Senior/in in Sicherheit u wiegen, dass der Empfänger des Geldes auch der Richtige ist. Immer wird Zeitdruck aufgebaut, um zu verhindern, dass das Opfer die erfundenen Geschichten überprüft. Will das Opfer kein Geld geben, gibt es noch eine andere Variante. Das Opfer erhält einen Anruf von einem angeblichen Polizisten oder einer anderen „Amtsperson“. Der angebliche Polizist überredet das Opfer zum Schein auf den Betrug einzugehen, um so den Betrüger zu stellen. Er will dann mit dem Opfer Geld abheben und tatsächlich meldet sich der Betrüger noch einmal beim Opfer und geht in die angebliche Falle. So ist das Geld auch verloren.

Tipps der Polizei:

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie nicht kennen.

Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte kennen kann.

Geben Sie keine Details aus der Familie oder ihrer finanziellen Situation bekannt.

Lassen Sie sich nicht drängen. Vereinbaren Sie frühestens am kommenden Tag einen Termin. 

Lassen Sie sich die Telefonnummer geben.

Übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte!!!

Informieren Sie sofort die Polizei (Notruf:110), wenn Ihnen ein Telefongespräch verdächtig vorkommt.