Die Stadt unterstützt ihre Bürger

Chemnitz - Die Chemnitzer haben es verstanden, sie halten sich an die Ausgangsbeschränkungen. Die Straßen der Stadt haben sich geleert. Die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig bedankt sich bei den Chemnitzern für ihr besonnenes Verhalten.

Am Montag verzeichnete die Stadt noch 55 Personen, die positiv auf den Corona-Virus getestet wurden. Innerhalb von 24 Stunden war nur ein moderater Anstieg der Zahlen mit insgesamt 59 positiv getesteten Personen zu verzeichnen. Bei sieben erkrankten Chemnitzern ist der Krankheitsverlauf schwieriger. Aktuell befinden sich 2700 Chemnitzer in häuslicher Isolation.

Die Bestimmungen für einen Test auf Corona haben sich mittlerweile gelockert. Musste man zuvor noch Rückkehrer aus einem Risikogebiet sein oder Kontakt zu einer positiv getesteten Person haben, reichen mittlerweile nur die Symptome für einen Test aus. Chemnitzer mit Verdacht auf Corona sollen sich nach wie vor an der großen Messehalle an der Neefestraße untersuchen lassen. Das Gesundheitsamt bittet die Bürger, die Öffnungszeiten dieser Corona-Ambulanz (08:00 -18:00 Uhr) voll auszunutzen. Damit soll sich der große Ansturm in den Morgenstunden ein wenig auflösen. Personen, die dort getestet wurden, werden von dem Zeitpunkt, an dem die ersten Symptome aufgetaucht sind für zwei Wochen in häusliche Isolation versetzt.

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Bürger, die getestet wurden, erhalten nur dann einen Anruf vom Gesundheitsamt, wenn der Test positiv ausfällt. Erhalten sie innerhalb von drei Tagen keinen Anruf, können sie davon ausgehen, dass sie nicht erkrankt sind.
Die Einschränkungen werden leider noch mehr. Der Chemnitzer Wochenmarkt wird ausgesetzt, ab Mittwoch wird der Platz vor dem Rathaus leer bleiben.
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Die Stadtverwaltung bietet nicht nur auf gesundheitlicher Ebene Unterstützung, auch wirtschaftlich will sie betroffenen Bürgern unter die Arme greifen.
Mahnungen und Vollstreckungen sind bis zum 30. April ausgesetzt, außer es droht eine Verjährung. Ordnungswidrigkeiten sind davon ausgenommen.
Die Gewerbe- und die Vergnügungssteuer können auf Antrag gestundet oder die Vorauszahlung herabgesetzt werden. Bei Sportvereinen können Mieten und Pachten an die Stadt gestundet oder erlassen werden, sofern diese Existenz gefährdend sind. Musste eine Einrichtung schließen, entfallen ab diesem Moment die Nutzungsentgelte.
Träger der Jugendhilfe und der Wohlfahrtspflege, die Verträge mit der Stadt haben, erhalten 70 Prozent der Finanzierung, wenn die Erbringung der Leistung auf Grund der Einschränkungen nicht möglich ist. Die Kita-Gebühren entfallen komplett, auch für die Notbetreuung. Diese Notbetreuung können alle systemrelevanten Berufsgruppen nutzen. Erst Montag hat der Freistaat weitere Berufe genannt, die jetzt zu dieser Gruppe zählen.
Im Kulturbereich bleibt die institutionelle Förderung der Träger und Vereine bestehen. Auch Projektförderungen bleiben erhalten, selbst wenn, sich das jeweilige Projekt derzeit nicht umsetzten, lässt.

Mit all diesen Maßnahmen versucht die Stadtverwaltung die Chemnitzer sicher durch diese Krisenzeit zu bringen. Aber auch jeder einzelne Bürger kann jetzt seine Solidarität unter Beweis stellen, in dem er sich weiterhin an die Ausgangsbeschränkungen hält.